Ernährungstipps auf Social Media: Sind die seriös?
Elternfrage: „Meine Tochter (16) probiert seit einiger Zeit verschiedene Ernährungstipps aus, die sie in den Sozialen Medien findet. Wie vertrauenswürdig sind solche Tipps? Und wie rede ich mit meiner Tochter darüber?“
Ich kann Ihre Sorge gut verstehen. Als Mutter von Teenie-Töchtern weiß ich genau, wovon Sie sprechen: In den sozialen Medien kann jede und jeder behaupten, Doktor oder Wissenschaftlerin zu sein. Das macht es kompliziert. Wir werden geflutet mit Massen an ungefilterten Informationen, deren Quelle und Herkunft – ob mit oder ohne Absicht – oft gut verschleiert sind. Leider kann man bei der Menge an Trends nie pauschal sagen, welcher seriös und gesund und welcher gefährlich ist. Das macht die Unterscheidung sehr schwierig – auch für Erwachsene.
In Kontakt bleiben
Das können Sie Ihrer Tochter genau so sagen. Wichtig finde ich, dass Sie mit ihr im Gespräch bleiben, damit sie merkt, dass Sie sie ernstnehmen und ein echtes Interesse an ihrem Leben haben: Welche Trends findet sie besonders gut, und was würde sie gern ausprobieren? Hat sie vielleicht kürzlich etwas total Irres gehört oder gesehen, von dem sie erzählen möchte? Haben Sie etwas Lustiges oder Interessantes gehört oder gelesen? Unterhalten Sie sich über die Themen, die Ihrer Tochter wichtig sind, ohne direkt zu (be-)urteilen.
Seriöse Quellen
Natürlich gibt es Gefahren und vor denen möchten Sie Ihre Tochter bewahren. Aber es gibt auch unglaublich viel Neues, das gut und interessant ist. Zeigen Sie ihr, wie und wo sie fundierte Quellen findet, und erklären Sie ihr als Faustregel, dass radikale und/oder einseitige Maßnahmen in Ernährungsfragen meist ein Indiz für ungesunde und unseriöse Methoden sind. Ausgewogenheit statt Einseitigkeit ist in den meisten Fällen eine gute Richtlinie.
Vielleicht haben Sie ja auch Lust, gemeinsam etwas Neues auszuprobieren: eine Smoothie Bowl oder selbstgemachte Ramen. Viele Trends sind tatsächlich auch gut, lecker und machen Spaß!
Gute und seriöse Quellen sind:
- Verbraucherzentralen der Bundesländer
- Bundeszentrum für Ernährung
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung
- Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung
- Vereine für unabhängige Gesundheitsberatung
- Schweizerische Gesellschaft für Ernährung
- oder die jeweilige Krankenkasse
Beinahe alle der oben genannten Quellen stellen – oft kostenlos – Material zur Verfügung.
Mareike Lotz ist Lehrerin für Ernährung und Hauswirtschaft an einem Berufsschulzentrum. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei (Teenie-) Töchtern in der Nähe von Wetzlar.