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Archiv für die Kategorie: Redaktions-Blog

Flüchtlinge willkommen heißen

Bei seiner letzten Vorstandssitzung hat sich der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen e.V. (AEM) intensiv mit der aktuellen Flüchtlingslage in Europa befasst und erklärt dazu:

  1. Die Bibel ist voll von Migrationsgeschichten: Adam, Noah, Abraham, Jakob, Joseph, Mose, David, Hesekiel, Jeremia, Nehemia, Daniel, Jesus, die Apostel und frühe Gemeinde… Trotz allem Versagen von Menschen handelt Gott; er ist souverän und wirkt durch die weltweite Migration, macht Heilsgeschichte und will dem Einzelnen ein guter Hirte sein.
  2. Die Gemeinde Jesu war von Anfang an eine Gemeinschaft, die Menschen aus allen Völkern, sozialen Ständen und Sprachen, Männer und Frauen in gleicher Weise einschloss. Sie bildeten eine große Familie. Das zeichnet die Gemeinde Jesu aus; das gilt es auch heute in unseren Gemeinden zu lehren und zu leben.
  3. In Deutschland haben wir große Erfahrung, Flüchtlinge willkommen zu heißen und Migranten zu integrieren. Nach der Vertreibung von Juden, Christen und Andersdenkenden im Dritten Reich, haben wir nach 1945 13 Mio. Vertriebene aus den Ostgebieten integriert, in den 60-iger Jahren Millionen Gastarbeiter eingeladen, ab den 70-iger Jahren kamen viele Russlanddeutsche hinzu, nach 1989/90 Hundertausende Spätaussiedler aus Osteuropa. Auch jetzt haben wir wieder Gelegenheit, Menschen in großer Not eine Zuflucht und neue Heimat zu bieten. Darum fordern wir alle Gemeinden auf, sich den neuen Nachbarn in ihrer Umgebung zuzuwenden – im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lukas 10,25ff) erklärt Jesus, wer unser Nächster ist, dem wir helfen sollen.
  4. Wir fordern alle Missionswerke auf, Missionare, die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland zurückkommen, hier im Dienst unter Flüchtlingen einzusetzen. Sie sind unschätzbare Brückenbauer zwischen den Kulturen und helfen Gemeinden, ihre Möglichkeiten zu nutzen und zu entwickeln.
  5. Die meisten Flüchtlinge sind Bürgerkrieg oder Terror entkommen, oft traumatisiert von der Flucht. Hier gilt Jesu Wort: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet… Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,35ff). Viele Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien, Irak, Iran und Westafrika sind Christen. Sie brauchen unsere Solidarität und Hilfe. Wir bitten darum, ihnen großzügig Privatquartiere, Gemeindehäuser und Freizeitheime als Unterkunft anzubieten, zumal viele auch in Gemeinschaftsunterkünften in Deutschland weiter um ihres Glaubens willen verfolgt werden.
  6. Viele Flüchtlinge sind als Muslime islamistischem Terror entkommen. Sie (wie auch die 5 Mio. Muslime, die schon länger in unserem Land leben) sind tief schockiert über die menschenverachtenden Grausamkeiten, die im Namen ihrer Religion angerichtet werden. Sie hatten nie die Gelegenheit, frei zu denken und kritisch zu hinterfragen. Jetzt brechen viele Fragen auf: Warum öffnen ihnen die aus ihrer Sicht „ungläubigen“ Europäer die Tür und nehmen sie freundlich auf, während ihre Cousins auf der arabischen Halbinsel sie herzlos abweisen? Das bringt viele ins Fragen.
  7. Die meisten muslimischen Flüchtlinge sind in ihrer Heimat nie einem Christen begegnet; sie hatten nie einen Nachfolger von Jesus zum Freund und haben nie das Evangelium im Alltag erlebt. Das ist unsere Gelegenheit, ihnen in der Liebe Jesu zu begegnen.
  8. Untersuchungen zeigen zudem, dass viele syrische Flüchtlinge hochgebildet sind, hart arbeiten wollen und relativ wenige Kinder Bereits vor Beginn des Bürgerkriegs lag die Geburtenrate mit 2,3% pro Jahr recht niedrig (UN, Worldbank). Die Ängste vor einer „biologischen Übernahme“ widersprechen den Fakten.
  9. Natürlich sind Flüchtlinge ebenso wenig „Heilige“ wie Menschen im Westen. Es gibt darunter selbstlose und egoistische, so wie auch unter uns. Jeder Mensch braucht die Erlösung und das neue Leben in Jesus. In den meisten Herkunftsländern gibt es jedoch große Einschränkungen für christliche Gemeinden und die Verkündigung des Evangeliums. Hier haben wir alle Freiheit, die Liebe Jesu zu bezeugen.
  10. Wir stehen ein für die Allgemeinen Menschenrechte, Religionsfreiheit in allen Ländern sowie den Schutz der Minderheiten vor Manipulation und Gewalt durch Andersdenkende. Wir setzen uns ein für Frieden, menschenwürdige Lebensverhältnisse und nachhaltige Entwicklung. Christen sind weltweit besonders sozial diskriminiert und verfolgt. Wir fordern ihren Schutz durch staatliche Organe – auch in unserem Land.
    Nur so werden die Ursachen für Flucht und Vertreibung abgebaut.
  11. Wir nehmen die Ängste in der Bevölkerung wahr und erkennen die großen finanziellen und sozialen Leistungen, die jetzt für die Versorgung und Integration so vieler Flüchtlinge erforderlich ist. Als eines der reichsten und wirtschaftlich stärksten Länder der Erde können wir diese Herausforderung anpacken.
  12. Viele Muslime wollen dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde, dienen, doch erscheint der Allmächtige ihnen stets fremd, unendlich weit entfernt. Und so suchen sie mit großem Eifer religiöse Pflichten zu erfüllen in der verzweifelten Hoffnung, dass es im Endgericht reicht. Denn sie wissen nichts von der Gerechtigkeit Gottes (Röm 10,3), dass Gott selbst die gefallene Schöpfung mit sich selbst versöhnt hat in Jesus Christus. Diese wunderbare Botschaft dürfen wir mit Menschen in unserer Nachbarschaft teilen. Wir haben heute die einzigartige Gelegenheit, vor Ort zahllose Menschen mit Jesus bekannt zu machen, die noch nie die Gute Nachricht gehört haben.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/09/ZouZou_shutterstock_247013368.jpg 667 1000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-30 14:35:162015-09-30 14:35:16Flüchtlinge willkommen heißen

Mehr Spielplatz, weniger Smartphone

Experten beobachten weltweit eine deutliche Zunahme der Kurzsichtigkeit. „Besonders die asiatischen Länder sind von dem unscharfen Sehen in der Ferne betroffen“, sagt Professor Dr. med. Karl Ulrich Bartz-Schmidt,  Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen und Präsident des diesjährigen Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). In China etwa sind in manchen Regionen bis zu 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen kurzsichtig.

In Deutschland beträgt der Anteil derzeit 35 bis 40 Prozent. „Wir rechnen aber auch hierzulande mit einem starken Anstieg“, erklärt Professor Dr. med. Wolf Lagrèze, Leitender Arzt der Sektion Neuroophthalmologie, Kinderophthalmologie und Schielbehandlung von der Universitäts-Augenklinik Freiburg. „Die Gründe sind vermutlich veränderte Spiel- und Freizeitaktivitäten mit vermehrter Nutzung von Smartphones und iPads, verbunden mit intensivem Lernverhalten in Räumen, die wenig Tageslicht bieten“, so Lagrèze. In Asien verbringen Kinder viele Stunden täglich am Schreibtisch, um den Anschluss im Bildungsbereich nicht zu verpassen.

Aus der Analyse leiten sich Gegenmaßnahmen ab. So zeigt eine Studie in Taiwan, dass Schulkinder weniger kurzsichtig werden, wenn sie die Pausen draußen statt drinnen verbringen – Tageslicht schützt vor Brillenbedürftigkeit. „Untersuchungen belegen, dass es mindestens zwei Stunden Aufenhalt im Freien pro Tag sein sollten, wobei Lichtstärken von mindestens 10.000 Lux erreicht werden sollten“, erklärt Lagrèze. Zum Vergleich: Ein bewölkter Tag kann diesen Wert unterschreiten, ein gut beleuchteter Klassenraum bringt es auf maximal 500 Lux. „Um die Lichtintensität zu erhöhen, werden deshalb etwa in Singapur taghelle Schulzimmer erprobt“, so Lagrèze.

Ein zweiter Hebel setzt am Nutzungsverhalten von Smartphone & Co an. „Die Nutzung erfordert eine Nahsicht und findet häufig in Innenräumen statt – zwei Faktoren, die Kurzsichtigkeit fördern können“, erläutert Lagrèze. „Eltern sollten die Online-Nutzung ihrer Kinder deshalb kontrollieren und gegebenenfalls dosieren, in dem sie Alternativen anbieten und ermöglichen“, rät Lagrèze. Nach aktuellen Schätzungen sind zehn Prozent der Dreijährigen und 50 Prozent der Achtjährigen regelmäßig online.

„Zusammengefasst lautet die wichtigste Empfehlung: mehr Spielplatz, weniger Smartphone“, so Lagrèze. Zumal dieses Freizeitverhalten noch weitere positive Effekte hat – es verbessert die Stimmung und schützt vor Übergewicht. „Eine wirkungsvolle Maßnahme, die nichts kostet“, freut sich der DOG-Experte.

 

 

 

 

 

 

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/09/kallejipp__photocase.de_.jpg 3868 3868 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-25 13:23:412015-09-25 13:23:41Mehr Spielplatz, weniger Smartphone

Willkommen!

Family-Autor Stefan Schulze hatte eine richtig gute Idee: Es wäre doch schön, kleine Willkommenskarten zu haben, die man Flüchtlingen geben kann, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. Die Idee hat er direkt umgesetzt: In den fünf wichtigsten Sprachen (Arabisch, Persisch, Russisch, Französisch und Englisch) steht auf den Karten „Willkommen in Deutschland“ und auf der Rückseite „Gott liebt dich“. Christiane Tröger hat die Kärtchen ansprechend gestaltet.

Netterweise haben Stefan und Christiane uns die Druckvorlagen der Karten zur Verfügung gestellt und wir leiten sie gern an euch weiter. Man kann sie in hoher Stückzahl recht günstig drucken lassen. Oder in kleiner Zahl selbst ausdrucken. Wenn ihr die Druckvorlagen haben möchtet, schreibt eine Mail mit dem Betreff „Willkommenskarten“ an info@family.de. Wir schicken sie euch dann zu.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/09/Willkommen-Karten.jpg 2112 2816 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-21 10:41:172015-09-21 10:42:08Willkommen!

Papa, leg das Smartphone weg!

Der richtige Umgang mit digitalen Medien sorgt immer wieder für Streit in Familien. Dabei finden Kinder Regeln für die Nutzung von Handy und Computer durchaus in Ordnung – wenn Eltern mit gutem Vorbild vorangehen. Das zeigt eine FACT-Umfrage unter 1.014 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 14 Jahren im Auftrag des Online-Lernspezialisten scoyo in Kooperation mit ZEIT LEO.

Mädchen und Jungen beobachten genau, wie oft und wann ihre Mütter und Väter aufs Handy schauen oder schnell mal online gehen. 68 Prozent der befragten Kinder stört es zumindest manchmal, wenn ihre Eltern telefonieren, surfen oder am Computer arbeiten, während sie dabei sind. Sie selbst akzeptieren Regeln im täglichen Umgang mit Medien eher, wenn diese auch für Erwachsene gelten: 75 Prozent der Kinder, deren Eltern sich an Regeln halten, finden Vorschriften für sich selbst „gut“ oder „okay“. Gelten sogar die gleichen Absprachen für alle, sagen dies 89 Prozent der jungen Mediennutzer. Halten sich die Eltern hingegen an keine Vorgaben, schrumpft die Akzeptanz bei den Kindern: 37 Prozent empfinden es in diesem Fall als „blöd“, wenn ihr Medienkonsum reguliert wird.

Sich der Vorbildrolle bewusst sein

Den Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Norbert Neuß überrascht das Ergebnis nicht: „Regeln im Umgang mit Medien machen nur dann Sinn, wenn auch Eltern sich daran halten. Gibt es zum Beispiel eine Verabredung, dass Smartphones während der Mahlzeiten tabu sind, muss das selbstverständlich auch für die Erwachsenen gelten.“ Bei Diskussionen zur Mediennutzung spielt daher auch die Medienzeit der Eltern eine Rolle. Laut Umfrage nervt es 64 Prozent der befragten Kinder, wenn sie mit ihren Eltern über Medienzeit verhandeln müssen, obwohl die Erwachsenen viel mehr Zeit mit Computer und Handy verbringen als sie selbst.

Medien als Lernmittel anerkennen

Genauso verärgert es die Kids, wenn Eltern nicht verstehen, dass sie mit Computer, Tablet und Handy auch lernen. Mit zunehmendem Alter steigt der Frust über das Unverständnis der Eltern von 20 Prozent bei den Siebenjährigen auf 40 Prozent bei den 14-Jährigen. Dabei nutzen Kinder laut der Kids-Verbraucheranalyse 2015 das Internet am häufigsten, sowohl um Musik zu hören und E-Mails zu schreiben oder zu empfangen, als auch um Informationen für die Schule zu sammeln. „In der Faszination von Kindern für digitale Medien steckt eben auch eine große Chance: Das Lernen fällt vielen auf diese Weise leichter und sie sind obendrein mit Spaß und Motivation bei der Sache“, so Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo. Norbert Neuß weist zudem auf weitere Lerneffekte hin: „Heranwachsende nutzen das Handy vor allem für die Kommunikation miteinander, für die Selbstdarstellung oder die Dokumentation ihrer Erlebnisse. Auch das sind wichtige ,Lernbereiche‘ innerhalb der eigenen Identitätsfindung, die Eltern manchmal übersehen.“

Weitere Infos zur Studie: http://www-de.scoyo.com/eltern/kinder-und-medien/studie-regeln-fuer-kinder-mediennutzung

 

 

 

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/09/Halfpoint_ThinkstockPhotos.jpg 1427 2107 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-14 16:46:382015-09-15 11:07:01Papa, leg das Smartphone weg!

Wahlfreiheit

Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld gekippt. Im Anschluss daran tauchte ein Wort in den Kommentaren sowohl von Gegnern als auch von Befürwortern des Betreuungsgelds immer wieder auf: Wahlfreiheit. Alle wollen, dass Eltern frei entscheiden können, ob sie ihr Kind in den ersten Lebensjahren selbst betreuen oder ob sie es betreuen lassen. Aber das nehme ich den meisten Kommentatoren nicht ab. Denn wie können sie von Wahlfreiheit sprechen, wenn in ihrem Kommentar überdeutlich wird, dass sie ja am besten wissen, was gut für Eltern und Kinder ist?

Die Gegner des Betreuungsgeldes unterstellen, dass zu Hause betreute Kinder von Bildung ferngehalten werden. Sie reden von „veraltetem Familienbild“ und von „Herdprämie“. In ihren Augen findet „gute Betreuung“, in die das eingesparte Geld nun investiert werden sollte, offensichtlich in der Kita statt. Wahlfreiheit bedeutet für sie, dass Eltern eine passende, wohnortnahe Kita für ihr Kind wählen können. Befürworter des Betreuungsgeldes (zu denen ich auch gehöre), sind oft Gegner der U3-Betreuung (dazu zähle ich mich nicht, auch wenn ich die Frühbetreuung durchaus kritisch sehe). Auch sie fordern Wahlfreiheit für Eltern. Die besteht in ihren Augen allerdings darin, dass Familien vom Staat finanziell so unterstützt werden, dass sie es sich leisten können, von nur einem Einkommen zu leben. Schließlich sei es das Beste für das Kind, zu Hause betreut zu werden. Warum fällt es vielen so schwer, anderen wirklich das Recht einzuräumen, selbst und frei zu entscheiden? Ohne Vorwürfe und Diffamierungen – wahlweise „Rabenmutter“ oder „Heimchen am Herd“?

Natürlich hat auch das Betreuungsgeld mit seinen bescheidenen 150 Euro nicht wirklich zur Wahlfreiheit beigetragen. Echte Wahlfreiheit würde ein deutlich höheres Betreuungsgeld voraussetzen. Aber es war zumindest ein Anfang. Wenn nicht nur die Eltern vom Staat unterstützt werden, die ihr Kind betreuen lassen, sondern auch die, die es selbst betreuen, dann kommen wir der Wahlfreiheit schon etwas näher. Gute (!) Kitas muss es trotzdem geben.

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/09/Xavier_S_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-08 07:57:022015-09-08 07:57:02Wahlfreiheit

Machen Babys unglücklich?

Etwa 70 Prozent der Eltern sind im ersten Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger glücklich als in den zwei Jahren vorher. Das hat eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung ergeben. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass Eltern sich seltener für ein zweites Kind entscheiden, wenn sie nach der Geburt des ersten unzufrieden waren.

Mikko Myrskylä, Demograf und Direktor des Instituts, betont aber: „Trotz der Unzufriedenheit nach dem ersten Kind wirken sich bis zu zwei Kinder insgesamt und langfristig eher positiv auf das Lebensglück aus.“

Auch wenn die hohe Zahl von 70 Prozent Unzufriedenen auf den ersten Blick überraschend scheint, ist das gar nicht so schwer zu erklären. Wer nach einer durchwachten Nacht nach seiner Zufriedenheit befragt wird, ist vielleicht nicht immer objektiv. Und immerhin fünf bis zehn Prozent der Mütter sind im ersten Jahr nach der Geburt von einer postpartalen Depression betroffen. Trotzdem sollte die Studie Anlass sein, darüber nachzudenken, wie Eltern nach der Geburt eines Kindes besser unterstützt und entlastet werden können. Vielleicht entscheiden sich dann wieder mehr Eltern für ein zweites oder gar drittes Kind.

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/monkeybusinessimages_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-01 09:54:252015-09-01 09:54:25Machen Babys unglücklich?

Die totale Überwachung?

In Südkorea sind Eltern seit Kurzem verpflichtet, eine Überwachungs-App zu installieren, wenn Kinder unter 19 Jahren ein neues Smartphone erhalten. Die bekannteste dieser Apps heißt „Smart Sheriff“. Sie informiert die Eltern  über den Aufenthaltsort ihres Kindes und darüber, welche Programme es nutzt und welche Websites es besucht. Außerdem schlägt sie Alarm, wenn Suchbegriffe wie „Selbstmord“ oder „Schwangerschaft“ eingegeben werden. Die Eltern können von ihrem Smartphone aus Programme blockieren – etwa wenn das Kind länger spielt als abgemacht. Apps wie diese gibt es überall, dass aber Eltern zu ihrer Nutzung verpflichtet werden, ist bisher nur in Südkorea der Fall.

Viele koreanische Eltern freuen sich über die Möglichkeiten der App und nutzen sie. Andere kritisieren die Überwachung der Kinder und umgehen die gesetzlichen Vorgaben, indem sie ihrem Kind ihr Zweithandy überlassen. Kritiker sehen die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass die Überwachung ihrer Internetaktivitäten etwas ganz Normales sei.

Natürlich müssen Eltern ihre Kinder schützen. Und Smartphones bieten viel Gefährdungspotenzial, zumal immer jüngere Kinder mit diesen Geräten „ausgestattet“ werden. In einer Umfrage gaben 11 Prozent der deutschen Eltern an, ihrem Kind ein Handy oder Smartphone in die Schultüte zu stecken. In Südkorea sehen die Zahlen anders aus: Hier haben bereits 72 Prozent der Grundschüler ein Smartphone.

Wie im echten Leben kann man Kinder nicht vor allem schützen und bewahren. Aber Eltern dürfen auch nicht die Augen vor den Gefahren des Internets verschließen und hoffen, dass schon nichts passieren wird. Kinder und Jugendliche zu überwachen, kann aber nicht die Lösung sein. Stattdessen sind Eltern gefordert, Medienerziehung zu leisten.

Im Grunde ist es wie mit der Verkehrssicherheit: Die Eltern zeigen ihren Kindern, worauf sie beim Überqueren der Straße achten müssen. Sie machen es ihnen vor, begleiten sie, üben mit ihnen. Und wenn sie sicher sind, dass Max und Anna allein die Straße überqueren können, dürfen sie auch allein zur Schule gehen – am Anfang vielleicht noch mit einer Warnweste ausgestattet. Allerdings würde man einem Erstklässler auch kein Motorrad als Vehikel für die Fahrt zur Schule anvertrauen.

So ist es auch mit der Medienerziehung: Das Vorbild der Eltern und das gemeinsame Üben, wie das Internet funktioniert und welche Risiken es birgt – zum Beispiel am heimischen PC -, sind die Voraussetzung, dass ein Kind oder Teenie irgendwann allein ins Internet geschickt werden kann. So wie die Warnweste kann hier ein Jugendschutzprogramm hilfreich sein, das es auch für Smartphones gibt (z.B. Vodafone Child Protect). Und so wie man ein Grundschulkind nicht mit dem Motorrad zur Schule schicken würde, sollte man ihm auch kein Smartphone mitgeben.

Und wenn es dann doch so weit ist, hilft ein „Vertrag“, gute Regeln für die Smartphone-Nutzung aufzustellen. Beispiele dafür findet man hier: www.mediennutzungsvertrag.de. Gleiches gilt für soziale Netzwerke. Auch hier sind Regeln wichtig: Welche Fotos dürfen gepostet werden? Außerdem sollten Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen im Gespräch bleiben. Sich zeigen lassen, was die Freundin bei Instagram gepostet hat. Gemeinsam über Youtube-Videos lachen oder diskutieren. Eine komplette Überwachung halte ich aber nicht für sinnvoll. Ich schnüffel ja auch nicht im Tagebuch meiner Kinder herum.

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/Goodluz_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-08-21 12:19:252015-08-21 12:19:25Die totale Überwachung?

Großzügig

Neulich auf dem Supermarktparkplatz: Ein etwa 7-jähriges Mädchen öffnet schwungvoll die Autotür. Etwas zu schwungvoll, denn die Tür stößt an das Auto nebenan. So ein Mist! Die Eltern bekommen natürlich die Krise. Sie lassen die Besitzer des Wagens im Supermarkt ausrufen: ein Ehepaar mittleren Alters. Wie werden sie reagieren?

Ich beobachte interessiert das Geschehen. Und wundere mich. „Ach, das ist doch nur ein Auto“, meinen sie. „Die kleine Macke ist doch kein Problem.“ „Wir haben doch auch Kinder“, fügen sie noch hinzu. Die Adresse und Versicherungsdaten der Eltern des Mädchens wollen sie gar nicht haben. „Vergessen Sie’s!“

Ich freue mich über diese Großzügigkeit! Wie schön, dass das Mädchen kein schlechtes Gewissen haben muss! Wie schön, dass es nicht nur kleinliche Menschen gibt, die auf ihr Recht pochen und jeden sich bietenden Vorteil nutzen.

Immer wieder begegne ich solchen großzügigen Menschen: Dem älteren Herrn, der mich beim Bäcker vorlässt. Dem Arzt, der seinen Urlaub bei einem Hilfseinsatz in Afrika verbringt. Den vielen Helfern in den Flüchtlingsheimen.

Ich möchte mir diese Menschen zum Vorbild nehmen. Und versuchen, meinen eigenen Vorteil immer weniger in den Blick zu nehmen. Ich möchte großzügig sein mit meiner Zeit, meinem Geld, meinen Fähigkeiten. Ich bin überzeugt: Das bringt viel Segen. Nicht nur den Menschen um mich herum, sondern auch mir selbst. Und Gott, der Erfinder der Großzügigkeit, freut sich bestimmt mit uns!

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/FogStock_Alin-Dragulin.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-08-06 15:13:522015-08-06 15:13:52Großzügig

Urlaub: Ein großer Schritt nach vorn

Manche haben ihn schon hinter sich, die anderen dürfen sich noch darauf freuen: Urlaub. Eine Zeit zum Erholen, für gemeinsame Erlebnisse und neue Eindrücke. Aber Urlaub ist noch viel mehr. Denn gerade im Urlaub machen Kinder oft wichtige Entwicklungsschritte. Viele Kinder verabschieden sich zum Beispiel von Windel oder Schnuller. Denn im Urlaub haben die Eltern mehr Zeit und mehr Gelassenheit, solche „Projekte“ anzugehen. Aber auch die ungewohnte Umgebung fordert zu neuen Entwicklungsschritten heraus. Konnte das Kleinkind bisher keine Treppe allein bewältigen, weil es in der Wohnung zu Hause keine gibt, lernt es das im Ferienhaus. Und auch größere Kinder machen neue Erfahrungen: Ohne Hilfe duschen, allein ein Eis kaufen, im Meer schwimmen, tauchen lernen …

Viele dieser Entwicklungsschritte ergeben sich einfach so und nach dem Urlaub reibt man sich verwundert die Augen. Aber manches – wie der Abschied von der Windel oder das Schwimmenlernen – lässt sich auch bewusst planen. Nur bitte ohne Stress – schließlich ist ja Urlaub!

Eltern können im Urlaub übrigens auch Entwicklungsschritte machen. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, ein Hobby oder eine Sportart (neu) zu entdecken. Beim Urlaub auf dem Bauernhof steigt Papa mal (wieder) aufs Pferd. Mama bucht einen Surfkurs. Oder nimmt ein leeres Notizbuch mit, um endlich mal mit dem Schreiben anzufangen.

Genießen Sie Ihren Urlaub – mit all seinen Möglichkeiten! Und freuen sie sich an jedem Schritt, den eins Ihrer Familienmitglieder macht!

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/07/Vladimir-Surkov_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-07-30 11:56:142015-07-30 11:56:14Urlaub: Ein großer Schritt nach vorn

Postkarten waren gestern

Viele Kinder und Jugendliche posten ihre Erlebnisse aus dem Urlaub direkt in sozialen Netzwerken oder versenden sie über Messenger. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ rät Eltern, mit ihren Kindern über geeignete Motive und Kanäle zu sprechen.

Urlaubsbilder gibt es heutzutage in Echtzeit. Viele Jugendliche nehmen sich direkt am Strand oder Hotelpool über das Smartphone auf und teilen die Bilder über mobile Messenger oder soziale Netzwerke. „Am besten achten Eltern darauf, welche Bilder ihr Kind mit wem teilt und gehen selbst mit gutem Beispiel voran“, sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Auf Risiken hinweisen

Jugendliche nutzen solche Selfies zur Beziehungspflege, um Botschaften zu senden und andere Freunde zu Hause an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Zudem verspricht dies viele „Likes“ und „Follower“. Eltern können ihr Kind bestärken, nicht jeden Trend mitzumachen, und sich nicht unter Druck gesetzt zu fühlen, ständig zu posten und außergewöhnliche Aufnahmen zu bieten. Wichtiger ist es, den Moment zu genießen, gerade in Freizeit und Urlaub. Dabei weisen Eltern darauf hin, dass Bilder sich kaum entfernen lassen, wenn sie einmal online sind. Andere können sie kopieren, herunterladen, bearbeiten und weiterverschicken.

Motive gut auswählen

Eltern besprechen lieber mit ihrem Kind, welche Fotos ins Netz können und welche nicht, etwa freizügige Bilder beim Baden oder Spielen am Strand. Eher bieten sich Fotos an, auf denen Personen nicht direkt zu erkennen sind, zum Beispiel mit Sonnenbrille und Hut, oder Landschaften im Fokus stehen. Eine weitere Alternative sind durch Filter verfremdete Bilder. Generell gilt: Vor dem Posten zweimal überlegen, ob das Bild wirklich für die Öffentlichkeit bestimmt ist und ob es einem später unangenehm sein könnte.

Bildrechte anderer beachten

Oft sind auf den Schnappschüssen auch andere Personen zu erkennen, deren Rechte am eigenen Bild gewahrt werden müssen. Denn fehlt bei verschickten Bildern die Einwilligung der abgebildeten Person, bedeutet dies eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und des „höchstpersönlichen Lebensbereichs“, wenn die Aufnahmen in privaten Räumlichkeiten erstellt wurden. Hierauf und auf damit möglicherweise verbundene rechtliche Konsequenzen sollten Eltern ihre Kinder hinweisen.

Daten schützen

Stellen Kinder ausgewählte Fotos in soziale Netzwerke, sind in der Beschreibung weder der vollständige Name noch Adresse oder Telefonnummer zu nennen oder der Standort anzugeben. Dies geht nur engere Freunde etwas an, die darüber auch so Bescheid wissen. Ratsam ist auch, dass Eltern mit ihrem Kind die Einstellungen bei WhatsApp, Facebook und anderen Diensten einstellen und regelmäßig überprüfen, wenn sie diese nutzen.

Unangenehme Bilder melden

Kursieren eigene Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendlich diese dem jeweiligen Betreiber des Angebots melden, Beschwerdestellen wie www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de oder www.i-kiz.de nutzen und bei schwereren Fällen auch der Polizei melden. Facebook bietet etwa eine entsprechende Möglichkeit, Instagram eine Hilfe-Seite für Eltern.

Der Medienratgeber SCHAU HIN! bietet auf www.schau-hin.info Bildstrecken mit Kinderseiten, -apps, und -büchern zum Thema Reisen und Urlaub, Hinweise zu Sicherheitseinstellungen für mobile Geräte sowie eine kostenlose App mit Spieleideen für drinnen, draußen und unterwegs.

Info: „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.


Quelle: bildungsklick.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/07/milanrajce_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-07-20 13:36:512015-07-20 13:36:51Postkarten waren gestern
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