Im trubeligen Familienalltag bleiben angespannte Situationen nicht aus. Das kann Eltern extrem belasten. Erziehungsexpertin Dorothea Beier erklärt, wie liebevolle Grenzen helfen und Orientierung geben.
Max ist fünf Jahre alt und geht in den Kindergarten. Er hat eine zwei Jahre jüngere Schwester und einen siebenjährigen Bruder. Die Mutter erzählt mir, dass sie sich keinen Rat mehr weiß. Max haut, tritt und schubst im Kindergarten andere Kinder, und auch zu Hause gibt es ständig Streit und Geschrei. Sie sei mit den Nerven am Ende.
„Annalena wird morgens einfach nicht fertig, sie trödelt so sehr, dass uns irgendwann der Geduldsfaden reißt“, berichtet ein Vater.
„Jeden Abend gibt es Theater, wenn Ben sich umziehen und seine Zähne putzen soll“, beklagt ein weiteres Elternpaar. „Wir wissen nicht, was wir machen sollen!“
Solche und ähnliche Berichte höre ich immer wieder. Wie kann man am besten reagieren?
Sicherheit und Orientierung
Eine Familie mit kleinen Kindern ohne Konflikte gibt es nicht. Kinder haben Bedürfnisse, die sie mit ihrem Verhalten ausdrücken. Und sie sind Lernende. Sie probieren sich aus, testen, wie weit sie gehen können. Kinder wollen und müssen Selbstwirksamkeit erleben. Dazu gehört, dass sie ihren Besitz verteidigen, dass sie auch mal „Nein“ rufen. Sie sagen damit, dass sie ein eigenständiger Mensch sind und dass sie einen eigenen Willen haben. Auch Geschwisterstreit ist normal. Er kann helfen, Grenzen auszutesten und Kompromisse zu lernen. Hierzu brauchen Kinder ihre Eltern und Erzieher.
Eines der wichtigen Bedürfnisse von Kindern sind angemessene Grenzen. Um sich gesund entwickeln zu können, brauchen sie Struktur, Sicherheit und Orientierung. Viele Eltern sind verunsichert, wie sie angemessene Grenzen setzen können. „Ich möchte meine Kinder nicht verletzen, sie sollen selbst entscheiden, was sie möchten“, sagt mir die Mutter von Max. „Ich habe eine sehr strenge Kindheit erlebt. Wer nicht parierte, bekam Schläge. Meine Kinder sollen es besser haben“, erklärt sie.
Liebevolle Grenzen setzen, aber wie?
Grenzen sind wie Wegweiser oder Leitplanken, mit denen Eltern ihren Kindern die Orientierung vermitteln, die sie brauchen. Ein Kind, das keine Grenzen kennt, fühlt sich unsicher, ausgeliefert und alleingelassen. Durch liebevolle Grenzen spürt ein Kind, dass Mama und Papa sich kümmern und Verantwortung übernehmen. Durch verlässliche und klare Grenzen entwickeln Kinder ein tiefes Vertrauen und fühlen sich sicher. Sie lernen auch, wie sie sich selbst angemessen begrenzen können und erlangen so eine gute Sozialkompetenz.
Liebevolle Grenzen zu setzen braucht Geduld. Nicht immer akzeptieren Kinder Grenzen sofort. Sie diskutieren, fangen an zu weinen und möchten ihre Wünsche durchsetzen. Dann hilft es, sich vor Augen zu führen, dass liebevolle Grenzen für die Hirnentwicklung nötig ist. Das Kind lernt dadurch: „Ich bin meinen Emotionen und Wünschen nicht ausgeliefert. Es gibt kluge Entscheidungen, die mir helfen, mein Leben gut zu gestalten. Ich kann Ziele erreichen, und mich selbst gesund abgrenzen.“ Das Kind bleibt nicht in einer Phase der Egozentrizität stecken. Liebevolle Grenzen zu setzen ist sinnvoll und wichtig, wenn mit zwei Jahren die Autonomiephase beginnt. In der Säuglingsphase ist Grenzsetzung noch verfrüht!
Für Kinder ist es beispielsweise eine Hilfe, wenn es feste Zeiten in der Familie gibt, wie Schlafenszeiten und Essenzeiten. Aber auch die Begrenzung der Bildschirmzeit, ein respektvoller Umgangston, Aufräumzeiten, der Umgang mit Süßigkeiten oder Tischregeln gehören zu dem, was Kinder durch angemessene Grenzsetzung und Vorbild der Eltern erlernen können. Über manche Grenzen und Regeln kann man im Familienrat auch verhandeln. Sie können sich je nach Alter des Kindes verändern. Es gibt aber auch feste Grenzen, zum Beispiel dass ein Kind kein anderes Kind schlagen darf, egal wie wütend es ist. Grenzen, die das Zusammenleben sowie Leib und Seele schützen, sind unverzichtbar für ein harmonisches Miteinander.
Wir machen es gemeinsam
Mit Kindern im Grundschulalter bietet es sich an, gemeinsam Regeln zu entwickeln. Während es bei kleineren Kindern noch gut ist, Regeln kurz, souverän und einfach zu formulieren, nach dem Motto: „So läuft es bei uns“, haben Grundschulkinder das Bedürfnis, mitentscheiden zu dürfen. Es hat sich in vielen Familien bewährt, Familienkonferenzen einzuführen, um verschiedene Themen zu besprechen: „Wie können wir es schaffen, dass die Hausaufgaben gemacht werden, ohne dass wir uns ständig streiten? – Wer räumt an welchen Tagen den Geschirrspüler aus, ohne immer neu daran erinnert zu werden? – Wer hilft, das Abendbrot mit vorzubereiten?“
Solche und ähnliche Fragen beziehen Kinder ein und geben ihnen ein Mitspracherecht. Bei jüngeren Kindern kann es bei dem leidigen Zähne-Putz-Thema helfen, das Kind zu fragen: „Möchtest du zuerst die unteren und dann die oberen Zähne putzen? Soll ich dir helfen, oder schaffst du es schon allein?“ Die Regel, dass man ohne Zähneputzen nicht ins Bett geht, bleibt bestehen. Wenn wir mit Kindern altersgerecht und auf Augenhöhe kommunizieren, vermeiden wir viele Machtkämpfe. Auch Humor kann helfen, eine spannungsreiche Situation wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Statt lange mit dem Kind zu diskutieren, wirkt es oft Wunder, wenn man einen Scherz oder einfach mal Quatsch mit dem Kind macht. Auch ein Rollentausch oder ein Machtumkehrspiel kann Wunder wirken.
Teenager und ältere Kinder, die merken, dass ihre Meinung gehört wird, sind eher bereit, eine gemeinsame Lösung zu akzeptieren. Sätze wie: „Um 21 Uhr ist dein Handy aus“, klingen wie ein Befehl. Die Frage, „Wieviel Bildschirmzeit hältst du selbst für realistisch, damit noch genug Zeit für Freunde, Freizeit, Schule und Schlaf bleibt?“, drückt hingegen Wertschätzung und Respekt aus.
Eine Frage der Macht
Kommt es dennoch zu einem Machtkampf, müssen wir wissen, wie er entsteht. Unsere Kinder haben Bedürfnisse. Grenzsetzung von uns erleben sie oft als Bedrohung. Hier ist es wichtig, dem Kind dies liebevoll zu spiegeln. „Du möchtest noch gern weiterspielen. Das verstehe ich. Trotzdem ist es jetzt Zeit, ins Bett zu gehen.“ Hilfreich ist es, wenn wir uns mit dem Kind verbinden. Was läuft in ihm gerade ab? Welches Gefühl hat mein Kind? Kinder dürfen ihre Gefühle zeigen, aber gleichzeitig lernen, dass es auch Grenzen gibt. „Ich sehe, dass du ärgerlich bist, aber trotzdem ist jetzt die Zeit mit dem Smartphone vorbei.“
Klare Aussagen helfen unseren Kindern, ihre Gefühle wahrzunehmen. Drohungen hingegen zerstören die Beziehung und bewirken Einschüchterung. Das Kind gehorcht aus Angst und kann seine wahren Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen. Auch oppositionelles Verhalten kann auf diese Weise entstehen. Gefühle wollen gesehen und verstanden werden! Hierbei brauchen Kinder noch Unterstützung und Eltern oftmals Anleitung. Es lohnt sich, Hilfe in Form von Elterncoaching in Anspruch zu nehmen!
Wichtig ist aber auch zu wissen: Alle Eltern machen Fehler! Es gibt keine perfekten Eltern! Wir dürfen immer wieder aufstehen, unsere Verantwortung übernehmen und uns neu für den Weg der Liebe entscheiden. Und auch das hilft Kindern!
Um liebevolle Grenzen setzen zu können, müssen Eltern sich selbst daran erinnern, dass sie ihre Kinder wertschätzen und ihnen Respekt entgegenbringen. Kinder, die ihre Eltern als „Machthaber“ erleben, verbinden mit Grenzen Ablehnung, Strafe, Frust und Zwang.
Kinder, die beispielsweise mitentscheiden dürfen, wann sie ihre Hausaufgaben machen, fühlen sich respektiert. Sie erleben: „Meine Stimme wird gehört, meine Meinung ist wichtig.“
Kinder, die Eltern als Vorbilder erleben, die sich in einer liebevollen, wertschätzenden Beziehung zu ihnen sicher gebunden fühlen, spüren, dass die Eltern es gut mit ihnen meinen.
Papa und Mama zählen auch
Um Kindern Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen, kann man einüben, dem Kind kein spontanes „Nein“ zu sagen, sondern erst einmal: „Ja, ich sehe, du wünschst dir … Das verstehe ich gut! Wir hatten aber vereinbart …“ Wenn wir das als Eltern einüben und praktizieren, helfen wir dem Kind ein „Ja-Gehirn“ zu entwickeln, was hilft, positiv, entspannt und offenherzig in die Welt gehen zu können.
Für Eltern ist es wichtig einzuüben, empathisch mit sich selbst umzugehen, für nötige Ruhe- und Entspannungspausen zu sorgen. Im hektischen und stressigen Familienalltag ist es oft nicht leicht, gelassen seinem Kind liebevoll Grenzen zu setzen. Manchmal ist man müde und überfordert und reagiert übermäßig harsch. Manche Eltern ertappen sich dabei, dass sie so reagieren, wie sie es selbst als Kind erlebt haben. Alte Muster werden in Stresssituationen wieder reaktiviert. Das zu wissen, kann helfen und Mut machen, für sich zu sorgen. Kinder können es verstehen, wenn wir ihnen unsere Gefühle mitteilen. „Ich bin müde und brauche mal eine Pause, danach spiele ich noch mit dir“, kann man einem Kind mitteilen. Kinder, die erleben dürfen, dass Mama und Papa ihre eigenen Grenzen kommunizieren und gleichzeitig ihren Kindern einen verlässlichen Rahmen geben, reifen zu erwachsenen Menschen heran, die in der Lage sind, Liebe und Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können.
Dorothea Beier ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Selbstbehauptungs- und Resilienztrainerin, Spiel- und Bewegungstrainerin sowie Erziehungsberaterin mit eigener Praxis in Uelzen.
Liebevolle Grenzen setzen – Das sollten Eltern beachten
Im trubeligen Familienalltag bleiben angespannte Situationen nicht aus. Das kann Eltern extrem belasten. Erziehungsexpertin Dorothea Beier erklärt, wie liebevolle Grenzen helfen und Orientierung geben.
Max ist fünf Jahre alt und geht in den Kindergarten. Er hat eine zwei Jahre jüngere Schwester und einen siebenjährigen Bruder. Die Mutter erzählt mir, dass sie sich keinen Rat mehr weiß. Max haut, tritt und schubst im Kindergarten andere Kinder, und auch zu Hause gibt es ständig Streit und Geschrei. Sie sei mit den Nerven am Ende.
„Annalena wird morgens einfach nicht fertig, sie trödelt so sehr, dass uns irgendwann der Geduldsfaden reißt“, berichtet ein Vater.
„Jeden Abend gibt es Theater, wenn Ben sich umziehen und seine Zähne putzen soll“, beklagt ein weiteres Elternpaar. „Wir wissen nicht, was wir machen sollen!“
Solche und ähnliche Berichte höre ich immer wieder. Wie kann man am besten reagieren?
Sicherheit und Orientierung
Eine Familie mit kleinen Kindern ohne Konflikte gibt es nicht. Kinder haben Bedürfnisse, die sie mit ihrem Verhalten ausdrücken. Und sie sind Lernende. Sie probieren sich aus, testen, wie weit sie gehen können. Kinder wollen und müssen Selbstwirksamkeit erleben. Dazu gehört, dass sie ihren Besitz verteidigen, dass sie auch mal „Nein“ rufen. Sie sagen damit, dass sie ein eigenständiger Mensch sind und dass sie einen eigenen Willen haben. Auch Geschwisterstreit ist normal. Er kann helfen, Grenzen auszutesten und Kompromisse zu lernen. Hierzu brauchen Kinder ihre Eltern und Erzieher.
Eines der wichtigen Bedürfnisse von Kindern sind angemessene Grenzen. Um sich gesund entwickeln zu können, brauchen sie Struktur, Sicherheit und Orientierung. Viele Eltern sind verunsichert, wie sie angemessene Grenzen setzen können. „Ich möchte meine Kinder nicht verletzen, sie sollen selbst entscheiden, was sie möchten“, sagt mir die Mutter von Max. „Ich habe eine sehr strenge Kindheit erlebt. Wer nicht parierte, bekam Schläge. Meine Kinder sollen es besser haben“, erklärt sie.
Liebevolle Grenzen setzen, aber wie?
Grenzen sind wie Wegweiser oder Leitplanken, mit denen Eltern ihren Kindern die Orientierung vermitteln, die sie brauchen. Ein Kind, das keine Grenzen kennt, fühlt sich unsicher, ausgeliefert und alleingelassen. Durch liebevolle Grenzen spürt ein Kind, dass Mama und Papa sich kümmern und Verantwortung übernehmen. Durch verlässliche und klare Grenzen entwickeln Kinder ein tiefes Vertrauen und fühlen sich sicher. Sie lernen auch, wie sie sich selbst angemessen begrenzen können und erlangen so eine gute Sozialkompetenz.
Liebevolle Grenzen zu setzen braucht Geduld. Nicht immer akzeptieren Kinder Grenzen sofort. Sie diskutieren, fangen an zu weinen und möchten ihre Wünsche durchsetzen. Dann hilft es, sich vor Augen zu führen, dass liebevolle Grenzen für die Hirnentwicklung nötig ist. Das Kind lernt dadurch: „Ich bin meinen Emotionen und Wünschen nicht ausgeliefert. Es gibt kluge Entscheidungen, die mir helfen, mein Leben gut zu gestalten. Ich kann Ziele erreichen, und mich selbst gesund abgrenzen.“ Das Kind bleibt nicht in einer Phase der Egozentrizität stecken. Liebevolle Grenzen zu setzen ist sinnvoll und wichtig, wenn mit zwei Jahren die Autonomiephase beginnt. In der Säuglingsphase ist Grenzsetzung noch verfrüht!
Für Kinder ist es beispielsweise eine Hilfe, wenn es feste Zeiten in der Familie gibt, wie Schlafenszeiten und Essenzeiten. Aber auch die Begrenzung der Bildschirmzeit, ein respektvoller Umgangston, Aufräumzeiten, der Umgang mit Süßigkeiten oder Tischregeln gehören zu dem, was Kinder durch angemessene Grenzsetzung und Vorbild der Eltern erlernen können. Über manche Grenzen und Regeln kann man im Familienrat auch verhandeln. Sie können sich je nach Alter des Kindes verändern. Es gibt aber auch feste Grenzen, zum Beispiel dass ein Kind kein anderes Kind schlagen darf, egal wie wütend es ist. Grenzen, die das Zusammenleben sowie Leib und Seele schützen, sind unverzichtbar für ein harmonisches Miteinander.
Wir machen es gemeinsam
Mit Kindern im Grundschulalter bietet es sich an, gemeinsam Regeln zu entwickeln. Während es bei kleineren Kindern noch gut ist, Regeln kurz, souverän und einfach zu formulieren, nach dem Motto: „So läuft es bei uns“, haben Grundschulkinder das Bedürfnis, mitentscheiden zu dürfen. Es hat sich in vielen Familien bewährt, Familienkonferenzen einzuführen, um verschiedene Themen zu besprechen: „Wie können wir es schaffen, dass die Hausaufgaben gemacht werden, ohne dass wir uns ständig streiten? – Wer räumt an welchen Tagen den Geschirrspüler aus, ohne immer neu daran erinnert zu werden? – Wer hilft, das Abendbrot mit vorzubereiten?“
Solche und ähnliche Fragen beziehen Kinder ein und geben ihnen ein Mitspracherecht. Bei jüngeren Kindern kann es bei dem leidigen Zähne-Putz-Thema helfen, das Kind zu fragen: „Möchtest du zuerst die unteren und dann die oberen Zähne putzen? Soll ich dir helfen, oder schaffst du es schon allein?“ Die Regel, dass man ohne Zähneputzen nicht ins Bett geht, bleibt bestehen. Wenn wir mit Kindern altersgerecht und auf Augenhöhe kommunizieren, vermeiden wir viele Machtkämpfe. Auch Humor kann helfen, eine spannungsreiche Situation wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Statt lange mit dem Kind zu diskutieren, wirkt es oft Wunder, wenn man einen Scherz oder einfach mal Quatsch mit dem Kind macht. Auch ein Rollentausch oder ein Machtumkehrspiel kann Wunder wirken.
Teenager und ältere Kinder, die merken, dass ihre Meinung gehört wird, sind eher bereit, eine gemeinsame Lösung zu akzeptieren. Sätze wie: „Um 21 Uhr ist dein Handy aus“, klingen wie ein Befehl. Die Frage, „Wieviel Bildschirmzeit hältst du selbst für realistisch, damit noch genug Zeit für Freunde, Freizeit, Schule und Schlaf bleibt?“, drückt hingegen Wertschätzung und Respekt aus.
Eine Frage der Macht
Kommt es dennoch zu einem Machtkampf, müssen wir wissen, wie er entsteht. Unsere Kinder haben Bedürfnisse. Grenzsetzung von uns erleben sie oft als Bedrohung. Hier ist es wichtig, dem Kind dies liebevoll zu spiegeln. „Du möchtest noch gern weiterspielen. Das verstehe ich. Trotzdem ist es jetzt Zeit, ins Bett zu gehen.“ Hilfreich ist es, wenn wir uns mit dem Kind verbinden. Was läuft in ihm gerade ab? Welches Gefühl hat mein Kind? Kinder dürfen ihre Gefühle zeigen, aber gleichzeitig lernen, dass es auch Grenzen gibt. „Ich sehe, dass du ärgerlich bist, aber trotzdem ist jetzt die Zeit mit dem Smartphone vorbei.“
Klare Aussagen helfen unseren Kindern, ihre Gefühle wahrzunehmen. Drohungen hingegen zerstören die Beziehung und bewirken Einschüchterung. Das Kind gehorcht aus Angst und kann seine wahren Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen. Auch oppositionelles Verhalten kann auf diese Weise entstehen. Gefühle wollen gesehen und verstanden werden! Hierbei brauchen Kinder noch Unterstützung und Eltern oftmals Anleitung. Es lohnt sich, Hilfe in Form von Elterncoaching in Anspruch zu nehmen!
Wichtig ist aber auch zu wissen: Alle Eltern machen Fehler! Es gibt keine perfekten Eltern! Wir dürfen immer wieder aufstehen, unsere Verantwortung übernehmen und uns neu für den Weg der Liebe entscheiden. Und auch das hilft Kindern!
Um liebevolle Grenzen setzen zu können, müssen Eltern sich selbst daran erinnern, dass sie ihre Kinder wertschätzen und ihnen Respekt entgegenbringen. Kinder, die ihre Eltern als „Machthaber“ erleben, verbinden mit Grenzen Ablehnung, Strafe, Frust und Zwang.
Kinder, die beispielsweise mitentscheiden dürfen, wann sie ihre Hausaufgaben machen, fühlen sich respektiert. Sie erleben: „Meine Stimme wird gehört, meine Meinung ist wichtig.“
Kinder, die Eltern als Vorbilder erleben, die sich in einer liebevollen, wertschätzenden Beziehung zu ihnen sicher gebunden fühlen, spüren, dass die Eltern es gut mit ihnen meinen.
Papa und Mama zählen auch
Um Kindern Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen, kann man einüben, dem Kind kein spontanes „Nein“ zu sagen, sondern erst einmal: „Ja, ich sehe, du wünschst dir … Das verstehe ich gut! Wir hatten aber vereinbart …“ Wenn wir das als Eltern einüben und praktizieren, helfen wir dem Kind ein „Ja-Gehirn“ zu entwickeln, was hilft, positiv, entspannt und offenherzig in die Welt gehen zu können.
Für Eltern ist es wichtig einzuüben, empathisch mit sich selbst umzugehen, für nötige Ruhe- und Entspannungspausen zu sorgen. Im hektischen und stressigen Familienalltag ist es oft nicht leicht, gelassen seinem Kind liebevoll Grenzen zu setzen. Manchmal ist man müde und überfordert und reagiert übermäßig harsch. Manche Eltern ertappen sich dabei, dass sie so reagieren, wie sie es selbst als Kind erlebt haben. Alte Muster werden in Stresssituationen wieder reaktiviert. Das zu wissen, kann helfen und Mut machen, für sich zu sorgen. Kinder können es verstehen, wenn wir ihnen unsere Gefühle mitteilen. „Ich bin müde und brauche mal eine Pause, danach spiele ich noch mit dir“, kann man einem Kind mitteilen. Kinder, die erleben dürfen, dass Mama und Papa ihre eigenen Grenzen kommunizieren und gleichzeitig ihren Kindern einen verlässlichen Rahmen geben, reifen zu erwachsenen Menschen heran, die in der Lage sind, Liebe und Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können.
Dorothea Beier ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Selbstbehauptungs- und Resilienztrainerin, Spiel- und Bewegungstrainerin sowie Erziehungsberaterin mit eigener Praxis in Uelzen.
Weiterführende Schule – So klappt der Übergang
Elternfrage: „Unsere älteste Tochter (10) wechselt dieses Jahr von der Grund- auf die weiterführende Schule. Worauf müssen wir achten und wie können wir den Übergang gut begleiten?“
Es ist immer das Gleiche: Noch im Winter kann ich mir nicht vorstellen, dass ich als langjähriger Klassenlehrer meiner vierten Klasse überhaupt jemals wieder ohne diese schnuckeligen und süßen Kinder Freude am Schulalltag empfinden werde. Doch irgendwann nach den Osterferien stellt sich bei vielen Viertklässlern immer mehr eine Erkenntnis ein, die dieses Gefühl verändert. Sie begreifen, dass die Würfel gefallen sind. Die Anmeldung an den weiterführenden Schulen ist vollzogen. Ein wichtiger Meilenstein in ihrer Entwicklung ist gesetzt und erreicht.
Sie beginnen, sich sehr vehement vom Grundschuldasein und auch von ihrem einst so bewunderten Klassenlehrer zu lösen. Einige von ihnen werden nachlässig und respektlos. Ich als Lehrer plane emotionale Abschiedsmomente. Bei den Kindern jedoch nehme ich wahr, dass die Grundschule ihnen bereits zu eng ist. Sie wollen weiterziehen. Wie aber kann der Start in die fünfte Klasse vorbereitet werden? Ich teile aus schulischer Sicht zwei Anregungen:
Die letzte „Übungszeit“ nutzen
In den letzten Wochen und Monaten vor dem Schulwechsel ist es wichtig, die Übungsmomente, die in der Grundschulzeit noch verbleiben, bis zuletzt zu nutzen. Sind die Hausaufgaben gemacht? Müssen noch Klassenarbeiten daheim vorbereitet werden? Sind die Mappen in Ordnung? Auch Eltern, die nun, am Ende der Grundschulzeit, von der Entwicklung ihrer Kinder enttäuscht sind, sollten am Ball bleiben.
Die Bedeutung der einzelnen Schulfächer verschiebt sich in den weiterführenden Schulen. Da, wo in den ersten vier Jahren noch Mathematik und Deutsch die entscheidenden Hauptfächer waren, sind es ab der fünften Klasse bald auch Englisch, Biologie, Erdkunde und Geschichte. Ein wichtiger Schlüssel für den schulischen Erfolg liegt darin, dass Texte verstanden werden und schriftlich darauf eingegangen werden kann. In Bezug auf Englisch hilft es, schon in der Grundschulzeit Methoden und Rituale für das häusliche Vokabeltraining einzuüben. Hier wird eiserne Disziplin nötig sein. Überhaupt gilt in den ersten Wochen im fünften Schuljahr: Starke Lerner müssen das Lernen neu lernen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Schwache Lerner sollten bei den ersten Klassenarbeiten Erfolge feiern können. Hier werden die Eltern noch einmal gebraucht.
Den Handykonsum vorbereiten
Noch ein anderer Aspekt, der den Übergang von der Grund- auf eine weiterführende Schule betrifft, liegt mir am Herzen: Wenn die Kleinen ab dem fünften Schuljahr ein Handy bekommen und Beziehungen zu ihren neuen Mitschülern aufbauen, bekommen sie intensiven Kontakt zu einer Parallelwelt im Internet. Sie werden geistlose Spiele spielen, die Grenzen des Erlaubten suchen und zahllose Kurzfilme anschauen.
Damit Ihre Kinder in dieser Parallelwelt nicht versinken und Schaden nehmen, müssen Eltern und Großeltern begreifen, dass insbesondere die „sozialen Medien“ gefährlich für die Entwicklung und die schulischen Erfolge von Kindern und Jugendlichen sind. Hier wird mit mühsamer Bestimmtheit das Durchsetzen von klaren Regeln notwendig sein. Außerdem sollte das Leben in der „echten Welt“ der Kinder gepflegt und mit positiven Erlebnissen verknüpft werden. Es hilft sicherlich sehr, wenn Hobbys, Klavierunterricht, Fußballtraining, Ballett oder Reitunterricht auch durch Phasen von Unlust und Ermüdung hindurch beibehalten werden. Solche Aktivitäten spenden Rhythmus und Stabilität, Gemeinschaft und Erfolge.
Johannes Köster ist Leiter der Primarstufe an der Freien Christlichen Schule Ostfriesland.
Warum der Liebestank über Ihr Beziehungsglück entscheidet
Fehlt die Wertschätzung, kann das die Partnerschaft ziemlich abkühlen. Der Liebestank ist leer. Therapeut Jörg Berger erklärt, wie die Beziehung zu Wärme und Wohlwollen zurückfindet.
Ursprünglich war der Liebestank ein Topf. Die amerikanische Familientherapeutin Virginia Satir hat diesen nützlichen Gegenstand in den Sechzigerjahren eingeführt. Wird der emotionale Topf gefüllt, fühlen sich Menschen wertvoll und geliebt. Viele Probleme lassen sich durch einen leeren Topf erklären. Virginia Satirs Topf ist seither vielfach aufgegriffen worden. Im Deutschen hat er sich als Tank eingebürgert. Sind wir nicht alle Ingenieure? Nicht was satt macht, wird betont, sondern was den Motor am Laufen hält. Auch gut. Mit diesem nützlichen Gegenstand möchte ich Sie nun vertraut machen.
Treibstoff Wertschätzung
„Sie sind beide tolle Persönlichkeiten“, sage ich zu dem Paar, das von mir sitzt. „Würde das irgendjemand aus Ihrem Freundeskreis bezweifeln? Sie sind beide großzügig und haben das Wohl anderer im Blick. Trotzdem habe ich gerade den Eindruck, dass Sie sich in den Augen des anderen nicht wertvoll fühlen. Als würde jeder um seinen Wert in der Beziehung kämpfen. Im Kampf verletzt dann einer den Selbstwert des anderen.“
Wenn diese Diagnose stimmt, dann zeichnet sich auch die Therapie ab. Es geht darum, wieder Wertschätzung auszudrücken, und zwar so, dass sie beim anderen ankommt. Nötigenfalls vermittle ich Techniken, mit denen man sogar dann am eigenen Wert festhalten kann, wenn der andere sich einmal nicht wertschätzend verhält. So füllt sich der emotionale Tank. Die Liebe wird wieder spürbar. Plötzlich kann ein Paar wieder mit den kleinen Kränkungen umgehen, die sich in unserem Liebesalltag nicht ganz vermeiden lassen. Damit sind nicht alle Probleme gelöst. Doch mit einem vollen Tank sucht man zuversichtlich nach Lösungen. Man handelt Kompromisse aus, auch wenn sie beide etwas kosten.
Das Gefühl, in Ordnung zu sein
Nicht nur Wertschätzung ist wichtig. In der Liebe braucht jeder auch ein gutes Gewissen und das Gefühl, es gut genug zu machen. Auch das Gefühl, für den anderen in Ordnung zu sein, kann einem Paar ausgehen. Dann füllen entlastende Worte den Liebestank: „Danke, du hast dir so viel Mühe gemacht!“ – „Du machst schon mehr als genug, schau, dass du dir auch Zeit für dich nimmst.“ – „Es ist chaotisch gerade, aber ich bin so glücklich mit dir!“. Sollte Ihr Partner sein Ohr verschließen, wenn Sie Wünsche haben, dann denken Sie vielleicht an unseren nützlichen Gegenstand: Füllen Sie den emotionalen Tank Ihres Partners, indem Sie Ihrem Partner erstmal das Gefühl geben, in Ordnung zu sein. Füllen Sie nicht nur ein paar Tröpfchen ein. Volltanken, bitte! Wer weiß, was geschieht, wenn Sie dann über Ihre Wünsche sprechen.
Vielleicht ist es Ihnen in dem Beispiel aus meiner Praxis aufgefallen: Wenn es einem Paar noch nicht gelingt, einander den emotionalen Tank zu füllen, dann versuche ich, das überbrückend zu tun. Ich flute den emotionalen Tank mit dem, was fehlt, wenn es ein Paar zulässt. Manchmal sind es Freunde, die das leisten. Der Zuspruch sollte allerdings den Tank beider im Blick haben. „Du bist so toll, deine Frau hat dich nicht verdient.“ – „Du bist fleißig, dein Mann ist eine faule Socke.“ Den Tank des einen zu füllen, indem man den des anderen leert, würde natürlich nicht helfen.
Der Liebestank
Mit der Wertschätzung habe ich begonnen, weil Virginia Satir sie betont hat. Meiner Beobachtung nach fehlt häufiger etwas anderes im Tank: Liebe. Nicht eine Liebe in der Art: „Ich habe dir doch schon letztes Jahr gesagt, dass ich dich liebe.“ Vielmehr eine Liebe, die täglich fließt in zärtlichen Gesten, Worten der Zuneigung und Wertschätzung, Momenten voller Aufmerksamkeit, Zeichen der Unterstützung und in kleinen Geschenken. Nicht nur Frauen, auch Männer haben manchmal das Gefühl, auf Reserve zu fahren, was Liebe angeht. Im Gespräch muss ich dann den liebesvergessenen Partner überzeugen und fühle mich dabei beinahe wie ein Versicherungsvertreter: „Sie bekommen es so billig: Eine Umarmung zwischendurch oder ein ehrliches Kompliment kosten nur Sekunden. Sie heben so Ihre Ehe auf ein ganz anderes Level und haben wieder eine entspannte, großzügige Partnerin.“
„Ich weiß gar nicht mehr wie … Es fühlt sich so unnatürlich an“, zögert der liebesvergessene Partner manchmal. Dann greife ich zum Äußersten und liebkose den vernachlässigten Partner oder die Partnerin mit aufrichtigen Komplimenten: für das Outfit, für ein gewinnendes Lächeln, für die angenehme Art, sich ins Gespräch einzubringen, für das tolle Muttersein oder Vatersein, das durch den Bericht eines Paares durchscheint … Der so angesprochene Partner wird ganz verlegen, wenn die Zuneigung von mir kommt statt vom Ehepartner. Deshalb wende ich mich auch an diesen: „So ungefähr. Ich stelle es mir gar nicht schwer vor, Ihrer Frau/Ihrem Mann täglich Liebe zu zeigen. Es gibt so viel Liebenswertes.“ Es ist unglaublich, wie sich die Atmosphäre ändert, wenn das Paar beim nächsten Mal mit einem gefüllten Liebestank kommt.
Eine Frage der Motivation
Glauben Sie nicht, dass ich es in meiner eigenen Ehe besser mache als die Paare, die zu mir kommen. In meiner Praxis bin ich oft aufmerksamer als zu Hause. Experimente von William Ickes (2003) haben außerdem gezeigt, dass Männer besser kommunizieren, wenn sie dafür bezahlt werden. Sie ziehen dann sogar in der Einfühlungsleistung mit Frauen gleich. Kleine Geldbeträge, die den Ehrgeiz wecken, reichen dazu bereits. Doch eigentlich sollte es bessere Gründe geben, seiner Partnerin den emotionalen Tank zu füllen. Daran muss ich mich erinnern: Aus einem vollen Liebestank speist sich das Gefühl, wirklich geliebt zu werden, wertvoll zu sein und dem anderen auch im stressigen Alltag zu genügen. Am vollen oder leeren Tank liegt es, ob wir Wünsche als Forderungen hören oder eine berechtigte Kritik als Vorwurf. Machen Sie gern mit mir Gebrauch von diesem nützlichen Gegenstand: Lassen Sie den emotionalen Tank Ihres Partners überfließen. Es kostet nicht viel, hat aber überwältigende Auswirkungen.
Jörg Berger ist Psychotherapeut mit einer eigenen Praxis in Heidelberg.
Unterschiedliche Bedürfnisse? So klappt es in der Partnerschaft
Ruhe oder Action, Gespräche oder Spaziergänge? Wie Paare unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut bringen, erklären die Paar-Coaches Kim und Kristian Reschke.
Kennt ihr das Gefühl: Die Liebe ist da, der Alltag läuft – und trotzdem prägt eine innere Spannung das Miteinander? So ein Zustand kann uns jahrelang unterschwellig begleiten, bis er schließlich in eine Krise mündet. Häufig liegt der Grund darin, dass Bedürfnisse übersehen oder missverstanden werden. Sie bilden das unsichtbare Fundament unserer Partnerschaft. Werden sie ignoriert, entstehen Frust und Distanz. Werden sie ernst genommen, wird unsere Beziehung zum sicheren Ort. Vertrauen, Nähe und Hingabe wachsen.
Bedürfnisse wahrnehmen
Um Bedürfnisse besser zu verstehen, lohnt es sich, zwei Ebenen zu unterscheiden: Grundbedürfnisse und persönliche Bedürfnisse. Grundbedürfnisse gelten für alle Menschen gleich – etwa Sicherheit, Gesundheit, Schlaf, Nahrung oder Zugehörigkeit. Persönliche Bedürfnisse hingegen sind individueller: Der eine tankt Kraft durch Ruhe und Abgeschiedenheit, die andere blüht im Gespräch und im sozialen Miteinander auf. Einer braucht mehr körperliche Nähe, die andere sehnt sich nach kreativen Freiräumen, Spontaneität oder Abenteuer.
Erkennen wir diese Unterschiede, verstehen wir besser, warum Fehlannahmen und Beziehungsengpässe entstehen – und wie sie gelöst werden können.
Bei uns ist es so: Für Kim ist beispielsweise ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Flexibilität wichtig. Kristian hingegen bevorzugt klare Absprachen, ein enges Miteinander und Teamdenken. In den ersten Jahren führte das zu Spannungen und Unverständnis. Inzwischen haben wir gelernt, aufeinander einzugehen. Die Unterschiedlichkeit bedroht uns nicht mehr. Dennoch bleiben humorvolle Augenblicke, wenn unsere Vorstellungen von derselben Situation teils Welten auseinanderliegen.
Schritt 1: Wahrnehmen, was in mir vorgeht
Sind wir durch Sozialisation oder Umstände stark darauf trainiert, die Erwartungen anderer zu erfüllen, fällt es schwer, eigene Bedürfnisse zu spüren. Dieses Gespür können wir in schwierigen Beziehungszeiten regelrecht verlernen. Doch erst wenn wir wissen, was wir wirklich brauchen, können wir es auch mitteilen.
Wir erleben das unterschiedlich: Kristian ist meist klar darin, was er braucht. Kim dagegen tut sich manchmal schwer, sich selbst wahrzunehmen – geschweige denn ihre Wünsche zu formulieren. Für sie ist das eine ständige Lernkurve.
Eine Selbstklärung beginnt mit den ehrlichen Fragen: Was tut mir gerade gut – und was fehlt mir? Wer sich diese Fragen regelmäßig stellt, entdeckt Muster. Sind wir uns unsicher, kann es helfen, über ein bis zwei Wochen eine Liste zu führen und die Ergebnisse mit dem Partner zu teilen. Anfangs fällt uns vielleicht wenig ein, nach einigen Tagen aber immer mehr. Diese Übung braucht Mut – und die Ermutigung des Partners.
Schritt 2: Zuhören, was der andere braucht
Nachdem wir unsere eigenen Bedürfnisse wahrgenommen haben, geht es darum, die des Partners zu hören. Diese werden oft nicht direkt ausgesprochen, sondern zwischen den Zeilen – in Stimmung, Körpersprache oder kleinen Signalen.
Wer aufmerksam zuhört, lernt, den Partner liebevoll wie ein Buch zu lesen. Wichtig ist, dies ohne Wertung oder vorschnelle Ratschläge zu tun. Nur so entsteht beim Gegenüber das wohltuende Gefühl: Ich werde wirklich gesehen.
Allerdings dürfen wir vom Partner keine Hellseherei erwarten. Verantwortung tragen beide: sich verständlich zu machen – und den anderen wahrzunehmen. Denn unsere Fähigkeit, Bedürfnisse zu lesen, ist unterschiedlich ausgeprägt. Kim ist bei ihren eigenen Bedürfnissen eher zurückhaltend, dafür spürt sie die der anderen extrem fein. Bei Kristian ist es umgekehrt. Beides hat Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, sich der eigenen Tendenz bewusst zu sein – und der des Partners.
Schritt 3: Respektvoll verhandeln, ohne zu verlieren
Nicht alle Bedürfnisse lassen sich sofort erfüllen. Und nicht alle müssen erfüllt werden. Manche stehen sogar im Widerspruch. Dann ist Aushandeln gefragt – respektvoll und auf Augenhöhe. Ein Nein kann genauso liebevoll sein wie ein Ja, wenn es klar ausgesprochen wird.
Für uns ist dabei wichtig: Wir sind Partner, aber keine Bedürfnis-Erfüllmaschinen. Ziel ist nicht, dass einer gewinnt und der andere verliert. Ziel ist, dass beide sich gesehen fühlen. Respektvolles Verhandeln stärkt Beziehung und Vertrauen: Wir können unterschiedliche Wünsche haben – und trotzdem den gleichen Weg gehen.
Unterschiedliche Lautstärken
Bedürfnisse werden mit unterschiedlicher Lautstärke kommuniziert. Manche Menschen äußern sie klar und direkt, andere eher leise. Häufig zeigt sich hier ein Unterschied zwischen Männern und Frauen – nicht, weil Frauen weniger Bedürfnisse hätten, sondern weil sie durch Sozialisation und gesellschaftliche Erwartungen so geprägt sind, die eigenen Wünsche um des Familienfriedens willen zurückzustellen.
Das bedeutet: In vielen Partnerschaften gibt es eine leise und eine lautere Stimme. Wenn der leisere Partner nicht aktiv ermutigt wird, die eigenen Bedürfnisse auszusprechen, besteht die Gefahr, dass sie übergangen werden. Ein bewusster Umgang mit dieser Dynamik ist entscheidend, damit keiner untergeht.
Bedürfnisdominanz
Gerade wenn wir die Kommunikationslautstärke unseres Partners nicht beachten, können sich die Bedürfnisse des einen so stark in den Vordergrund drängen, dass der andere kaum noch Raum hat. Das kann schleichend geschehen oder durch Veränderungen im Familiensystem – etwa durch Krankheit, Geburt oder einen Jobwechsel.
Verfestigt sich eine Bedürfnisdominanz, kippt das Gleichgewicht. Schlimmstenfalls mutieren wir zu Vater oder Mutter unseres Partners – und dies bringt Probleme mit sich, die wirklich niemand braucht!
Ein erster Schritt ist, dieses Ungleichgewicht wahrzunehmen und zu benennen. Danach braucht es ein offenes Gespräch: „Wie wirkt sich deine Dominanz auf uns beide aus?“ Entscheidend ist, dass nicht einer als Problemträger abgestempelt wird. Bedürfnisse sind nicht falsch – aber sie brauchen Balance. Eine Partnerschaft bleibt tragfähig, wenn beide erleben: Meine Stimme zählt, und deine auch.
Typische Fehlannahmen
Zum Abschluss möchten wir einige typische Fehlannahmen benennen, die wir selbst durchlebt haben oder in unserer Arbeit als Paar-Coaches häufig antreffen:
Praktische Übungen
Wir geben euch vier Übungen mit, die helfen, beim Thema Bedürfnisse auf die Sonnenseite zu kommen:
1. Gewöhnt euch die Frage an: „Was brauchst du heute, damit dies ein toller Tag wird? Welche Rolle könnte ich dabei spielen?“
2. Macht einen wöchentlichen Rückblick. Fragt einander: „Was hat dir gutgetan? Was hat dir gefehlt?“
3. Achtet darauf, dem Partner mit kleinen Gesten zu signalisieren, dass ihr die jeweiligen Bedürfnisse wahrnehmt.
4. Nehmt euch bewusst Zeit für Konflikt-Aussprachen. Ein Spaziergang oder ein Glas Wein können als Herzens-öffner helfen. Besprecht Konflikte nicht nur auf der Sachebene, sondern fragt: Welches Bedürfnis von dir und mir steckt hinter unserem Konflikt?
Einander achten
Am Ende geht es nicht darum, einander alle Bedürfnisse perfekt zu erfüllen. Die Haltung zählt: Deine Bedürfnisse sind mir wichtig – und meine auch.
Wenn wir so miteinander umgehen, stehen wir auf einem Fundament, das trägt. Nicht, weil keine Stürme kommen, sondern weil wir gelernt haben: Wir hören einander zu, wir nehmen einander ernst, wir wachsen miteinander.
Kim und Kristian Reschke sind Autoren und begleiten als HerrUndFrauCoaching online Paare mit Mentoring und Coaching.
Urlaub mit erwachsenen Kindern: Das solltet ihr bedenken
Elternfrage: „Mein Mann und ich möchten im Sommer mit allen vier erwachsenen Kindern in den Urlaub fahren. Drei von ihnen sind ausgezogen, zwei haben einen Partner oder eine Partnerin. Das macht die Planung schwer. Wie können wir das organisieren, sodass jeder Lust auf den Urlaub hat?“
Keine Illusionen
Am Anfang eines solchen Projekts sollte eine ehrliche Reflexion stehen: Sind unsere Beziehungen in der Familie so, dass ein gemeinsamer Urlaub für alle einigermaßen entspannt werden könnte? Wenn die Antwort kein überzeugtes „Ja“ ist, müsst ihr euch als Elternpaar wohl noch einmal ungeschminkt ein paar Fragen stellen: Welches Motiv steht hinter unserem Wunsch nach einem gemeinsamen Urlaub? Wollen wir damit eine Idylle herbeizwingen? Wenn der Plan Ausdruck einer Sehnsucht nach Wiederherstellung von Beziehungen ist, wird das Ganze vermutlich überstrapaziert und ist zum Scheitern verurteilt. Ein Urlaub mit erwachsenen Kindern, ihren Partnern und allenfalls Enkeln spült nämlich gnadenlos alle Unterschiede und Dissonanzen an die Oberfläche.
Gebt ihr euch als Paar innerlich ein fröhliches „Go“, dann kommuniziert den Termin mindestens ein Jahr im Voraus. Achtet darauf, dass Ort und Art der Unterkunft (Hotel, Ferienwohnung, Camping) in etwa den verschiedenen Bedürfnissen, vor allem nach Privatsphäre, entsprechen. Definiert unbedingt schon im Vorfeld des Urlaubs, was in eurer Einladung alles inbegriffen ist. Wenn plötzlich der Ausflug oder das Essen im Restaurant zu Lasten der Kinder geht, kann das Unstimmigkeiten auslösen. Und: Ein gewisses Maß an individueller (Wahl-) Freiheit muss für alle während der gemeinsamen Zeit möglich sein.
Helena Gysin wohnt in Seegräben (CH). Sie ist seit 33 Jahren mit Thomas verheiratet. Zur Familie gehören drei erwachsene Kinder mit Partnern und sechs Enkelkinder.
Urlaub lieber zu zweit
Meine Kollegin genießt ihren jährlichen Urlaub mit den erwachsenen Kindern samt Partnern und Omas sehr. Ich wiederum genieße es sehr, dass wir zu zweit als Ehepaar in den Urlaub fahren können. Der Erholungs- und Genussfaktor ist so (für mich) deutlich höher. Nicht, dass gemeinsame Familienzeiten uns nicht wichtig wären oder wir die Idee vom gemeinsamen Urlaub nicht auch schon gehabt und umgesetzt hätten – die gemachten Erfahrungen waren durchaus (auch) positiv. Allerdings haben wir für uns gemerkt, dass der damit einhergehende Aufwand auf allen Ebenen nicht im Verhältnis zum „Beziehungsertrag“ stand.
Unsere Lösung ist es, einmal im Jahr einen Tag gemeinsam mit einer schönen Aktion zu verbringen: zum Beispiel eine Wanderung mit Picknick oder eine Kanufahrt durchs Naturschutzgebiet. Demnächst werden wir ein mehrgängiges veganes Menü unter professioneller Anleitung kochen und essen. Vielleicht werden wir irgendwann auch wieder einmal für ein Wochenende zusammen wegfahren. Bei der Planung werden wir darauf schauen, dass es genügend Rückzugsräume und mindestens zwei Toiletten gibt. Wir werden einige typische Vollmer-Familien-Aktionen zelebrieren (Fußmassagen, Stockbrot und Karriere-Poker), oft lachen und vielleicht manchmal auch streiten. Und am Tag darauf werde ich Urlaub nehmen und mich erholen …
Elisabeth Vollmer ist Religionspädagogin. Sie lebt mit ihrem Mann in Freiburg und hat drei erwachsene Kinder.
Anders als früher
Die erste Frage, die wir uns bei einem bevorstehenden gemeinsamen Urlaub stellen, ist: Haben wir gerade eine Atmosphäre, in der alle ihre Meinung sagen können und es keine billigen Kompromisse gibt? Auch wenn wir einander als Kernfamilie gut kennen, bringen Partner oder veränderte Lebensbedingungen von jungen Erwachsenen neue Themen mit, weshalb es wichtig ist, uns an die Grundhaltung „Deine Meinung ist wichtig“ zu erinnern.
Seit unsere Kinder Teenager sind, versuchen wir die Urlaube so zu planen, dass es Freiraum für jeden geben kann und feste Punkte geplant werden, die wir gemeinsam genießen. So essen wir gern abends zusammen, aber frühstücken nach persönlichen Bedürfnissen. Einige von uns spielen bis in die Nacht, andere beginnen den Tag mit einer Morgenandacht. Dabei holen wir uns aus den Schubladen, in die wir uns gesteckt haben: Wenn nun jemand plötzlich am Puzzle-Tisch sitzt, ist das genauso angenehm, wie bei einer Gebetszeit dabei zu sein. Oder eben nicht. Was als Tradition von früheren Urlauben geblieben ist? Dass wir uns beim gemeinsamen Essen im Tagesfeedback üben und uns erzählen, was schön war.
Stefanie Diekmann ist Pädagogin, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern.
Berufswahl: So können Eltern unsichere Jugendliche unterstützen
Elternfrage: „Meine Tochter (18) beendet bald die Schule. Ihr fällt es schwer, eine Berufswahl zu treffen. In der Schule war sie bisher sehr zielstrebig, nun erlebe ich sie unsicher und orientierungslos. Was kann ihr helfen?“
Zuerst einmal ist es mir wichtig zu sagen, dass ich die Orientierungslosigkeit bei Schülerinnen und Schülern vor dem Abschluss für normal halte. Das Schulsystem orientiert sich zu wenig an der Realität. Wer nach dem Abitur die Schule verlässt, weiß zwar, wie sich Integrale berechnen lassen, hat aber zum Beispiel wenig Ahnung von Finanzen und Steuern – das verunsichert.
Welche Gründe gibt es noch, dass Jugendliche verunsichert in ihre Zukunft blicken?
Die 18-Jährigen, die jetzt in die Berufswelt starten, sind die Kerngruppe der Generation Z. Sie sind mit Krisen, wie der Finanzkrise, Klimakrise, einer Pandemie und Krieg in Europa aufgewachsen. Diese Generation hat bis zu zwei Jahre Schul-Lockdown erlebt. Jede Generation hat ihre Herausforderungen, aber ich nehme bei dieser eine deutliche Mehrfachbelastung wahr. In einer Zeit zunehmender Unsicherheit ist das Sicherheitsbedürfnis der Generation Z stärker ausgeprägt als das früherer Generationen. Jetzt kommt auch noch die Künstliche Intelligenz hinzu. Da höre ich immer wieder Sätze wie „Eigentlich wollte ich Grafikdesignerin werden, aber jetzt übernimmt das ja die KI …“
Was antworten Sie dann?
Ich sage ehrlich, dass ich nicht weiß, inwiefern KI wirklich den Beruf ersetzen wird. Wir wissen noch nicht genau, wohin sich die Arbeitswelt in den nächsten fünf Jahren entwickelt und ob die Jobs ersetzt oder nur bestimmte Tätigkeiten ausgelagert werden. Wenn die Person aber Gestaltung liebt und es ihre Stärke ist, wird sie damit einen Weg zum Arbeiten finden. Ich würde mit ihr aber auch weitere Stärken herausfinden wollen. Denn vermutlich ist das auch die Generation, die verschiedene Jobs ausüben und deren Flexibilität noch notwendiger werden wird. In meiner Berufsberatung beschäftigen wir uns mit Talenten und Begabungen, aber auch mit Werten. Wir schauen nicht, was es für Jobs gibt und wie dort die Person hineinpassen könnte. Sondern wir fokussieren uns auf das, was die Persönlichkeit ausmacht und finden heraus, wie damit Sinn und Zufriedenheit in einer Arbeit gefunden werden kann.
Was hilft Schülern und Schülerinnen dabei, ihre Stärken zu erkennen?
Dafür braucht es nicht zwingend eine Persönlichkeitsanalyse. Schon ein Blick in die eigene Biografie kann helfen, die eigenen Begabungen wahrzunehmen. Wovon war ich in der Vergangenheit begeistert? Wann war ich im Flow? Wobei bin ich aufgeblüht? Hierbei können Eltern helfen, indem sie ihre Kinder spiegeln: „Darin warst du immer sehr vertieft.“ Außerdem lohnt es sich, Jugendliche zum Ausprobieren in Ehrenämtern, Hobbys oder Praktika zu motivieren. Das geht manchmal in der vollen Schulzeit unter.
Wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, eine Berufswahl zu treffen?
Ein gutes Selbstwertgefühl ist die Basis für alles, auch für die Zukunftsplanung. Wenn sich das Kind geliebt weiß, ist das Wichtigste bereits getan. Übrigens entsteht ein gesunder Selbstwert nicht dadurch, dass man jemanden ständig lobt. Lob ist auch nicht unbedingt das beste Mittel, um jemanden auf seine Stärke aufmerksam zu machen. Denn Lob kann von den eigenen Kindern schnell in Richtung Leistung interpretiert werden. Statt „Das hast du gut gemacht“ ist es besser „Mir fällt auf, du hast da eine Stärke“ zu sagen. Dann entsteht weniger der Eindruck bei dem Kind, dass es von einer Sache mehr machen sollte, sondern dass da etwas Besonderes in ihm ist.
Annette Penno lebt in Lübeck und bietet LernCoaching sowie professionelle Berufsberatung an. Interview: Annabel Breitkreuz
Auf dem Weg zum guten Sex: So klappt es mit der schönsten Nebensache der Welt
Auch wenn in Hollywood alles so einfach aussieht und dort immer alles zu klappen scheint, ist Sex kein Selbstläufer. Sexualtherapeut Marvin Leu gibt Tipps für mehr Schwung im Bett.
Unsere Sexualität ist schon eine interessante Sache. Obwohl sie oft als schönste Nebensache der Welt bezeichnet wird, kann sie doch den ganzen Alltag beeinträchtigen, uns steuern und uns mit lauter Stimme rufen. Es gibt kaum etwas in unserem Leben, was so viel Bedeutung hat und doch so wenig Sprache findet. Die komplette Beziehung kann durch Sex verbessert, verändert oder mit Konflikten belagert werden. Obwohl uns Sex und Erotik ständig umgeben, finden wir kaum Worte dafür. Und der Weg in eine gelingende Intimität ist schwierig.
Wenn es um das Intimste geht, macht man sich angreifbar und verletzlich. Aber genau diese Facetten machen den Sex so umwerfend. Verknüpfen wir das körperliche Erleben mit der emotionalen Intensität, wird der Sex besser. Aber wie bekomme ich das hin? Wie kann ich mich fallen lassen und meinem Gegenüber in einer Tiefe begegnen?
Zurückhaltung ist fehl am Platz
Es kursiert leider die Meinung, dass man entweder „gut im Bett“ ist oder eben nicht. Das ist ein großer Irrtum, denn wie das Erlernen eines Instrumentes, ist auch Sex lernbar. Niemand muss alles können. Sondern wir dürfen es lernen. Diesen Grundsatz finde ich sehr entspannend!
Ich kann Dinge kennenlernen und ausprobieren. Und wenn ich ein wenig übe, werde ich erfahrener, kompetenter und handlungsfähig. Das Gelernte fängt an Spaß zu machen. Egal ob es dabei um Berührungen, Sexstellungen oder Oralverkehr geht.
Im Umkehrschluss muss ich der eigenen Sexualität eine gewisse Bedeutung geben, mir Zeit nehmen zum Üben und offen sein für Neues. Denn wenn über Jahre hinweg immer alles gleich bleibt, dann funktioniert das zwar meist reibungslos. Es kann jedoch auch eintönig und langweilig werden.
Ich stelle immer wieder in der Beratung fest, dass viele christliche Paare ihr sexuelles Potential nicht annähernd ausnutzen aus Angst, Grenzen zu überschreiten. Nach dem Motto, Lust und Begehren zu spüren gehört sich nicht oder ist sündhaft. Doch ist im gemeinsamen Ehebett religiös bedingte Zurückhaltung fehl am Platz.
Ich darf mich ausprobieren, mich selbst berühren und dabei Erregung spüren. Ich darf laut atmen oder sogar stöhnen. Ich darf mich zeigen und alles probieren, was für uns als Paar stimmig ist – sei es wild, sanft, kraftvoll, bestimmt, einfühlsam, zögernd, schnell oder langsam.
Verführung wagen
Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich meine Frau für ein sexuelles Projekt gewinnen möchte und verfalle unbewusst in Vorwürfe. Im Nachhinein fällt mir auf: Ich hätte sie einfach verführen können.
Wichtig ist: Verführen bedeutet, mein Gegenüber für ein sexuelles Projekt zu gewinnen, ohne den Ausgang zu kennen. Ich muss also davon ausgehen, dass meine Verführung nicht immer gelingt und muss mich auch auf Zurückweisung einstellen. Wie reagiere ich, wenn meine Idee nicht gut ankommt? Bin ich dann beleidigt oder versuche ich es später nochmal? Vorwürfe zu machen ist einfacher, aber ein absoluter Lustkiller. Verführung dagegen entfacht Leidenschaft und Erotik.
Meine Frau und ich machen regelmäßig Eheabende. Als ein solcher Abend näher rückte, versprach ich, etwas Besonderes vorzubereiten. Ich habe eine Menge Essen organisiert. Obst, Snacks, Antipasti, Brötchen – ein richtiges kleines Buffet. Ich habe alles auf dem Tisch verteilt. Dann habe ich mich mitten auf den Tisch zwischen die Speisen gelegt, quasi als Teil des Buffets.
Bei den Vorbereitungen hatte ich, ehrlich gesagt, Angst, wie es meine Frau finden würde. Ich dachte: „Das ist doch lächerlich!“ Als sie ins Zimmer kam, strahlte sie. Die Idee war also gut, die Verführung hat geklappt.
Die Angst und die Aufregung haben sich gelohnt. Das Prickeln setzte ein. Aber es hätte auch schiefgehen können. Das war mir im Vorfeld bewusst. Aber ich bin überzeugt: Wenn man sich mutig für ein Verführungsprojekt entscheidet, sind die Chancen gut, dass man gewinnt und am Ende beide gewinnen. Also nur Mut – das Projekt lohnt sich!
Leidenschaft entfachen
Leidenschaft ist kein Selbstläufer. Manchmal kommt sie schwer in Gang, manchmal geht sie sogar verloren. Aber was hilft dabei, die Leidenschaft zu entfachen? Die Antwort lautet: Berührung.
Berührungen können Wunder vollbringen. Ich kann meinem Gegenüber etwas Gutes tun oder es selber genießen und den anderen Körper erkunden. Dabei kann ich mir vorstellen, meine Finger und Handflächen würden eine Landschaft erforschen. Jeden Millimeter. Stück für Stück. Ich kann dabei hauchzart berühren, streichen, kräftig drücken, massieren oder sogar zupacken. Eine zarte Berührung löst unweigerlich eine Reaktion beim Partner oder der Partnerin aus. Hoffentlich eine positive. Denn die meisten Menschen möchten berührt und liebkost werden. Es kann aber sein, dass dabei der negative oder gar vorwurfsvolle Gedanke kommt, dass das Gegenüber „ja nur Sex will“. Da empfehle ich, zu fragen, warum es so schwierig ist, dies zuzulassen. Und weiter ist die Frage, ob es besser wäre, wenn das Gegenüber Sie nicht mehr auf diese Art berühren sollte? Über solche Gedanken sollten Paare in jedem Fall kommunizieren.
Kommunikation
Es gibt jede Menge Ratgeber, wie ich am besten meine Anliegen kommuniziere. Beim Reden über Sex ist es sehr wichtig zu wissen, dass jede Kritik mein Gegenüber tief treffen kann. Gerade Männer verknüpfen ihre Sexualität oft mit ihrer Identität. Da können unbedachte Äußerungen sehr verletzend sein.
Versuchen Sie ihr Anliegen in einer ruhigen, angenehmen Atmosphäre zu besprechen. Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch. Bereiten Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin auf das Thema vor, indem Sie ankündigen, über das Thema Sex reden zu wollen. Äußern Sie Ihr Anliegen in Ich-Botschaften. „Ich fühle mich …“, „Ich wünsche mir …“, „Ich habe das Gefühl …“ und so weiter.
Wir alle haben hin und wieder Wünsche, was den gemeinsamen Sex angeht. Oft ist es schwierig, diese anzusprechen, da unser Gegenüber ja mit Ablehnung reagieren könnte. Ich möchte dazu ermutigen, Anliegen und Wünsche zu äußern. Denn es ist wichtig, dass meine Partnerin, mein Partner weiß, wie ich mir die Sexualität vorstelle. Auf der anderen Seite darf ich versuchen, für Vorschläge offen zu sein und nicht zu verurteilen.
Selbstannahme
Wie stehe ich eigentlich zu meinem eigenen Körper? Kann ich ihn so annehmen, wie er ist – mit allen Macken und Fehlern? Denn kein Körper ist perfekt. Körperliche Selbstannahme beginnt mit wohlwollenden Selbstberührungen. Das fördert meine erotische Kompetenz. Jedes Mal, wenn ich mich berühre, lerne ich, was sich gut anfühlt, was ich mag und was weniger interessant ist. Und wenn ich weiß, was mir guttut, kann ich dies auch besser kommunizieren.
Eng verbunden ist die Frage, ob ich mich als erotische Person nicht nur fühlen, sondern auch zeigen darf. Und darf mein Gegenüber meine Erregung sehen? Darf eine Frau stolz sein auf ihre Brüste, ihre Vulva, ihre Vagina? Und darf ein Mann stolz auf seinen Penis oder seine Rundungen sein? Unbedingt!
Denn wenn ich meinen Genuss zeigen kann, löst dies auch ein angenehmes Gefühl bei meinem Gegenüber aus. In der Beratung habe ich noch nie erlebt, dass jemand es störend fand, wenn seine Partnerin oder sein Partner seine Erregung zeigt.
Damit ich mich jedoch mit Stolz zeigen kann, brauche ich einen wohlwollenden Blick für mich selbst und einen guten Bezug zu meinem eigenen Körper. Und den erlange ich, wenn ich mich immer wieder und mit Freude berühre. Zusätzlich schule ich zudem meine Körperwahrnehmung und schaffe einen positiven Einfluss auf meine Gesundheit.
Gemeinsam einen Weg finden
Damit Sex immer wieder stattfinden kann, muss ich ihn auf meiner Prioritätenliste weiter hochschieben. Das braucht immer wieder bewusst eingeplante Zeit. Damit Sex regelmäßig stattfindet, darf man nicht warten, bis eines Tages die Lust auf Sex spontan entsteht. Denn es ist keinesfalls so, dass nur spontaner Sex guter Sex ist. Und wer auf den spontanen Sex wartet, kann unter Umständen sehr lange warten.
Nehmen Sie sich Zeit für Sex und zelebrieren Sie ihn. Reduzieren Sie Stress, indem Sie Internet, Telefon und Smartphone ausschalten. Suchen Sie einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen. Und wenn der Kontext passt, kann auch der Sex schön werden. Auch bei geplantem Sex.
Jedes Paar ist anders. Jeder Partnerteil bringt eine andere Geschichte in die Beziehung mit. Egal was gerade im Bett läuft, können Sie sich gemeinsam entwickeln. Es braucht Mut, Wohlwollen und ein bisschen Einsatz, um am Thema Sex zu arbeiten.
Es erfüllt mich immer wieder mit Freude, wenn ich daran denke, was noch alles vor mir liegt. Ich darf immer wieder neue Facetten entdecken und die Früchte meiner Sexualität genießen.
Marvin Leu ist Sexualtherapeut. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
Hund als Haustier: Das solltet ihr vorher bedenken
Elternfrage: „Unsere Kinder wünschen sich sehnlichst einen Hund. Welche Gedanken sollten wir uns vor der Anschaffung machen? Wie kann ich die Kinder in die Verantwortung für den Hund einbeziehen?“
Viele Kinder träumen von einem eigenen Hund. Er soll ein treuer Freund, Spielkamerad und Kuschelpartner sein. Wenn in der neuen Wohnung das Halten von Haustieren nun erlaubt ist, rückt dieser Traum in greifbare Nähe. Doch die Entscheidung für ein Haustier sollte gut überlegt sein, denn sie bedeutet Verantwortung über viele Jahre hinweg.
Welcher Hund passt zu uns?
Bevor ein Fellfreund einzieht, lohnt sich ein realistischer Blick auf den Familienalltag. Ein Hund braucht täglich Bewegung, Beschäftigung, Pflege und Zuwendung. Bei jedem Wetter und unabhängig von Schul- oder Arbeitsterminen. Zudem sollten Tierarztkosten, Futter, Versicherung und mögliche Urlaubsbetreuung einkalkuliert werden. Familien sollten ehrlich prüfen, ob Zeit, Platz und finanzielle Mittel langfristig vorhanden sind.
Dann stellt sich die entscheidende Frage: Welcher Hund passt zu uns? Was für ein Familientyp sind wir? Alter, Größe, Temperament und Aktivitätsniveau müssen zur Familie passen. Ein junger, energiegeladener Hund stellt ganz andere Ansprüche als ein älterer, ruhiger Begleiter. Eine fachkundige Beratung in einer seriösen Hundeschule, beim Tierheim oder bei einem verantwortungsvollen Züchter oder einer Züchterin hilft, den richtigen Hund zu finden.
Kinder haben keine Hauptverantwortung
Kinder können und sollen in die Vorbereitung und den späteren Alltag mit dem Haustier einbezogen werden. Mitverantwortung ja, Hauptverantwortung nein. Ein zehn- oder zwölfjähriges Kind kann einfache Aufgaben übernehmen, zum Beispiel beim Füttern helfen, mit spazieren gehen oder bei der Fellpflege unterstützen. Trotzdem bleiben Themen wie Erziehung und Versorgung stets in der Hand der Erwachsenen.
Bevor der Hund einzieht, ist es für den Familienalltag wichtig, klare Regeln, Strukturen und Routinen zu besprechen. Dazu gehören Ruhezeiten, feste Futterzeiten und Absprachen für Spaziergänge. Ebenso wichtig: Kinder müssen lernen, Hunde als fühlende Lebewesen zu respektieren. Hunde brauchen Rückzugsorte, dürfen nicht bedrängt werden und haben individuelle Bedürfnisse.
Gelingendes Hundeglück
Ein Hund kann das Familienleben auf wundervolle Weise bereichern, Geborgenheit schenken und soziale Fähigkeiten stärken. Er vermittelt Rücksicht, Geduld und Empathie. Werte, die Kindern ein Leben lang bleiben. Echtes Hundeglück entsteht jedoch erst, wenn Herz, Zeit und Alltag wirklich bereit sind. Dann wird aus dem Wunsch nach dem eigenen Hund ein gemeinsames, tragfähiges Familienabenteuer über viele Jahre hinweg. Wer sich als Familie gut vorbereitet, ehrlich die eigenen Möglichkeiten prüft und bereit ist, Zeit und Energie in das neue Familienmitglied zu investieren, schafft die besten Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben.
Claudia Peter-Plum ist Gründerin von DOGS & KIDS und hat sich auf das Thema Kind-und-Hund-Sicherheit spezialisiert. In ihrem Kinderpodcast Wuff & Wow vermittelt sie kindgerechtes Wissen über die Fellfreunde.
Grundschule beendet? So gelingt der Wechsel auf die weiterführende Schule
Elternfrage: „Unsere älteste Tochter (10) wechselt dieses Jahr von der Grund- auf die weiterführende Schule. Habt ihr Anregungen, wie der Übergang gut gelingen kann?“
Es ist immer das Gleiche: Noch im Winter kann ich mir nicht vorstellen, dass ich als langjähriger Klassenlehrer meiner vierten Klasse überhaupt jemals wieder ohne diese schnuckeligen und süßen Kinder Freude am Schulalltag empfinden werde. Doch irgendwann nach den Osterferien stellt sich bei vielen Viertklässlern immer mehr eine Erkenntnis ein, die dieses Gefühl verändert. Sie begreifen, dass die Würfel gefallen sind. Die Anmeldung an den weiterführenden Schulen ist vollzogen. Ein wichtiger Meilenstein in ihrer Entwicklung ist gesetzt und erreicht.
Sie beginnen, sich sehr vehement vom Grundschuldasein und auch von ihrem einst so bewunderten Klassenlehrer zu lösen. Einige von ihnen werden nachlässig und respektlos. Ich als Lehrer plane emotionale Abschiedsmomente. Bei den Kindern jedoch nehme ich wahr, dass die Grundschule ihnen bereits zu eng ist. Sie wollen weiterziehen. Wie aber kann der Start in die fünfte Klasse vorbereitet werden? Ich teile aus schulischer Sicht zwei Anregungen:
Die letzte „Übungszeit“ nutzen
In den letzten Wochen und Monaten vor dem Schulwechsel ist es wichtig, die Übungsmomente, die in der Grundschulzeit noch verbleiben, bis zuletzt zu nutzen. Sind die Hausaufgaben gemacht? Müssen noch Klassenarbeiten daheim vorbereitet werden? Sind die Mappen in Ordnung? Auch Eltern, die nun, am Ende der Grundschulzeit, von der Entwicklung ihrer Kinder enttäuscht sind, sollten am Ball bleiben.
Die Bedeutung der einzelnen Schulfächer verschiebt sich in den weiterführenden Schulen. Da, wo in den ersten vier Jahren noch Mathematik und Deutsch die entscheidenden Hauptfächer waren, sind es ab der fünften Klasse bald auch Englisch, Biologie, Erdkunde und Geschichte. Ein wichtiger Schlüssel für den schulischen Erfolg liegt darin, dass Texte verstanden werden und schriftlich darauf eingegangen werden kann. In Bezug auf Englisch hilft es, schon in der Grundschulzeit Methoden und Rituale für das häusliche Vokabeltraining einzuüben. Hier wird eiserne Disziplin nötig sein. Überhaupt gilt in den ersten Wochen im fünften Schuljahr: Starke Lerner müssen das Lernen neu lernen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Schwache Lerner sollten bei den ersten Klassenarbeiten Erfolge feiern können. Hier werden die Eltern noch einmal gebraucht.
Den Handykonsum vorbereiten
Noch ein anderer Aspekt, der den Übergang von der Grund- auf eine weiterführende Schule betrifft, liegt mir am Herzen: Wenn die Kleinen ab dem fünften Schuljahr ein Handy bekommen und Beziehungen zu ihren neuen Mitschülern aufbauen, bekommen sie intensiven Kontakt zu einer Parallelwelt im Internet. Sie werden geistlose Spiele spielen, die Grenzen des Erlaubten suchen und zahllose Kurzfilme anschauen.
Damit Ihre Kinder in dieser Parallelwelt nicht versinken und Schaden nehmen, müssen Eltern und Großeltern begreifen, dass insbesondere die „sozialen Medien“ gefährlich für die Entwicklung und die schulischen Erfolge von Kindern und Jugendlichen sind. Hier wird mit mühsamer Bestimmtheit das Durchsetzen von klaren Regeln notwendig sein. Außerdem sollte das Leben in der „echten Welt“ der Kinder gepflegt und mit positiven Erlebnissen verknüpft werden. Es hilft sicherlich sehr, wenn Hobbys, Klavierunterricht, Fußballtraining, Ballett oder Reitunterricht auch durch Phasen von Unlust und Ermüdung hindurch beibehalten werden. Solche Aktivitäten spenden Rhythmus und Stabilität, Gemeinschaft und Erfolge.
Johannes Köster ist Leiter der Primarstufe an der Freien Christlichen Schule Ostfriesland. Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau im Landkreis Leer.
Beziehungsentwicklung: So hilft ein Tagebuch für’s Versagen
Ist man Beziehungskrisen machtlos ausgeliefert? Nein, sagt Paarexperte Marc Bareth und verrät einen Trick für eine gesunde Beziehungsentwicklung.
Wenn sich zwei Menschen aufeinander einlassen, passieren nicht nur wunderbare, sondern auch schwierige Dinge. Und das ständig. Das gehört zur natürlichen Beziehungsentwicklung. Wir treffen einander an wunden Punkten. Der andere enttäuscht uns, weil er einen tiefen Wunsch von uns nicht erfüllen kann oder nicht will. Konflikte tauchen auf, wenn Bedürfnisse und Meinungen nicht übereinstimmen. Wir verändern uns, und nicht immer geschieht das im gleichen Tempo oder in dieselbe Richtung. Es gibt Missverständnisse, und wichtige Dinge bleiben unausgesprochen. Oder es entwickeln sich Ungleichgewichte, beispielsweise wenn eine Person mehr Verantwortung übernimmt oder Entscheidungen dominiert.
Machtlos ausgeliefert?
Die Frage ist nicht, ob diese Dinge in unserer Partnerschaft geschehen, sondern wie wir damit umgehen. Ich beobachte oft drei destruktive Reaktionen. Die eine ist, dass wir in Selbstmitleid baden, weil uns das alles passiert. Eine andere ist, dass wir uns selbst zerfleischen, weil wir es wieder und wieder nicht auf die Reihe kriegen. Und die dritte ist, dass wir unseren Partner mit Vorwürfen überhäufen, weil es ja offensichtlich an ihm liegen muss – ohne ihn hätten wir diese Probleme nicht.
Das Problem bei diesen drei Umgängen ist, dass wir so tun, als wären wir den Tatsachen machtlos ausgeliefert, ohne Gestaltungsraum. Das führt dazu, dass wir nichts aus unseren Schwierigkeiten lernen und Hoffnung verlieren.
Zwei leere Zeilen
Um das zu verhindern, schlage ich einen anderen Umgang mit schwierigen Situationen vor, den ich vom Harvard-Professor Arthur C. Brooks abgekupfert habe. Immer, wenn etwas Schwieriges in deiner Partnerschaft geschieht, schreibst du es in ein Beziehungs-Failure-Journal auf. Unter jedem Eintrag lässt du zwei Zeilen frei und setzt dir zwei Reminder, einen nach einem Monat und einen nach sechs Monaten. Nach einem Monat schreibst du auf die erste leere Zeile, was du aus dieser schlimmen Erfahrung gelernt hast. Und nach sechs Monaten schreibst du auf die zweite leere Zeile, was daraus Gutes entstanden ist. Solche Erinnerungen helfen der Beziehungsentwicklung
Nehmen wir zum Beispiel an, ihr habt euch nach einem Familienbesuch gestritten, weil einer von euch das Gefühl hatte, vom anderen nicht unterstützt worden zu sein. Du schreibst das mit Datum in dein Beziehungs-Failure-Journal. Nach einem Monat schlägst du die Seite erneut auf und notierst darunter etwas, was du daraus gelernt hast, zum Beispiel: „Ich habe gelernt, dass es mir wichtig ist, in solchen Situationen klar zu sagen, wenn ich mich überfordert oder alleingelassen fühle.“ Nach sechs Monaten, schreibst du darunter, was sich daraus Positives ergeben hat, wie: „Seitdem sprechen wir vor Familientreffen darüber, wie wir uns gegenseitig den Rücken stärken können – das hat unsere Beziehung spürbar gestärkt.“
Durch das Führen eines solchen Journals lernst du mehr, lebst hoffnungsvoller und gehst mit der Zeit schwierige Situationen aktiver an, statt sie zu vermeiden. Das sind entscheidende Grundlagen für eine gesunde, lebendige Beziehung.
Marc Bareth und seine Frau Manuela leiten gemeinsam FAMILYLIFE Schweiz. Sein Blog bietet wertvolle Impulse für die Partnerschaft: familylife.ch/five