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Schlagwortarchiv für: junge Erwachsene

Beiträge

Erster Job: Wenn junge Erwachsene (zu) hohe Ansprüche haben

Elternfrage: „Unsere Tochter (22) hat in unseren Augen zu hohe Ansprüche an ihren ersten Job, hinsichtlich des Gehalts, Work-Life Balance etc. Sollen wir was sagen oder uns lieber raushalten?“

Als ich vor 35 Jahren einen Ausbildungsplatz im Elektrobereich suchte, war ich froh, dass mich ein kleiner Handwerksbetrieb nahm – während Industriebetriebe mir eine Absage erteilten. Heute hat sich die Situation vollkommen gewandelt. Viele Firmen warten darauf, dass fitte Azubis oder Berufseinsteiger sich bei ihnen bewerben. Der Arbeitgeber kann nicht mehr frei wählen, wen er haben will – sondern der Berufseinsteiger oder Azubi hat oft die Möglichkeit, auszusuchen, in welchen Betrieb er geht. Von daher können junge Leute heute an ihren Betrieb andere Erwartungen stellen.

Mut, Wünsche auszusprechen

Die Diskussion um die Gen Z (zwischen 1995 und 2010 geboren) brandet in unseren Medien immer wieder auf. Sie seien zu faul, hätten zu hohe Ansprüche, suchten nur den eigenen Vorteil. In Einzelfällen mag das stimmen. Aber sprechen die jungen Leute nicht genau das aus, was wir damals nicht sagen konnten, uns aber heimlich gewünscht haben? Dass zum Beispiel der Arbeitgeber um unsere Gesundheit besorgt ist? Dass wir nicht ausgenutzt werden als „Arbeitskraft“? Dass auf die Atmosphäre unter den Mitarbeitenden geachtet wird? Von daher ist es durchaus sinnvoll, etwas entspannter an die Berufsfindung unserer Kinder heranzugehen und nicht die Maßstäbe von vor 30 Jahren an sie zu legen.

Eigene Wege gehen

Das Entscheidende ist doch, dass unsere Kinder einen Weg gehen, der ihnen entspricht. Dass sie eine Aufgabe finden, in der sie aufgehen, die Spaß macht. Von daher sollten wir ihre Wünsche und Erwartungen auf jeden Fall ernst nehmen. Ihnen bewusst zuhören, wenn sie von Gehaltswünschen oder Work-Life-Balance reden. Aber wir dürfen ihnen auch von unseren eigenen Erfahrungen mit Gehalts-Verhandlungen erzählen oder von der Urlaubs-Diskussion mit dem Chef. Fakt ist: Wir dürfen unsere Erwartungen haben und sie auch verfolgen – aber sie werden nicht immer alle erfüllt.

Ehrlich bleiben

Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer unserer Teilnehmerinnen im Lebenstraum-Jahr. Es ging um ihre Ausbildung als Einzelhandelskauffrau. Und ich sagte ihr: Genial, dass du deinen Traumjob gefunden hast. Das ist eine echte Gebetserhörung. Allerdings wird es immer wieder Tage geben, an denen es keinen Spaß macht zu arbeiten. Und gerade in den ersten drei bis vier Monaten der Probezeit ist es notwendig, dranzubleiben. Wichtig ist aber auch, dass dir die Arbeit Spaß macht und mehr zurückgibt, als sie dich kostet – sonst kannst du diesen Job nicht mehrere Jahre machen.

Fazit: Zuhören und Bedürfnisse ernstnehmen ist ein Schlüssel, um Heranwachsende in ihrer Berufswahl zu begleiten. Aber wir dürfen auch ehrlich erzählen von den eigenen Herausforderungen zwischen Wunsch und Realität.

Stephan Münch lebt mit seiner Familie in Uffenheim/Mittelfranken und gründete vor 12 Jahren mit seiner Frau das Lebenstraum-Jahr mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Bibelschule und Berufsfindung.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/05/Mutter-und-Tochter.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-06-08 12:07:492026-05-21 12:08:04Erster Job: Wenn junge Erwachsene (zu) hohe Ansprüche haben

Urlaub mit erwachsenen Kindern: Das solltet ihr bedenken

Elternfrage: „Mein Mann und ich möchten im Sommer mit allen vier erwachsenen Kindern in den Urlaub fahren. Drei von ihnen sind ausgezogen, zwei haben einen Partner oder eine Partnerin. Das macht die Planung schwer. Wie können wir das organisieren, sodass jeder Lust auf den Urlaub hat?“

Keine Illusionen

Am Anfang eines solchen Projekts sollte eine ehrliche Reflexion stehen: Sind unsere Beziehungen in der Familie so, dass ein gemeinsamer Urlaub für alle einigermaßen entspannt werden könnte? Wenn die Antwort kein überzeugtes „Ja“ ist, müsst ihr euch als Elternpaar wohl noch einmal ungeschminkt ein paar Fragen stellen: Welches Motiv steht hinter unserem Wunsch nach einem gemeinsamen Urlaub? Wollen wir damit eine Idylle herbeizwingen? Wenn der Plan Ausdruck einer Sehnsucht nach Wiederherstellung von Beziehungen ist, wird das Ganze vermutlich überstrapaziert und ist zum Scheitern verurteilt. Ein Urlaub mit erwachsenen Kindern, ihren Partnern und allenfalls Enkeln spült nämlich gnadenlos alle Unterschiede und Dissonanzen an die Oberfläche.

Gebt ihr euch als Paar innerlich ein fröhliches „Go“, dann kommuniziert den Termin mindestens ein Jahr im Voraus. Achtet darauf, dass Ort und Art der Unterkunft (Hotel, Ferienwohnung, Camping) in etwa den verschiedenen Bedürfnissen, vor allem nach Privatsphäre, entsprechen. Definiert unbedingt schon im Vorfeld des Urlaubs, was in eurer Einladung alles inbegriffen ist. Wenn plötzlich der Ausflug oder das Essen im Restaurant zu Lasten der Kinder geht, kann das Unstimmigkeiten auslösen. Und: Ein gewisses Maß an individueller (Wahl-) Freiheit muss für alle während der gemeinsamen Zeit möglich sein.

Helena Gysin wohnt in Seegräben (CH). Sie ist seit 33 Jahren mit Thomas verheiratet. Zur Familie gehören drei erwachsene Kinder mit Partnern und sechs Enkelkinder.

Urlaub lieber zu zweit

Meine Kollegin genießt ihren jährlichen Urlaub mit den erwachsenen Kindern samt Partnern und Omas sehr. Ich wiederum genieße es sehr, dass wir zu zweit als Ehepaar in den Urlaub fahren können. Der Erholungs- und Genussfaktor ist so (für mich) deutlich höher. Nicht, dass gemeinsame Familienzeiten uns nicht wichtig wären oder wir die Idee vom gemeinsamen Urlaub nicht auch schon gehabt und umgesetzt hätten – die gemachten Erfahrungen waren durchaus (auch) positiv. Allerdings haben wir für uns gemerkt, dass der damit einhergehende Aufwand auf allen Ebenen nicht im Verhältnis zum „Beziehungsertrag“ stand.

Unsere Lösung ist es, einmal im Jahr einen Tag gemeinsam mit einer schönen Aktion zu verbringen: zum Beispiel eine Wanderung mit Picknick oder eine Kanufahrt durchs Naturschutzgebiet. Demnächst werden wir ein mehrgängiges veganes Menü unter professioneller Anleitung kochen und essen. Vielleicht werden wir irgendwann auch wieder einmal für ein Wochenende zusammen wegfahren. Bei der Planung werden wir darauf schauen, dass es genügend Rückzugsräume und mindestens zwei Toiletten gibt. Wir werden einige typische Vollmer-Familien-Aktionen zelebrieren (Fußmassagen, Stockbrot und Karriere-Poker), oft lachen und vielleicht manchmal auch streiten. Und am Tag darauf werde ich Urlaub nehmen und mich erholen …

Elisabeth Vollmer ist Religionspädagogin. Sie lebt mit ihrem Mann in Freiburg und hat drei erwachsene Kinder.

Anders als früher

Die erste Frage, die wir uns bei einem bevorstehenden gemeinsamen Urlaub stellen, ist: Haben wir gerade eine Atmosphäre, in der alle ihre Meinung sagen können und es keine billigen Kompromisse gibt? Auch wenn wir einander als Kernfamilie gut kennen, bringen Partner oder veränderte Lebensbedingungen von jungen Erwachsenen neue Themen mit, weshalb es wichtig ist, uns an die Grundhaltung „Deine Meinung ist wichtig“ zu erinnern.

Seit unsere Kinder Teenager sind, versuchen wir die Urlaube so zu planen, dass es Freiraum für jeden geben kann und feste Punkte geplant werden, die wir gemeinsam genießen. So essen wir gern abends zusammen, aber frühstücken nach persönlichen Bedürfnissen. Einige von uns spielen bis in die Nacht, andere beginnen den Tag mit einer Morgenandacht. Dabei holen wir uns aus den Schubladen, in die wir uns gesteckt haben: Wenn nun jemand plötzlich am Puzzle-Tisch sitzt, ist das genauso angenehm, wie bei einer Gebetszeit dabei zu sein. Oder eben nicht. Was als Tradition von früheren Urlauben geblieben ist? Dass wir uns beim gemeinsamen Essen im Tagesfeedback üben und uns erzählen, was schön war.

Stefanie Diekmann ist Pädagogin, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/04/Familienurlaub.jpg 1080 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-04-22 12:11:182026-04-22 12:11:18Urlaub mit erwachsenen Kindern: Das solltet ihr bedenken

Berufswahl: So können Eltern unsichere Jugendliche unterstützen

Elternfrage: „Meine Tochter (18) beendet bald die Schule. Ihr fällt es schwer, eine Berufswahl zu treffen. In der Schule war sie bisher sehr zielstrebig, nun erlebe ich sie unsicher und orientierungslos. Was kann ihr helfen?“

Zuerst einmal ist es mir wichtig zu sagen, dass ich die Orientierungslosigkeit bei Schülerinnen und Schülern vor dem Abschluss für normal halte. Das Schulsystem orientiert sich zu wenig an der Realität. Wer nach dem Abitur die Schule verlässt, weiß zwar, wie sich Integrale berechnen lassen, hat aber zum Beispiel wenig Ahnung von Finanzen und Steuern – das verunsichert.

Welche Gründe gibt es noch, dass Jugendliche verunsichert in ihre Zukunft blicken?

Die 18-Jährigen, die jetzt in die Berufswelt starten, sind die Kerngruppe der Generation Z. Sie sind mit Krisen, wie der Finanzkrise, Klimakrise, einer Pandemie und Krieg in Europa aufgewachsen. Diese Generation hat bis zu zwei Jahre Schul-Lockdown erlebt. Jede Generation hat ihre Herausforderungen, aber ich nehme bei dieser eine deutliche Mehrfachbelastung wahr. In einer Zeit zunehmender Unsicherheit ist das Sicherheitsbedürfnis der Generation Z stärker ausgeprägt als das früherer Generationen. Jetzt kommt auch noch die Künstliche Intelligenz hinzu. Da höre ich immer wieder Sätze wie „Eigentlich wollte ich Grafikdesignerin werden, aber jetzt übernimmt das ja die KI …“

Was antworten Sie dann?

Ich sage ehrlich, dass ich nicht weiß, inwiefern KI wirklich den Beruf ersetzen wird. Wir wissen noch nicht genau, wohin sich die Arbeitswelt in den nächsten fünf Jahren entwickelt und ob die Jobs ersetzt oder nur bestimmte Tätigkeiten ausgelagert werden. Wenn die Person aber Gestaltung liebt und es ihre Stärke ist, wird sie damit einen Weg zum Arbeiten finden. Ich würde mit ihr aber auch weitere Stärken herausfinden wollen. Denn vermutlich ist das auch die Generation, die verschiedene Jobs ausüben und deren Flexibilität noch notwendiger werden wird. In meiner Berufsberatung beschäftigen wir uns mit Talenten und Begabungen, aber auch mit Werten. Wir schauen nicht, was es für Jobs gibt und wie dort die Person hineinpassen könnte. Sondern wir fokussieren uns auf das, was die Persönlichkeit ausmacht und finden heraus, wie damit Sinn und Zufriedenheit in einer Arbeit gefunden werden kann.

Was hilft Schülern und Schülerinnen dabei, ihre Stärken zu erkennen?

Dafür braucht es nicht zwingend eine Persönlichkeitsanalyse. Schon ein Blick in die eigene Biografie kann helfen, die eigenen Begabungen wahrzunehmen. Wovon war ich in der Vergangenheit begeistert? Wann war ich im Flow? Wobei bin ich aufgeblüht? Hierbei können Eltern helfen, indem sie ihre Kinder spiegeln: „Darin warst du immer sehr vertieft.“ Außerdem lohnt es sich, Jugendliche zum Ausprobieren in Ehrenämtern, Hobbys oder Praktika zu motivieren. Das geht manchmal in der vollen Schulzeit unter.

Wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, eine Berufswahl zu treffen?

Ein gutes Selbstwertgefühl ist die Basis für alles, auch für die Zukunftsplanung. Wenn sich das Kind geliebt weiß, ist das Wichtigste bereits getan. Übrigens entsteht ein gesunder Selbstwert nicht dadurch, dass man jemanden ständig lobt. Lob ist auch nicht unbedingt das beste Mittel, um jemanden auf seine Stärke aufmerksam zu machen. Denn Lob kann von den eigenen Kindern schnell in Richtung Leistung interpretiert werden. Statt „Das hast du gut gemacht“ ist es besser „Mir fällt auf, du hast da eine Stärke“ zu sagen. Dann entsteht weniger der Eindruck bei dem Kind, dass es von einer Sache mehr machen sollte, sondern dass da etwas Besonderes in ihm ist.

Annette Penno lebt in Lübeck und bietet LernCoaching sowie professionelle Berufsberatung an. Interview: Annabel Breitkreuz

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/04/junge-Frau.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-04-20 15:49:052026-04-20 15:49:05Berufswahl: So können Eltern unsichere Jugendliche unterstützen

Wohnung finanzieren während der Ausbildung: So klappt`s

Elternfrage: „Mein Sohn (21) macht eine Ausbildung und möchte in eine eigene Wohnung ziehen. Die meisten Mieten sind mit einem Ausbildungsgehalt nicht bezahlbar. Welche Möglichkeiten hat er?“

Der Wunsch nach der ersten eigenen Wohnung muss kein Traum bleiben – mit einer guten Planung, dem richtigen Mix aus Unterstützung und Eigeninitiative kann es klappen. Zunächst gilt, dass Eltern grundsätzlich bis zum Ende der ersten Berufsausbildung unterhaltspflichtig sind, sofern sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen.

Zusätzlich zum eigenen Einkommen erhalten Eltern in Deutschland bis zum Ausbildungsende beziehungsweise längstens bis zum 25. Geburtstag des Kindes das monatliche Kindergeld in Höhe von derzeit 259 Euro. Dieses wird zwar formal an die Eltern gezahlt, soll aber dazu dienen, das Kind zu unterstützen. Kommen die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nach, kann das Kindergeld bei der Familienkasse „abgezweigt“ und direkt an das Kind in einer eigenen Wohnung überwiesen werden. Das heißt: Die erste Unterstützungsinstanz für Ihren Sohn sind Sie. Nachfolgend stelle ich Ihnen noch weitere Möglichkeiten vor, die dabei helfen können, dass Ihr Sohn seine erste eigene Wohnung realisieren kann.

Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld

Das Ausbildungsgehalt allein reicht in den meisten Fällen nicht aus, um die Miete und die Lebenshaltungskosten zu stemmen. In der Praxis hat sich deshalb eine Kombination aus Unterhalt, staatlicher Förderung, Ausbildungsgehalt und gegebenenfalls Einnahmen aus einem Nebenjob bewährt. Bei einer betrieblichen Erstausbildung ist die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) ein möglicher Baustein. Auszubildende mit einer geringen Vergütung können den Antrag bei der örtlichen Arbeitsagentur stellen, die sie über die genauen Richtlinien informiert. Ein großer Vorteil hiervon ist, dass die monatlichen Zuschüsse nach dem Ausbildungsende nicht zurückgezahlt werden müssen.

Besteht kein Anspruch auf BAB oder Sozialleistungen wie Bürgergeld, kann ein Antrag auf Wohngeld gestellt werden. Der staatliche Zuschuss zur Miete ist beim Landratsamt oder der zuständigen Wohngeldbehörde zu beantragen. Alternativ kann ein Wohnberechtigungsschein den Zugang zu einer Sozialwohnung ermöglichen. Das zuständige Wohnungsamt in der Stadt oder Gemeinde erteilt dazu Auskünfte. Auch eine Anfrage bei einer Wohnbaugenossenschaft vor Ort lohnt sich oftmals, da diese günstige Mietwohnungen verwalten.

Hilfe vom Jobcenter

Zusätzlich können sich junge Menschen unter bestimmten Voraussetzungen bei ihrem Auszug Unterstützung vom Jobcenter in Form von einer Einmalzahlung oder Sachgutscheinen für die Erstausstattung der Wohnung holen. Es ist außerdem möglich, dass auch die Umzugskosten oder die Mietkaution übernommen werden, sofern kaum eigenes Vermögen vorhanden oder das Einkommen sehr gering ist. Wichtig: Die Anträge müssen unbedingt vor der Unterzeichnung des Mietvertrags gestellt und genehmigt worden sein.

Außerdem interessant zu wissen: Liegt das Ausbildungsgehalt über dem Grundfreibetrag von 12.096 Euro im Jahr, gibt es Steuervorteile. Wer erstmals wegen des Berufs aus dem Elternhaus auszieht, kann eine Umzugskostenpauschale von 193 Euro geltend machen. Fahrten zur Wohnungsbesichtigung, Maklergebühren und die Kosten eines Transporters können weiterhin als Werbungskosten steuerlich in Abzug gebracht werden. Erfolgt der Auszug aus privaten Gründen, lassen sich beispielsweise Handwerkerkosten und die Lohnkosten einer Spedition als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen.

Tobias Gerauer ist Steuerberater und Vorstand der Lohnsteuerhilfe Bayern.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/01/Umzug.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-02-02 08:44:382026-01-28 08:45:01Wohnung finanzieren während der Ausbildung: So klappt`s

3 Familien erzählen: So ist das Leben mit Austauschschüler

Elternfrage: „Da unsere älteste Tochter ausgezogen ist, haben wir nun Platz im Haus. Wir überlegen, einen Austauschschüler aus dem Ausland aufzunehmen. Welche Erfahrungen haben andere Familien damit gemacht?“

Kein „Wunschkind“ erwarten

Nachdem ich mit 17 Jahren von einem Austauschjahr zurückkam, nahm meine Familie zwei Jahre hintereinander jeweils eine Austauschschülerin auf. Für mich als Einzelkind war es eine neue und manchmal auch herausfordernde Erfahrung, plötzlich eine „Schwester“ zu haben. Als Gastfamilie muss man sich darüber im Klaren sein, dass da ein Jugendlicher mit einem eigenen Charakter aus einer anderen „Familienkultur“ kommt, kein perfektes „Wunschkind“. Aber wenn beide Seiten offen sind, Verständnis füreinander haben und miteinander klar kommunizieren, wächst sehr oft eine herzliche Beziehung zwischen Gastfamilie und Austauschschüler.

Unsere finnische Gastschülerin war eher ruhig, sprach nach wenigen Monaten aber perfekt Deutsch, schloss in der Schule gute Freundschaften und stand mir sehr schnell nahe. Die zweite Austauschschülerin kam aus der Türkei. Sie war sehr offen, wollte viel erleben und hatte eine innige Beziehung mit meinen Eltern – die sie Mama und Papa nannte. Auch für meine Eltern war es eine lebensverändernde Erfahrung und ein wertvoller Blick über den eigenen Tellerrand. Noch heute, mehr als zehn Jahre später, sind wir mit beiden eng verbunden und haben uns jeweils wiedergesehen. Beide Erfahrungen haben unsere Familie unglaublich bereichert!

Annika Ramsaier wohnt in Augsburg und war als Schülerin selbst für ein Jahr zu Gast bei einer italienischen Familie.

Nicht nur ein Schlafplatz

Meine Eltern waren immer gastfreundlich und wir hatten mehrmals Austauschschüler und -schülerinnen. Diese Erfahrung wollte ich auch mit meinen Kindern teilen. Über die Organisation AFS haben wir für 11 Monate einen japanischen Gastschüler (17) aufgenommen. Unsere Söhne (zu dem Zeitpunkt 10, 12 und 15) und er haben sich gut verstanden. Die Verständigung mit ihm war allerdings manchmal schwierig und führte auch mal zu Missverständnissen, da er anfangs kein Deutsch konnte und auch Englisch nicht immer klappte. Kurz darauf haben wir relativ spontan einen Schüler aus Johannesburg, Südafrika, aufgenommen. Er war genauso alt wie unser ältester Sohn, konnte richtig gut Deutsch sprechen und war sehr interessiert an allem. Die vier Wochen mit ihm sind wie im Flug vergangen, und wir werden ihn bestimmt wiedersehen.

Unsere aktuelle Erfahrung mit einem slowakischen Austauschschüler ist jedoch nicht so schön. Es ließ sich schon vom Steckbrief her vermuten, dass wir nicht viel gemeinsam haben. Leider ist es so, dass der Schüler wenig bis gar nicht an unserem Familien­leben (an Gesprächen, gemeinsamen Mahlzeiten …) teilnehmen möchte. Darüber sind wir enttäuscht. Bei einer Gastfamilie zu sein, sollte mehr bedeuten, als einen Platz zum ­Schlafen und einen Wäscheservice zu haben – zum Glück durften wir das bei den beiden anderen Gastschülern erleben.

Sabine T. wohnt in Bochum und ist Mutter von drei Söhnen.

Das Haus mit Leben füllen

Unsere 15-jährige Tochter ging im letzten Jahr für ein Highschool-Jahr in die USA. Meine jüngere Tochter und ich spürten die Lücke schmerzhaft. In mir reifte die Idee, eine Gastschülerin aufzunehmen. Ich überlegte lange. Was, wenn wir mit der Schülerin nicht klarkamen? Diese und andere Fragen konnte ich nur beantworten, indem ich das Risiko einging. Einige Monate später stand eine 16-jährige Schülerin aus Australien vor unserer Haustür. Jede von uns bemühte sich um eine gelingende Eingewöhnungsphase. Wir hatten eine lokale Betreuerin als Ansprechpartnerin für Fragen und Notfälle. Die Schule empfing sie mit offenen Armen, und obwohl das Mädchen vor Nervosität fast das Atmen vergaß, dauerte es keinen halben Tag und sie hatte die ersten Freundschaften geknüpft.

Mit manchen Dingen fremdelten wir und sie. So musste sie sich erst an unsere vegetarische Küche gewöhnen und dass Handys am Tisch tabu waren. Aber mit einem guten Maß Toleranz auf beiden Seiten ruckelten sich die Unterschiedlichkeiten schnell zurecht. Meine Tochter und das Mädchen aus Australien wuchsen in diesen drei Monaten über sich hinaus: im Sprachlichen und in der persönlichen Entwicklung. Aber das Schönste: Die beiden fanden zusammen, sodass das Haus bald wieder mit Lachen und Toben, Dis­kussionen und Geplapper gefüllt war.

Veronika Smoor ist Autorin und lebt in der Nähe von Heilbronn.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/06/Freunde.jpg 1142 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-08-25 10:09:552025-07-28 10:11:313 Familien erzählen: So ist das Leben mit Austauschschüler

Stützen und loslassen: Was große Kinder von den Eltern brauchen

Jugendliche müssen ihren eigenen Weg finden. Der Pädagoge Axel Hudak erklärt, welche Unterstützung sie dabei von den Eltern brauchen und was Mutmachen mit Loslassen zu tun hat.

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr.“ Diese abgewandelte Version des bekannten Zitats von Wilhelm Busch (der nur die Väter im Blick hatte) würden viele Eltern von Jugendlichen wohl seufzend unterschreiben. Wobei die Herausforderungen, die sich mit dem Familienzuwachs einstellen, ja nicht erst in der Pubertät beginnen. Erfahrene Eltern wissen: Die Sorgen um das Kind beginnen mit dem ersten Atemzug, manchmal – „dank“ moderner medizinischer Diagnostik – sogar bereits im Mutterleib.

So ging es uns im Sommer 2003, als die Gynäkologin meiner Frau und mir bei einem turnusmäßigen Ultraschall erklärte, dass die Nieren unseres Sohnes eine ungewöhnliche Fehlbildung aufwiesen. Ihr gut gemeinter, aber etwas lapidarer Satz: „Das müssen Sie nach der Geburt dann mal anschauen lassen“, klingt mir jetzt noch in den Ohren. Dieses Nachschauen wuchs sich zu einem jahrelangen Klinikmarathon aus, der bis heute andauert. Verständlich, dass man ein solches Kind in Watte packt und es beschützt und behütet, oder nicht?

Löweneltern ja, Helikoptereltern nein

Wir haben uns damals bewusst anders entschieden. Als Eltern mit medizinischer Erfahrung (Krankenschwester und Krankenpfleger, später dann Pflegepädagoge) waren und sind wir heute noch oft Löweneltern, wenn es in der Klinik darum geht, gemeinsam mit den behandelnden Ärzten Entscheidungen zu treffen. Löweneltern meint, dass wir zur Not auch einem Konflikt nicht aus dem Weg gehen, wenn es für das Wohl unseres Sohnes nötig ist. Und doch war uns gleichzeitig klar: Wir wollen ihm ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Und das geht nur, wenn wir nicht zu Helikoptereltern werden, sondern ihn von klein auf loslassen und ihn seine eigenen Erfahrungen machen lassen: die freudigen genauso wie die schmerzlichen.

Damit er und auch seine nachfolgenden beiden Geschwister ihre eigenen Wege finden und gestalten konnten, war uns von Anfang an klar: Wir möchten, dass unsere Kinder mündige und mutige Menschen werden, die in der Lage sind, Situationen zu überblicken, Beweggründe zu hinterfragen und fundiert eigene Standpunkte zu beziehen. Dafür brauchen sie unsere Ermutigung. Mittlerweile sind unsere beiden Großen siebzehn und neunzehn Jahre alt, und sie stehen vor neuen Herausforderungen: Was will ich mit meinem Leben nach der Schule anfangen? Wird der Beruf oder Studiengang, den ich wähle, mich wirklich mein ganzes Leben begleiten? Wie gehe ich damit um, wenn meine Entscheidungen und Aussichten eher Angst erzeugen als Vorfreude?

Entscheidungen treffen

Bei unseren Kindern, aber auch bei ihren Freunden erlebten wir in den letzten Jahren zunehmende Zukunftsängste in Bezug auf den Klimawandel und die weltpolitische Situation. Aber es ergaben sich auch persönliche Fragezeichen, in welche Richtung es denn beruflich und schulisch gehen sollte. Beide Kinder entschieden sich nach dem mittleren Schulabschluss für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Diese Entscheidung, eine Art „Pausenjahr“ einzulegen, stellte sich als sehr weise und segensreich heraus. Dieses erste Hineinschnuppern in die Arbeitswelt gepaart mit der großen Entlastung, ein ganzes Jahr nicht durch Noten bemessen und bewertet zu werden, empfanden unsere Kinder als eine sehr wertvolle Erfahrung. Gleichzeitig bemerkten wir, wie sie in ihren Persönlichkeiten reiften. Beide legen eine uns Eltern völlig neue Strukturiertheit und Stringenz an den Tag, die uns verblüfft und gleichzeitig darin bestätigt, dass diese Entscheidung richtig war.

Nach der FSJ-Zeit stand für beide die nächste große Kreuzung des Lebens an: Abitur oder Ausbildung? Dieses Bild der Kreuzung im Sinne einer Weggabelung ist hier bewusst gewählt. Denn darum geht es doch bei unseren heranwachsenden, beinahe erwachsenen Kindern: Wir begleiten sie auf ihrem Lebensweg von klein auf; erst an der Hand, dann lernen wir, Stück für Stück loszulassen. Und eines Tages stehen sie an den wichtigen Gabelungen des Lebenswegs und müssen Entscheidungen treffen von einer Tragweite, die sie selbst kaum einschätzen können.

Einen Schritt zurücktreten

Ein erster, völlig natürlicher Reflex wäre es nun, ihnen mit unserer geballten Lebensweisheit zur Seite zu stehen und ihnen zu sagen, was sie unserer Meinung nach am besten tun sollten. Hier hilft es, sich bewusst zu machen: Ich kann mein Kind bis zu dieser Kreuzung begleiten. Gern darf ich gemeinsam mit ihm um die Ecke schauen und herausfinden: Was könnte passieren, wenn ich nach rechts gehe – und was, wenn ich die linke Seite nehme? Ich darf helfen, dass es eine fundierte Entscheidung wird, indem ich Informationen sammle oder meine eventuell vorhandene Expertise zum Besten gebe.

Eins ist dabei allerdings von großer Bedeutung: Ich muss es schaffen, nach diesem Ausblick einen Schritt zurückzutreten und mein Kind diese Entscheidung selbst treffen zu lassen. Es ist ein überaus wichtiger Reifeprozess-Schritt, dass es die Verantwortung für die Entscheidungen des Lebens selbst tragen lernt. „Ich an deiner Stelle würde ja …“ ist hier fehl am Platz. Denn durch diese gut gemeinten Ratschläge übernehme ich die moralische Verantwortung und bevormunde mein Kind sogar ein Stück weit. Hier ist Loslassen angesagt, auch wenn das Eltern und Kind eine Menge Mut kostet!

Fehler zulassen

Hat das Kind sich schließlich für einen der möglichen Wege entschieden, darf ich gern anbieten, mich wieder unterzuhaken und es auf dem eingeschlagenen Weg zu begleiten und auf Wunsch auch aktiv zu unterstützen. Gern gesehen sind hierbei unter anderem Sach- und Finanzspenden … Wenn ich die Entscheidungsverantwortung auf mein Kind übertrage, komme ich im Fall einer Fehlentscheidung auch nicht in die Versuchung zu kommentieren: „Ich hab’s dir ja gesagt …“, denn ich habe es ja nicht gesagt! Ganz im Gegenteil, hier habe ich die Möglichkeit, mein Kind mit offenen Armen aufzufangen, aufzubauen und gemeinsam mit ihm an eine neue, andere Weggabelung zu gehen. Auch das ist eine Form der Ermutigung: eine innerfamiliäre Fehlerkultur zu schaffen, die ein mutiges Ausprobieren erlaubt und gleichzeitig den moralischen Zeigefinger in der Hosentasche lässt. Denn Fehler gehören zum Leben, sind wichtige, lehrreiche Mosaikstücke, die das Gesamtbild Mensch erst rund werden lassen.

Den Mut-Tank auffüllen

Einen wichtigen Punkt dürfen wir bei alldem nicht außer Acht lassen: Ein Ermutiger zu sein, kostet selbst Mut und Kraft! Selbstverständlich ist es nicht leicht, das Kind um die Ecke biegen zu sehen und nicht zu wissen, was aus dieser Entscheidung wird. Wird es seinen Weg gehen? Wird es zurückkommen, und wenn ja: in welcher Verfassung? Für meine Frau und mich ist es deshalb unerlässlich, dass wir auftanken an der besten Kraftquelle, die man finden kann. Gleichzeitig dürfen wir dort all unsere Sorgen und Zweifel adressieren: Der christliche Glaube gibt uns den notwendigen Mut und die Zuversicht und das Gebet gibt uns Kraft. Natürlich verstehen wir nicht alle wege Wege – aber dass wir bei Gott unsere Sorgen abgeben und schwach sein dürfen, tut so gut und füllt unseren Mut-Tank immer wieder neu auf!

„Es steigt der Mut mit der Gelegenheit“, wusste schon Shakespeare. Trauen wir uns doch einfach, unsere Kinder zu ermutigen, indem wir ihnen die Gelegenheiten dazu schaffen – und dann für sie da zu sein, um zu feiern, wenn es gelungen ist, oder ihnen die helfende Hand zu reichen, um wieder aufzustehen.

Axel Hudak arbeitet als Pflegepädagoge an einer Berufsfachschule in Karlsruhe und als selbstständiger Erlebnispädagoge (faszinationerleben.de). Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2023/06/Vater-ermutigt-den-Sohn_BN_Getty-Images_pixdeluxe_iStock-Getty-Images-Plus.jpg 1414 2120 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2023-06-15 10:23:452023-06-15 10:23:45Stützen und loslassen: Was große Kinder von den Eltern brauchen

Mein Sohn raucht

„Unser Sohn (16) hat mit dem Rauchen angefangen. Während er am Anfang wohl nur auf Partys oder im Beisein seiner Kumpels mal eine gequalmt hat, macht er es jetzt jeden Tag. Abgesehen davon, dass ich Rauchen überhaupt nicht mag, habe ich Sorge, dass er seine Gesundheit dadurch ruiniert. Was kann ich tun?“

„Unser Sohn (16) hat mit dem Rauchen angefangen. Während er am Anfang wohl nur auf Partys oder im Beisein seiner Kumpels mal eine gequalmt hat, macht er es jetzt jeden Tag. Abgesehen davon, dass ich Rauchen überhaupt nicht mag, habe ich Sorge, dass er seine Gesundheit dadurch ruiniert. Was kann ich tun?“

Das Rauchen übt eine starke Faszination auf Jugendliche aus. Über viele Jahrzehnte hat die Tabakindustrie ein Raucher-Image aufgebaut, das für Unabhängigkeit, Rebellion und Freiheit steht. Dies ist für Jugendliche, die sich während der Pubertät in einem Prozess der Abnabelung befinden, ein Bild, mit dem sie sich gern identifizieren. Aber auch das soziale Umfeld und Vorbilder wie die Eltern beeinflussen eine mögliche Raucherkarriere stark. In Deutschland ist das Rauchen für Jugendliche unter 18 Jahren allerdings verboten. In der Schweiz, abhängig vom Kanton, ist es auch erst ab 16 bzw. 18 Jahren erlaubt.

Eltern sind entscheidend

Studien zeigen, dass Eltern einen Einfluss auf das Rauchverhalten ihrer Sprösslinge haben. Eine klare, ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen ist entscheidend. Diese Grundeinstellung ist sogar dann zielführend, wenn die Eltern selbst rauchen.

Merkt man, dass das Kind raucht, sollte man das Gespräch suchen. Am besten funktioniert das, wenn man seinen Sprössling nicht überrumpelt, sondern einen ruhigen Moment abwartet. Während des Gesprächs sollten Sie Ihrem Kind klar vermitteln, dass Sie nicht wollen, dass es raucht: „Du bist mir wichtig. Ich wünsche mir, dass du gesund bleibst. Deshalb möchte ich, dass du mit dem Rauchen aufhörst.“ Bleiben Sie bei Ihrer Haltung und wiederholen Sie diese, auch wenn diese möglicherweise nicht auf offene Ohren stößt. Im Gespräch sollten Sie Ihr Kind mit seiner eigenen Meinung ernst nehmen, nicht abwerten und keine langen Monologe führen.

Sie können Ihr Kind außerdem über die Folgen des Rauchens aufklären und mit Fehlannahmen aufräumen. Oftmals glauben vor allem Mädchen irrtümlicherweise, man bliebe schlank, wenn man raucht. Man kann außerdem erklären, dass Nikotin in eine psychische und körperliche Abhängigkeit führt, was nicht viel mit Unabhängigkeit zu tun hat, wie es Jugendliche glauben.

Entwöhnung per Smartphone

Anschließend sollten Sie klare Regeln aufstellen. Erlauben Sie Ihrem Kind nicht, zu Hause zu rauchen. Bleiben Sie konsequent und sagen Sie, was Sie möchten, auch wenn Sie hier mit Konflikten rechnen müssen. Vermeiden Sie jedoch Strafen, Schuldzuweisungen und Vorwürfe, um Ihr Kind nicht in eine Verteidigungshaltung zu drängen.

Kommunizieren Sie Ihrem Kind, dass Sie es unterstützen: „Ich freue mich sehr, wenn du die Entscheidung triffst, nicht mehr zu rauchen, und werde dir helfen, so gut ich kann.“ Benötigt ihr Jugendlicher Hilfe, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Sie in Anspruch nehmen können. Eine niederschwellige Möglichkeit ist die Durchführung eines medizinisch fundierten Nichtraucher-Kurses zur unkomplizierten Durchführung auf dem Handy von NichtraucherHelden.de. Dieses Programm kann vom Arzt per Rezept verschrieben werden.

Dr. Maddalena Angela Di Lellis ist freie Autorin und Medizinprodukteberaterin bei NichtraucherHelden. Sie lebt mit ihrer (bisher rauchfreien) Familie in Tübingen. 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/07/sohn_raucht.jpg 1660 1576 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2022-08-15 15:12:422022-07-28 14:39:33Mein Sohn raucht

Mit dem Wohnzimmer-Trick stärkt Mutter Stefanie den Kontakt zu ihren Teens

Familie Diekmann will für ihre Teenager da sein und trotzdem Freiraum lassen. Ihnen gehört jetzt ein eigener Raum.

Es war in irgendeinem Vortrag. Ein Satz ist mir tief ins Herz gerutscht: „Unser Verhalten als Eltern lässt den Heranwachsenden oft nur eine Wahl: fliehen. Das Haus verlassen. Ganz weit weg!“ Weil wir keine wilde Musik, hysterisches Gekicher oder unendliche Duschorgien ertragen.

Eigenes Wohnzimmer statt dunkler Park

Wir beschließen als Eltern, uns den neuen Bedürfnissen zu stellen und den Teenagern einen sicheren Ort zu ermöglichen. Sie brauchen einen Platz ohne Elternblicke, kritische Kommentare und Fragen – aber nicht im dunklen Park oder in fremden Partykellern. Einen Platz, wo es einen Kühlschrank gibt, eine Möglichkeit zum Filmegucken und einen Haufen Matratzen und Schlafsäcke für Übernachtungspartys. Und so wird aus einem Arbeitszimmer unter dem Dach ein zweites Wohnzimmer.

Erst bin ich skeptisch, ob ich schlafen kann, wenn die sechs gackernden Mädels sich nachts Spiegeleier braten oder ein Konsolen-Tanzspiel spielen. Ich schlafe tatsächlich wenig, aber genieße das späte Frühstück am Mittag mit den jungen Damen. So bekommen wir viel mit, ohne zu bohren. Je älter die Teens werden, umso öfter starten ihre Besuche mit Kochaktionen, zu denen wir eingeladen werden und beim Essen in gute Gespräche kommen. Einmal kommt nachts unsere Tochter zu uns und braucht Hilfe, weil der Liebeskummer der Freundin zu arg ist.

Weinflaschen im Rucksack

Das ist unser Gedanke bei dem eigenen Rückzugsort: Die Jugendlichen können sich erproben, wir sind aber greifbar und zeigen mit der investierten Nervenkraft unseren Rückhalt. Auch die ersten „Weinproben“ sind so in unserer Nähe, auch wenn unsere Teens denken, wir hören das Klirren der Flaschen im Rucksack nicht. Viel zu oft verlieren Eltern und Teens den Kontakt zueinander. Wir wollen den Kontakt halten und so Nähe in turbulenten Zeiten ermöglichen. Das zusätzliche Wohnzimmer kann das fördern.

Übrigens haben wir diesen Grundgedanken auch in unserem Gemeindehaus umgesetzt. Jeder Jugendliche, der wollte, bekam einen Schlüssel und war eingeladen, jederzeit (besonders nachts) dort Zeit zu verbringen. Das Vertrauen, dass die jungen Menschen sorgsam mit den Räumen sind, haben sie nie missbraucht. Nicht selten wurde dort abends gekocht oder gespielt. Bis sie auf das Matratzenlager in unserem Wohnzimmer Nr. 2 fielen und ich beruhigt „nicht-schlafen“ konnte.

Stefanie Diekmann ist Gemeindereferentin in Göttingen, verheiratet und Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/06/family_jugendzimmer-e1654675458761.jpg 1192 2120 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2022-06-08 12:17:292022-06-08 12:17:29Mit dem Wohnzimmer-Trick stärkt Mutter Stefanie den Kontakt zu ihren Teens

Kaum erwachsen, schon verschuldet? So helfen Sie Ihrem Kind aus der Schuldenfalle

Mit Anfang 20 klafft eine Lücke zwischen Konsumanspruch und finanzieller Realität. Laut dem Statistischen Bundesamt belaufen sich die durchschnittlichen Schulden 20-25 Jähriger auf 8.800 Euro. Wie Sie ihrem Kind helfen können, einen soliden Haushalt auf die Beine zu stellen.

„Unsere Tochter (22) wohnt in einer eigenen Wohnung und macht eine Ausbildung. Sie hat bisher immer gesagt, dass sie mit ihrem Geld auskommt. Jetzt hat sie aber zugegeben, dass ihr Konto 2.000 Euro im Minus ist. Mein Mann möchte, dass wir die Schulden begleichen und uns das Geld in Raten zurückzahlen lassen. Ich wäre dafür, dass wir das Nötigste für sie einkaufen, sie aber selbst sehen muss, wie sie aus den Schulden rauskommt. Was ist der bessere Weg?“

Die Begleitung der Kinder ist ein spannendes Thema, auch wenn sie bereits erwachsen sind. Als Eltern das Beste für sie zu wollen, ist bestimmt eine gute Idee – doch was ist das Beste? Unser Anliegen als Eltern ist es ja, dass die Kinder in der Lage sind, auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben selbstständig zu managen, oder?

Verschuldete Jugendliche bei der Problemlösung einbinden

Ihre Tochter ist mit 22 Jahren und einer eigenen Wohnung schon ein deutliches Stück auf dem Weg der Selbstständigkeit vorangekommen. Daher wäre meine erste Überlegung, sie ins Boot zu holen. Ist es überhaupt ratsam, dass Sie das Problem für Ihre Tochter lösen? Wie wäre es, wenn Sie mit Ihrer Tochter erst einmal klären, ob sie selbst schon eine Lösung gesucht hat? Interessant wäre zu fragen, was dabei hilfreich war und was nicht funktioniert hat.

In diesem Zusammenhang sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Tochter herausfinden, wie es zu der Kontoüberziehung gekommen ist. Es ist wichtig, die Ursache zu kennen und zu verhindern, dass man erneut in die Situation kommt, von einem Minus auf dem Konto überrascht zu werden. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob sich die Situation aus einem Einmaleffekt (z. B. Autoreparatur oder Anschaffungen) ergeben hat oder einfach die laufenden Kosten die Einnahmen übersteigen. Hier wäre es hilfreich, sich einen Überblick zu verschaffen. Alle vorkommenden Zahlungen eines Jahres sollen bekannt sein. Darüber hinaus gibt es außerordentliche Ausgaben, für die es vorzusorgen gilt. So können Überraschungen vermieden werden.

Finanzvorsorge: Rücklagen und Kredite bilden

Vorbeugen bedeutet auch, die Rücklagenbildung für Sonderausgaben zu berücksichtigen. Am besten so rechtzeitig, dass der Betrag bei Bedarf auch zur Verfügung steht. Die Alternative wäre ein Kredit. Kredite sind eine Herausforderung. Das Geld wird ausgegeben, bevor es verdient worden ist. Daher soll bei einem Kredit beachtet werden, dass die Laufzeit dem Zweck entspricht. Ein Kredit für Reparaturen oder Urlaub darf nur maximal so lange laufen, bis der nächste Urlaub oder die nächste Sonderausgabe ansteht. Und ein Kredit für Anschaffungen soll die Nutzungsdauer der Anschaffung nicht überdauern. Auch ein Kredit ist eine Art zu sparen. Ein Zurücksparen. Und egal, ob der Betrag aufs Sparkonto geht oder die Rate für den Kredit bezahlt werden muss, der Betrag muss am Ende in das monatliche Budget passen.

Noch einmal zurück zu Ihrer Tochter. Nachdem das Gespräch mit ihr stattgefunden hat, sollten auf der einen Seite die Sachfragen geklärt worden sein, aber auch, ob und in welcher Form eine elterliche Unterstützung für Ihre Tochter willkommen ist. Ihr die Entscheidung zu überlassen, bedeutet, ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Und eine Begegnung auf Augenhöhe hilft Ihrer Tochter, selbstständig zu werden. Trauen Sie ihr ruhig etwas zu! Fehler sind in Ordnung, solange man daraus lernt.

Carsten Gutknecht-Stöhr ist Bankfachwirt und Paarberater.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/06/jurica-koletic-CfUyeAZOWIw-unsplash-scaled-e1654074445831.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2022-06-01 11:10:192022-06-01 11:11:35Kaum erwachsen, schon verschuldet? So helfen Sie Ihrem Kind aus der Schuldenfalle

„Ich vermisse unseren Sohn“

„Unser Sohn ist ausgezogen. Nun drehen sich meine Gedanken den ganzen Tag darum, was er gerade macht, vor welchen Schwierigkeiten er stehen könnte und ob ich ihm helfen sollte. Ich weiß, dass ich loslassen muss, aber es fällt mir schwer. Wie kann ich es lernen?“

Unsere Kinder in die Selbstständigkeit zu entlassen, ist ein wichtiger und oft auch schmerzhafter Prozess. Er vollzieht sich in vielen kleinen Schritten, die schon früh beginnen: Das erste Mal allein im Kindergarten, das erste Mal allein zu Fuß zur Schule gehen, das erste Mal allein zum Zahnarzt – all das sind wichtige Meilensteine. Wenn eines der wichtigsten Erziehungsziele ist, dass aus den Kindern selbstständige, verantwortungsvolle Menschen werden, die ihren Platz in der Welt finden, ist jeder dieser Schritte ein Grund zur Freude. Es ist eine wichtige Aufgabe von uns Eltern, unsere Kinder darin zu fördern und diese Dinge nicht für sie zu erledigen.

Vermeiden Sie zu häufige Telefonate!

Wenn dann der große Schritt des Auszugs nach Ausbildung oder Abitur kommt, sind die jungen Erwachsenen hoffentlich gut darauf vorbereitet, auch die nächsten Schritte zu gehen: eine passende WG aussuchen, sich in einer neuen Stadt orientieren, dafür sorgen, dass man genug zu essen im Kühlschrank hat, Menschenkenntnis in den vielen neuen Begegnungen anwenden … Wer seine Kinder darauf in den ersten 20 Jahren vorbereitet hat, hat gute Grundlagen gelegt.

Für die meisten Kinder ist der Auszug ein großes Abenteuer und eine aufregende Zeit, die sie genießen und zelebrieren. Das sollten wir ihnen gönnen und uns über die Erfolge freuen. Widerstehen Sie auf jeden Fall der Versuchung, mehr als einmal in der Woche anzurufen oder unablässig Nachrichten zu schicken. Telefone funktionieren in beide Richtungen. Wenn es unlösbare Fragen gibt, wird Ihr Sohn sich schon melden.

Loslassen ist ein Trauerprozess

Und trotzdem bleibt die innere Unruhe und Trauer. Ja, es ist wirklich ein Trauerprozess, den wir als Eltern durchlaufen. Vom Nicht-wahr-haben-Wollen („Mein Sohn kommt ja noch ganz oft nach Hause, das Kinderzimmer lassen wir so, wie es ist“) über eine gewisse Wut („Anderes ist ihm jetzt viel wichtiger als ich, obwohl ich alles für ihn getan habe“) bis zum Einrichten in die neue Situation, die ja auch Angenehmes hat. Aber zunächst muss ich loslassen. Ich konnte meine Kinder viele Jahre umsorgen und mich für sie einsetzen, aber jetzt weiß ich nicht mehr, wo sie sich Tag für Tag genau aufhalten und wie es ihnen geht.

Die Beziehung zum Kind wird nicht mehr die gleiche sein wie vorher. Allein das anzunehmen, kostet Kraft und Zeit. Mir persönlich hat es geholfen, Sorgen und Ablösungsschmerzen bei Gott abzugeben. Ihm konnte ich sowohl die Sicherheit meiner Kinder als auch meinen eigenen Schmerz anvertrauen. Kontrolle, Klammern und ständiges Nachfragen sind dagegen keine Option. Wir werden als Eltern aber auch auf uns selbst geworfen, wenn die Kinder ausziehen: Eine neue Lebensphase beginnt, in der wir viel Freiheit haben. Wie will ich diese Lücke füllen? Was kommt jetzt für mich als Vater oder Mutter? Es dauert meistens eine ganze Weile, bis man darin etwas Positives entdecken kann.

Anke Kallauch ist Referentin für Kindergottesdienst im Bund Freier evangelischer Gemeinden und Mutter von drei erwachsenen Kindern. 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/01/sohn_vermissen.jpg 1764 1296 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2022-02-23 10:40:402022-01-19 18:00:09„Ich vermisse unseren Sohn“
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