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Schlagwortarchiv für: Berufswahl

Beiträge

Halb Begleiter, halb Prellbock: Wie Eltern ihre Teenager bei der Berufswahl unterstützen

Die Pubertät fordert Eltern schon genug heraus. Und dann sollen sie noch bei der Berufswahl unterstützen? Ein Vater berichtet.

Durchlässigkeit – dieser Begriff ist mit dem Bildungssystem in Deutschland und der Schweiz so untrennbar verbunden wie das Amen mit der Kirche. Dieser Begriff steht für Chancengleichheit und Flexibilität. Bis man begreift, dass diese Flexibilität uns Eltern und unsere Kinder in permanente Entscheidungs- und Anpassungssituationen wirft. Durchlässigkeit in der Bildung ist essenziell, aber auch anspruchsvoll. Vor allem in der Schweiz müssen Jugendliche bei der Berufswahl sehr früh wegweisende Entscheidungen zu ihrer Zukunft treffen. Zum ersten Mal bewusst wurde meiner Frau und mir dies mit dem Eintritt unseres ersten Sohns in die Oberstufe, als er gerade 12,5 Jahre alt war. Heute ist er 17.

Marathon im Sprinttempo

Mittlerweile ist auch unser jüngerer Sohn an diesem Scheideweg angekommen. Das zweite Oberstufenjahr (die 8. Klasse) stand ganz im Zeichen der Berufswahl: Betriebssuche, Eignungs- und Stellwerktests, in denen der Lernstand abgefragt wird, Vorstellungsgespräche und Schnupperlehren (Kurzpraktika), alles formal straff organisiert. Heute reicht selbst für Schnupperlehren kein schnelles Anfragen mehr: Motivationsschreiben und Lebenslauf müssen eingereicht werden und das oft Monate im Voraus, weil Plätze rar sind.

Egal, ob man ins Kurzzeitgymi (die gymnasiale Oberstufe in der Schweiz nach der 8. bzw. 9. Klasse) will oder plant, eine Lehre zu machen: Alle sollen schnuppern. Die Erwartung: Jugendliche sollen Initiative zeigen, Selbstverantwortung übernehmen, sich reflektieren, Feedback verarbeiten und realistische Ziele setzen. Sie sollen wissen, was sie wollen – in einem Alter, in dem sie kaum wissen, wie man den Geschirrspüler einräumt.

Auch wir Eltern sind gefordert und helfen, weil das System es verlangt. Wir investieren gemeinsam mit den Kindern Wochenenden in Lebensläufe, feilen an Motivationsbriefen und klicken uns durch Webseiten mit Lehrbetrieben. Und dazu diese Fragen, immer wieder dieselben, stets präsent: Ist er schon reif für die Arbeit? Oder wäre Schule besser, wenn die Noten reichen? Wo liegen seine Interessen und passen sie zu seinen Stärken? Ist das eine gute Ausbildung oder nur die erstbeste? Würde er glücklich sein in dem, was er tut? Wenigstens für die Zeit der Lehre. Wenigstens bis zum Abschluss.

Wenn das Hirn umgebaut wird

Diese anspruchsvolle Phase für Kinder und Eltern fällt ausgerechnet in die Zeit der Pubertät, in der die Hormone den Takt angeben. Türen werden dramatisch zugeschlagen, Beine wachsen schneller als die Jeansindustrie, Stimmen brechen, Zimmer verwandeln sich in textile Lagerstätten und der Kinderzimmerboden ist Lava. Hinzu kommen die gelegentlichen Wutausbrüche, wenn sich wieder einmal die ganze Gaming-Welt gegen einen verschworen hat. Seit dem letzten Ausbruch hat der Kleiderschrank keine Türen mehr. Wir versuchen, es locker zu sehen. Offene Schränke als Kontrast zu geschlossenen Zimmertüren. Denn einen neuen Schrank gibt’s nicht.

Die Pubertät ist ein biologisches Großprojekt: Das Gehirn wird umstrukturiert, das Selbstbild mutiert. Wer heute lacht, brüllt morgen. Und wer sich gestern noch an zeitliche Abmachungen hielt, lotet jetzt Grenzen aus oder überschreitet sie. Wir Eltern versuchen, uns dies immer wieder vor Augen zu halten, ohne dabei unsere eigenen Werte zu sabotieren. Dies ist einfacher gesagt als getan. Vor allem dann, wenn das Kind plötzlich Ansichten vertritt, die den eigenen diametral entgegengesetzt sind. In solchen Momenten fragt man sich, wie viel davon Provokation ist, was auf den Einfluss von Freunden und sozialen Medien zurückgeht und was einfach Charakter ist.

Ausbildungsstart mit Hindernissen

Dabei haben wir das alles schon einmal durchgemacht: Vor knapp zwei Jahren durfte unser älterer Sohn seinen Lehrvertrag in der Hotellerie unterzeichnen. Fast ein ganzes Jahr vor dem Start. Das ist heute nicht unüblich, aber auch ein zweischneidiges Schwert. Sicherheit und Erleichterung auf der einen und ein unübersehbarer Schlendrian im letzten Schuljahr auf der anderen Seite. Die Umstellung des Lebensrhythmus bei Ausbildungsstart war brutal: Arbeitszeiten ab 5:30 Uhr, Wochenenddienste, wenn die Freunde frei haben und anspruchsvolle Gäste in Hochstimmung, während man selbst regelmäßig im Tal der Tränen ist. Die Realität frisst jede Romantik.

Dazu kommen die Erwartungen in einer Erwachsenenwelt. Der raue Ton, der teilweise herrscht – was keine Kritik am Betrieb sein soll, sondern einfach der Schnelllebigkeit und dem On-Demand-Anspruch des Geschäfts geschuldet ist. Nach wenigen Monaten war klar: Diese Lehre wird kein Spaziergang.

Wecken oder verschlafen lassen?

Unweigerlich stellt sich einem die Frage, wie weit die elterliche Unterstützung gehen soll und wo die Eigenverantwortung beginnt, ohne dadurch die Ausbildung zu gefährden. Wann helfen wir zu viel, wann zu wenig? Soll man den Sohn morgens wecken, damit er nicht zu spät kommt? Oder lassen wir ihn verschlafen, um ihm die Konsequenzen zu zeigen?

Elternsein in dieser Phase bedeutet oft, die Kontrolle zu verlieren, ohne die Verantwortung abzugeben. Wir stehen im Dazwischen, sowohl moralisch als auch emotional. Unsere Kinder sind halb Kind, halb Erwachsene. Und wir selbst sind halb Begleiter, halb Prellbock. Das führt auch bei uns zu Konflikten. Mit der Partnerin, mit sich selbst. Denn wer hält wem den Rücken frei? Wer ist zu weich, wer zu hart? Wer zieht die Grenzen und verteidigt sie, wenn sie überschritten werden? Wir jonglieren Jobs, Haushalt, Elternabende und außerschulische Aktivitäten. Unser Respekt gilt denen, die das allein bewältigen. Meine Frau und ich sind dankbar, dass wir uns stützen können und zugleich demütig angesichts unseres Privilegs.

Ein gutes Jahr ist vergangen, seit unser Sohn seine Lehre begonnen hat. Ein Jahr gespickt mit kleinen Dramen, Zweifeln und Auseinandersetzungen. Mal laut, mal leise, mal völlig sinnlos, mal überfällig. Dazwischen das eine oder andere Gespräch mit dem Lehrbetrieb und einige schlaflose Nächte. Auch psychologische Unterstützung war ein Thema. Aber Kinderpsychologen sind derzeit auf Monate hinaus ausgebucht. Hilfe ist genau dann nicht erreichbar, wenn man sie bräuchte. Unterstützung kann sich aber auch anders zeigen. Wenn wir andere Eltern treffen, sei es bei Schulanlässen, im Quartier oder zufällig im Zug, hören wir oft: „Bei uns ist es gerade auch streng.“ Man lacht, man nickt, man schweigt. Aber man weiß: Wir sind nicht allein.

Überraschende Begegnungen

Und dann geschieht Erstaunliches: Unsere Kinder treten wieder häufiger aus eigenem Antrieb in Beziehung. Sie fragen vor dem Schlafengehen: „Legst du dich noch kurz zu mir rein?“, um sich dann zusammen an schöne gemeinsame Erlebnisse zurückzuerinnern. Sie bleiben nach dem Essen länger am Tisch als früher und reden mit. Ein andermal kommen sie aus ihren Zimmern und fangen von sich aus an, über ihren Alltag zu erzählen. Wir führen Gespräche, die Tiefe haben: über Stress, über Sinn und darüber, was sie gerade beschäftigt. Tags darauf sagt eine Nachbarin im Treppenhaus, was für „flotte und zuvorkommende Buben“ man doch habe. Und wir merken: Unsere Bemühungen wirken. Zwar nicht alle und nicht immer. Aber etwas. Genug. Das ist kein plötzlicher Entwicklungssprung, sondern das Ergebnis unzähliger kleiner Prozesse. Jene stille Emanzipation, die im Alltag kaum auffällt, aber rückblickend fundamental ist.

Unsere Rolle verändert sich. Wir stellen Fragen, statt Antworten zu geben. Wir begleiten, statt zu führen. Ja, Sorge und Frust gehören dazu. Aber ebenso Freude, Mitgefühl und Akzeptanz. Es ist eine Zeit des Umbruchs, in der wir Eltern uns an die neuen Rollen und Beziehungen gewöhnen müssen, während unsere Kinder sich von uns lösen und eine eigene Identität entwickeln.

Zuversichtlich

Wir können nicht alles verhindern. Wir können nicht vorwegnehmen, wie es weitergeht. Aber wir können Vorbilder sein und vorleben, was wir uns von unseren Kindern wünschen: Dass sie achtsam durchs Leben gehen. Dass sie ihre Mitmenschen respektieren und rücksichtsvoll mit den Ressourcen auf unserer Erde umgehen. Wir können hoffen, dass sie lernen, Verantwortung zu tragen. Für sich selbst. Für die, die sie lieben. Dass sie ein Umfeld haben, das hält, wenn es schwierig wird. Aber vor allem, dass sie glücklich sind. Egal womit.

Wir sehen uns als Wegbegleiter für unsere Kinder und wollen keine Mini-Mes, sondern Kinder, die zu eigenständigen jungen Erwachsenen heranreifen. Der Jüngere will jetzt doch weiter zur Schule und auf die Aufnahme ans Kurzzeitgymnasium hinarbeiten. Beim Älteren haben die Schlaglöcher auf seinem Ausbildungsweg seit dem Start ins zweite Lehrjahr abgenommen. Manchmal spricht er sogar davon, nach der Lehre noch eine Weiterbildung zu machen. Und das lässt uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken.

Der Autor möchte anonym bleiben. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt mit seiner Familie in Luzern.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/07/Vater-und-Teenager_GettyImages_Jacob-Wackerhausen_iStock_Getty-Images-Plus-scaled.jpg 1582 3000 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2026-07-30 14:58:122026-07-30 14:58:12Halb Begleiter, halb Prellbock: Wie Eltern ihre Teenager bei der Berufswahl unterstützen

Erster Job: Wenn junge Erwachsene (zu) hohe Ansprüche haben

Elternfrage: „Unsere Tochter (22) hat in unseren Augen zu hohe Ansprüche an ihren ersten Job, hinsichtlich des Gehalts, Work-Life Balance etc. Sollen wir was sagen oder uns lieber raushalten?“

Als ich vor 35 Jahren einen Ausbildungsplatz im Elektrobereich suchte, war ich froh, dass mich ein kleiner Handwerksbetrieb nahm – während Industriebetriebe mir eine Absage erteilten. Heute hat sich die Situation vollkommen gewandelt. Viele Firmen warten darauf, dass fitte Azubis oder Berufseinsteiger sich bei ihnen bewerben. Der Arbeitgeber kann nicht mehr frei wählen, wen er haben will – sondern der Berufseinsteiger oder Azubi hat oft die Möglichkeit, auszusuchen, in welchen Betrieb er geht. Von daher können junge Leute heute an ihren Betrieb andere Erwartungen stellen.

Mut, Wünsche auszusprechen

Die Diskussion um die Gen Z (zwischen 1995 und 2010 geboren) brandet in unseren Medien immer wieder auf. Sie seien zu faul, hätten zu hohe Ansprüche, suchten nur den eigenen Vorteil. In Einzelfällen mag das stimmen. Aber sprechen die jungen Leute nicht genau das aus, was wir damals nicht sagen konnten, uns aber heimlich gewünscht haben? Dass zum Beispiel der Arbeitgeber um unsere Gesundheit besorgt ist? Dass wir nicht ausgenutzt werden als „Arbeitskraft“? Dass auf die Atmosphäre unter den Mitarbeitenden geachtet wird? Von daher ist es durchaus sinnvoll, etwas entspannter an die Berufsfindung unserer Kinder heranzugehen und nicht die Maßstäbe von vor 30 Jahren an sie zu legen.

Eigene Wege gehen

Das Entscheidende ist doch, dass unsere Kinder einen Weg gehen, der ihnen entspricht. Dass sie eine Aufgabe finden, in der sie aufgehen, die Spaß macht. Von daher sollten wir ihre Wünsche und Erwartungen auf jeden Fall ernst nehmen. Ihnen bewusst zuhören, wenn sie von Gehaltswünschen oder Work-Life-Balance reden. Aber wir dürfen ihnen auch von unseren eigenen Erfahrungen mit Gehalts-Verhandlungen erzählen oder von der Urlaubs-Diskussion mit dem Chef. Fakt ist: Wir dürfen unsere Erwartungen haben und sie auch verfolgen – aber sie werden nicht immer alle erfüllt.

Ehrlich bleiben

Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer unserer Teilnehmerinnen im Lebenstraum-Jahr. Es ging um ihre Ausbildung als Einzelhandelskauffrau. Und ich sagte ihr: Genial, dass du deinen Traumjob gefunden hast. Das ist eine echte Gebetserhörung. Allerdings wird es immer wieder Tage geben, an denen es keinen Spaß macht zu arbeiten. Und gerade in den ersten drei bis vier Monaten der Probezeit ist es notwendig, dranzubleiben. Wichtig ist aber auch, dass dir die Arbeit Spaß macht und mehr zurückgibt, als sie dich kostet – sonst kannst du diesen Job nicht mehrere Jahre machen.

Fazit: Zuhören und Bedürfnisse ernstnehmen ist ein Schlüssel, um Heranwachsende in ihrer Berufswahl zu begleiten. Aber wir dürfen auch ehrlich erzählen von den eigenen Herausforderungen zwischen Wunsch und Realität.

Stephan Münch lebt mit seiner Familie in Uffenheim/Mittelfranken und gründete vor 12 Jahren mit seiner Frau das Lebenstraum-Jahr mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Bibelschule und Berufsfindung.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/05/Mutter-und-Tochter.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-06-08 12:07:492026-05-21 12:08:04Erster Job: Wenn junge Erwachsene (zu) hohe Ansprüche haben

Berufswahl: So können Eltern unsichere Jugendliche unterstützen

Elternfrage: „Meine Tochter (18) beendet bald die Schule. Ihr fällt es schwer, eine Berufswahl zu treffen. In der Schule war sie bisher sehr zielstrebig, nun erlebe ich sie unsicher und orientierungslos. Was kann ihr helfen?“

Zuerst einmal ist es mir wichtig zu sagen, dass ich die Orientierungslosigkeit bei Schülerinnen und Schülern vor dem Abschluss für normal halte. Das Schulsystem orientiert sich zu wenig an der Realität. Wer nach dem Abitur die Schule verlässt, weiß zwar, wie sich Integrale berechnen lassen, hat aber zum Beispiel wenig Ahnung von Finanzen und Steuern – das verunsichert.

Welche Gründe gibt es noch, dass Jugendliche verunsichert in ihre Zukunft blicken?

Die 18-Jährigen, die jetzt in die Berufswelt starten, sind die Kerngruppe der Generation Z. Sie sind mit Krisen, wie der Finanzkrise, Klimakrise, einer Pandemie und Krieg in Europa aufgewachsen. Diese Generation hat bis zu zwei Jahre Schul-Lockdown erlebt. Jede Generation hat ihre Herausforderungen, aber ich nehme bei dieser eine deutliche Mehrfachbelastung wahr. In einer Zeit zunehmender Unsicherheit ist das Sicherheitsbedürfnis der Generation Z stärker ausgeprägt als das früherer Generationen. Jetzt kommt auch noch die Künstliche Intelligenz hinzu. Da höre ich immer wieder Sätze wie „Eigentlich wollte ich Grafikdesignerin werden, aber jetzt übernimmt das ja die KI …“

Was antworten Sie dann?

Ich sage ehrlich, dass ich nicht weiß, inwiefern KI wirklich den Beruf ersetzen wird. Wir wissen noch nicht genau, wohin sich die Arbeitswelt in den nächsten fünf Jahren entwickelt und ob die Jobs ersetzt oder nur bestimmte Tätigkeiten ausgelagert werden. Wenn die Person aber Gestaltung liebt und es ihre Stärke ist, wird sie damit einen Weg zum Arbeiten finden. Ich würde mit ihr aber auch weitere Stärken herausfinden wollen. Denn vermutlich ist das auch die Generation, die verschiedene Jobs ausüben und deren Flexibilität noch notwendiger werden wird. In meiner Berufsberatung beschäftigen wir uns mit Talenten und Begabungen, aber auch mit Werten. Wir schauen nicht, was es für Jobs gibt und wie dort die Person hineinpassen könnte. Sondern wir fokussieren uns auf das, was die Persönlichkeit ausmacht und finden heraus, wie damit Sinn und Zufriedenheit in einer Arbeit gefunden werden kann.

Was hilft Schülern und Schülerinnen dabei, ihre Stärken zu erkennen?

Dafür braucht es nicht zwingend eine Persönlichkeitsanalyse. Schon ein Blick in die eigene Biografie kann helfen, die eigenen Begabungen wahrzunehmen. Wovon war ich in der Vergangenheit begeistert? Wann war ich im Flow? Wobei bin ich aufgeblüht? Hierbei können Eltern helfen, indem sie ihre Kinder spiegeln: „Darin warst du immer sehr vertieft.“ Außerdem lohnt es sich, Jugendliche zum Ausprobieren in Ehrenämtern, Hobbys oder Praktika zu motivieren. Das geht manchmal in der vollen Schulzeit unter.

Wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, eine Berufswahl zu treffen?

Ein gutes Selbstwertgefühl ist die Basis für alles, auch für die Zukunftsplanung. Wenn sich das Kind geliebt weiß, ist das Wichtigste bereits getan. Übrigens entsteht ein gesunder Selbstwert nicht dadurch, dass man jemanden ständig lobt. Lob ist auch nicht unbedingt das beste Mittel, um jemanden auf seine Stärke aufmerksam zu machen. Denn Lob kann von den eigenen Kindern schnell in Richtung Leistung interpretiert werden. Statt „Das hast du gut gemacht“ ist es besser „Mir fällt auf, du hast da eine Stärke“ zu sagen. Dann entsteht weniger der Eindruck bei dem Kind, dass es von einer Sache mehr machen sollte, sondern dass da etwas Besonderes in ihm ist.

Annette Penno lebt in Lübeck und bietet LernCoaching sowie professionelle Berufsberatung an. Interview: Annabel Breitkreuz

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/04/junge-Frau.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-04-20 15:49:052026-04-20 15:49:05Berufswahl: So können Eltern unsichere Jugendliche unterstützen

Beruflicher Neustart: So gelingt der Bewerbungsprozess

Mit der Einladung zu einem Gespräch geht der Bewerbungsprozess erst richtig los. Carmen Gladhofer erklärt, wie man sich vorbereitet.

Was dich bei einem Bewerbungsgespräch erwartet, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Für Stellen, auf die es eine Vielzahl an Bewerbern gibt oder wenn mehrere Stellen vergeben werden, findet zu Beginn häufig ein Assessment Center (AC) statt. In einem größeren Unternehmen kann ein solches AC wie folgt ablaufen:

Es werden zeitgleich mehrere Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, die auf mehrere Bewerter aus dem Unternehmen treffen. Vorgeschaltet erfolgt oft ein erstes Interview – gern auch online. Im AC sind unterschiedliche Bewerbungselemente zusammengefasst: In der Regel besteht die Möglichkeit zur kurzen Selbstpräsentation. Zudem muss man sich Einzel- und/oder Gruppenaufgaben stellen, die inhaltlich auf den ersten Blick nichts mit der eigentlichen Aufgabe zu tun haben müssen, sondern auf andere Kompetenzen abzielen, zum Beispiel die Fähigkeit zur Zusammenarbeit, die Problemlösungskompetenz, Umgang mit Stresssituationen … Abschließend erfolgt häufig ein individuelles Gespräch oder Interview zur Reflexion des Tages oder zur Klärung von offenen Fragen.

Vorgeschaltet, ergänzend oder integriert in das AC oder sonstige Bewerbungsrunden sind mitunter kognitive Leistungstests. Diese Tests werden, je nach Stelle und geforderten Kompetenzen, individuell zusammengestellt. Normalerweise kannst du diese online durchführen. Suche dir dafür einen ruhigen Ort und einen Zeitpunkt aus, an dem du dich gut konzentrieren kannst, denn sie enthalten oft zeitliche Restriktionen. Es gibt eine Vielzahl an kognitiven Kompetenzen, die getestet werden können: beispielsweise die Analyse deiner Wahrnehmung, logisches Schlussfolgern, Gedächtnisleistung, Bearbeitungsgeschwindigkeit …

Diese Leistungsdiagnostik findet Eingang in Bewerbungsprozesse, um die einstellenden Personen mit objektiven Daten im weiteren Auswahlprozess zu unterstützen. Das soll Einstellungen aufgrund des „Nasenfaktors“ verhindern. Idealerweise werden die Ergebnisse für eine Reflexion im gemeinsamen Bewerbungsprozess genutzt, und du erhältst die Resultate im Anschluss an die Bewerbungsrunde. Das Internet bietet eine Vielzahl von Beispielen dazu.

Gut vorbereitet ins Interview

In den meisten Fällen besteht allerdings die erste Runde im Bewerbungsprozess aus einem Interview – entweder online oder persönlich vor Ort. Für Online-Interviews setze dich vorab mit der Technik auseinander, sodass das Gespräch mit einer guten Bild- und Tonqualität sowie in einer ruhigen Atmosphäre stattfinden kann. Dies gibt dir, im Falle von technischen Schwierigkeiten, ein souveränes Gefühl. Ansonsten darfst du dich, so wie in einem Präsenzinterview auch, im Hinblick auf deine Getränke, Kleidung und Schreibmaterialien entsprechend vorbereiten. Wenn du sprichst, versuche, in die Kamera zu schauen und weniger stark auf deinen Gesprächspartner auf dem Bildschirm. Je nachdem, wo deine Kamera positioniert ist, kann der Interviewer dich so besser sehen.

Mit wem du es im Interview zu tun hast? Je kleiner das Unternehmen und je flacher die Hierarchien, desto eher wirst du schon in der ersten Runde direkt mit deinem potenziellen Vorgesetzten in Kontakt kommen. Es kann aber auch sein, dass du in der ersten Runde auf den Personaler des Unternehmens triffst. Oder auf ein Team aus Personal- und Fachabteilung. Welches Setting es auch ist: Lass dich davon nicht irritieren!

So kann ein Interview ablaufen

Auch wenn sich der Aufbau von Bewerbungsrunden bei Arbeitgebern unterscheidet, kann man anhand gewisser Aspekte erkennen, ob es sich um ein professionell vorbereitetes Interview handelt: Deine Gesprächspartner sind auf dich vorbereitet. Sie haben deine Unterlagen gelesen, sich mit dir auseinandergesetzt, und sie folgen einem strukturierten Ablauf. Das heißt, sie lassen dich nicht nur standardmäßig deinen Lebenslauf rezitieren, deine größten Stärken und Schwächen benennen, abschließend ein paar Fragen stellen und flankieren das Gespräch ansonsten mit eigenen Geschichten. Sondern sie stellen sich kurz selbst, das Unternehmen sowie die zu besetzende Stelle vor und verwenden anschließend den größten Teil der Zeit auf dich.

Sie führen dafür, nach einer kurzen (!) Selbstvorstellung deinerseits, ein zielgerichtetes Interview durch. Dabei prüfen sie fokussiert diejenigen Kompetenzen ab, die sie in der Ausschreibung für die Durchführung der beschriebenen Aufgaben gefordert haben. Beispielsweise durch:

  • Reflexionsfragen zu Kompetenzen: „Bei welcher Aufgabe konnten Sie Ihr Organisationstalent besonders gut unter Beweis stellen? Warum?“
  • Analogiefragen zu deinem Privatleben: „Sie werden bei uns kreative Lösungen finden müssen und attestieren sich dies im Anschreiben. Auf welche kreative Lösung aus der Vergangenheit sind Sie besonders stolz?“
  • Selbsteinschätzungen: „Auf einer Skala von 1-10 (10 = höchste Ausprägung): Wie schnell lassen Sie sich aus der Ruhe bringen? Wovon?“
  • Durchspielen von Fallbeispielen und möglichen Reaktionen: „Ein Kunde wird persönlich ausfallend, weil er mit der erbrachten Leistung des Unternehmens nicht zufrieden ist. Wie reagieren Sie? Wie fühlen Sie sich in solch einer Situation?“
  • Provokative Rückfragen zu Äußerungen deinerseits

Zudem kommen abschließend vermutlich Fragen zum Arbeitgeber: Beispielsweise:

  • „Warum möchten Sie gerade bei uns arbeiten?“
  • „Wie möchten Sie als Mitarbeiter/Mitarbeiterin geführt werden?“
  • „Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit einem Team wichtig?

Dabei gilt: Lass dich nicht aus der Ruhe bringen. Frag nach, wenn du eine Frage nicht richtig verstanden hast. Sei ehrlich, wenn du keine wirkliche Antwort auf eine Frage findest. Und sei auch selbstkritisch, sofern es angebracht ist. Abschließend gibt es in der Regel die Möglichkeit für Fragen deinerseits. Diese können sich beispielsweise auf das Unternehmen, das Team oder die konkrete Aufgabe beziehen. Das Gespräch endet meist mit einem zeitlichen Ausblick auf mögliche Entscheidungen sowie eventuellen Inhalten von Folgerunden.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du im Rahmen eines ersten Gespräches noch kein finales Jobangebot erhältst. Mittlerweile ist es eher üblich, eine Folgerunde stattfinden zu lassen. Dies können neben den zuvor beschriebenen Verfahren auch eine Präsentation, Probearbeiten oder Ähnliches sein. All dies ist stark abhängig vom Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle.

Mindset und Vorbereitung

Solltest du das Gefühl haben, dass es an einer Stelle nicht gut gelaufen ist: Mach dich deswegen nicht verrückt! Ein Unternehmen entscheidet sich immer aufgrund einer Vielzahl an Eindrücken. Sollte eine Absage dennoch mit spezifischen Situationen begründet werden, halte dir vor Augen: Es sind immer nur Momentaufnahmen in einem speziellen Setting, in dem es diesmal nicht so gut gelaufen ist. Es ist aber niemals eine Wertung über dich und deine Persönlichkeit!

Wenn du bemerkst, dass du vor oder nach einer Bewerbung mit den immer gleichen Gedanken konfrontiert wirst, kann es sein, dass dich ein negativer Glaubenssatz belastet. So etwas wie: „Die anderen sind alle viel besser als ich.“ Oder: „Ich werde nie einen neuen Job finden.“ Dies sind Aussagen, die du irgendwann als vermeintliche Wahrheit über dich verinnerlicht hast. Das Problem dabei: Sie sind nicht die Realität, und sie wirken sich auf dich, dein Selbstbewusstsein und möglicherweise auf dein Verhalten im Bewerbungsprozess aus.

Die Bearbeitung von negativen Glaubenssätzen ist ein wichtiger Aspekt. Ansonsten heißt es in der Vorbereitung, sich mit dem Arbeitgeber und der möglichen Aufgabe zu beschäftigen, eine aussagekräftige Selbstpräsentation zu üben, zu überlegen, welche Kompetenzen man wie gut und auf welche Art und Weise einbringen kann und angemessene Fragen vorzubereiten. Für den Fall, dass es sich um ein international tätiges Unternehmen handelt: Eigne dir das wichtigste Fachvokabular sowie deinen Lebenslauf in der englischen Sprache an.

Einen Moment innehalten

Irgendwann geht ein Bewerbungsprozess zu Ende, und du hast bestenfalls eine Zusage erhalten. Herzlichen Glückwunsch! Deine Aufregung ist sicherlich groß – du solltest dir dennoch einen kurzen Moment des Innehaltens gönnen. Gehe zurück zu den Inhalten aus Teil 1 und 2 dieser Serie. Reflektiere die Gefühle, die du während des gesamten Bewerbungsprozesses mit dem potenziellen Arbeitgeber hattest. Und nimm diese – trotz aller Euphorie – ernst.

Frag dich, ob du mit dem angebotenen Job eine berufliche Mission formulieren kannst, die auf die Vision von deinem Leben einzahlt. Die gut zu denjenigen Kompetenzen passt, die dir besondere Freude bereiten. Die deinen Werten für eine produktive Zusammenarbeit entspricht. Und die stimmig ist mit den wichtigsten Bedürfnissen in eurer Familienkonstellation.

Triff erst dann eine Entscheidung, ob du dich auf den Weg machen möchtest. Falls ja: Viel Erfolg bei deinem neuen Abenteuer! Falls nein: Hab den Mut, auch diese Entscheidung zu treffen, um dann deine wirklich passende berufliche Mission zu finden! Du schaffst das – ganz sicher!

Hier geht es zu Teil 1 der Serie von Carmen Gladhofer: Wie du entscheidest, ob eine berufliche Veränderung ansteht

Hier geht es zu Teil 2: Wie du eine gute berufliche Entscheidung triffst

Hier geht es zu Teil 3: Tipps für deine Bewerbung

Carmen Gladhofer ist Ökonomin, Trainerin und arbeitet in Dortmund als Systemischer (Online-)Coach. Sie bietet Businesscoachings mit dem Schwerpunkt „berufliche Zufriedenheit“ an.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/01/Mann-Anzug.jpg 1283 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-01-16 16:49:382026-01-16 16:49:38Beruflicher Neustart: So gelingt der Bewerbungsprozess

Beruflicher Neustart: Praktische Tipps für deine Bewerbung

Wer sich für einen beruflichen Neustart entschieden hat, steht vor praktischen Herausforderungen. Wie du eine Stelle findest und wie die Bewerbung funktioniert, erklärt Businesscoach Carmen Gladhofer.

Auf der Suche nach der passenden Arbeitsstelle kann man erst einmal die einschlägigen großen Online-Jobportale sichten. Hier sind aufgrund der Anzeigenkosten tendenziell eher mittelständische und größere Unternehmen zu finden. Die Portale bieten viele Filtermöglichkeiten wie Umkreissuche, Pendelzeit, Arbeitszeitmodell, Berufsfelder, (Sprach-)Fähigkeiten, gewünschte Anstellungsart, bevorzugte Bewerbungsart …

Wenn es eher um eine Stelle bei kleineren und lokalen Arbeitgebern geht: Bitte andere, die Augen und Ohren offen zu halten. Frage auch selbst bei interessanten Firmen nach. Dies gilt insbesondere, wenn das Unternehmen keine eigene Website hat. Oft vernachlässigt, aber dennoch bei der lokalen Suche hilfreich: Die Angebote bei der Bundesagentur für Arbeit. Diese sind ebenfalls online verfügbar und mit etlichen Filtermöglichkeiten ausgestattet. Auch Anzeigen in der lokalen Presse, in Fachzeitschriften oder spezifische Kongresse bieten die Möglichkeit, themen- oder branchenspezifisch von möglichen offenen Stellen zu erfahren.

Was für große und kleine Arbeitgeber gilt: Hast du ein bestimmtes Unternehmen im Auge, bei dem du dich bewerben willst, dann schau zunächst (sofern vorhanden) einmal auf der Website vorbei. Du hast dich bisher gegen einen Social-Media-Account entschieden? Überlege dir dennoch, dir zeitweise einen Account anzulegen. Das heißt nicht, dass du dort aktiv posten oder kommentieren musst. Zu den Social-Media-Portalen gehören längst nicht nur Instagram, Facebook oder TikTok. Über spezifische Portale mit einem starken Fokus auf Business-Themen wie LinkedIn und (in gewissen Teilen) XING kann man zukünftige Arbeitgeber finden oder zumindest weitere Informationen generieren.

Die richtige Stelle?

Gerade in der Lebensmitte sind viele unsicher, wie denn ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aussehen. Überspitzt gesagt: Es sollte sich von selbst verstehen, dass man sich als Einsteiger ohne Berufserfahrung eher nicht auf eine Stelle als Geschäftsführer mit entsprechender Berufserfahrung bewerben sollte. Gleichzeitig ist mangelnde Erfahrung für eine Aufgabe auf der nächsten Hierarchiestufe nicht gleich ein No-Go.

Denn aktuell gibt es im Vergleich zu früheren Krisen einen Vorteil für Bewerberinnen und Bewerber: die schrumpfende Gesamtmenge an Arbeitnehmern. So müssen die Unternehmen im Hinblick auf erwartete Qualifikationen und Erfahrungen zwangsweise durchlässiger werden.
Mit der Analyse deiner Situation, die ich dir in Teil 1 und Teil 2 dieser Serie vorgestellt habe, sollte eine Entscheidung, ob du dich auf eine Stelle bewerben willst, deutlich einfacher für dich sein. Beim Lesen der Ausschreibung kannst du folgendes identifizieren:

  1. Welcher Ausbildungsgrad durch eine Ausbildung/Studium/Weiterbildung oder erste/mehrjährige Berufserfahrung ist gefordert?
  2. Was erwartet dich inhaltlich?
  3. Nach welcher Persönlichkeit wird gesucht?
  4. Welche Kompetenzen werden benötigt? Achte dabei besonders auf die Formulierung derjenigen Aufgaben, die mit deiner Persönlichkeit einhergehen. Zum Beispiel:
    „Mit Ihrer offenen Art gewinnen Sie schnell das Vertrauen der Kunden.“
    „Das Finden von pragmatischen Lösungen motiviert Sie.“
    „Die sorgfältige Erstellung der täglich anfallenden Dokumentation.“
    „Erste Führungserfahrung ist wünschenswert.“

Sollte die Stellenbeschreibung sehr kurz gehalten sein, wie zum Beispiel: „Sie erstellen die täglich anfallende Dokumentation“, dann überlege, welche (deiner) Kompetenzen für diese Anforderung hilfreich sind.

Die Bewerbung

Wie das Bewerben genau funktioniert, hängt vom Unternehmen ab. Inzwischen bevorzugen nur noch wenige und eher kleinere Unternehmen die Unterlagen schriftlich als Mappe oder per Mail. Der Grund: Es gibt dort keinen Personaler oder gar ein webbasiertes Bewerbermanagementsystem. Gibt es ein solches aber, sollte dir das keine Sorgen bereiten. Diese Systeme sind recht benutzerfreundlich.

Zum Teil findest du dort Quick-Bewerbungsformulare mit extrem wenigen Fragen. Manchmal sind zu Beginn noch stellenspezifische Fragen vorgeschaltet. Am Ende erhältst du aber in den allermeisten Fällen die Möglichkeit, entweder ein Anschreiben und die individuellen Dokumente wie Lebenslauf (CV) und passende Zeugnisse hochzuladen oder die Informationen in entsprechende Masken einzutragen. Bei allen technischen Möglichkeiten: Arbeite sorgfältig und mache es dem Leser möglichst leicht durch verständliche Dateinamen, Seitensortierung etc.

Du fragst dich vielleicht: Kann ich die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um ein passendes Anschreiben für meine Bewerbung zu erstellen? KI kann hilfreich sein, die wesentlichen Aspekte einer Stelle herauszufiltern und mit dir und deiner Vita zu verknüpfen. Das Ergebnis „einfach abzusenden“ empfehle ich aber nicht. Denn der im Hintergrund arbeitende Algorithmus nimmt darauf maßgeblich Einfluss und kann wichtige Aspekte anders werten.

Die Vorteile, wenn du selbst schreibst:

  • Du bereitest dich gleichzeitig auf ein potenzielles Bewerbungsgespräch vor.
  • Du lieferst eine passgenaue Bewerbung, mit der du auffällst. Denn ein Personaler merkt, ob jemand sich mit einer konkret formulierten Stellenanzeige auseinandergesetzt hat.

Deshalb:

  1. Pick dir die aus deiner Sicht wesentlichen Aspekte einer Aufgabe heraus und begründe über deine Ausbildung/Studium/Weiterbildung, deine (ggf. auch fachfremden) Erfahrungen, deine Persönlichkeit und damit einhergehenden Kompetenzen, warum genau du mit viel Freude zum (nicht nur monetären) Erfolg des Unternehmens beitragen kannst.
  2. Benenne, warum du genau bei diesem Arbeitgeber arbeiten möchtest (und nicht bei der Konkurrenz). Hier hilft ein Blick auf die Website, um etwas über das Selbstverständnis, die Vision und Werte eines Unternehmens zu erfahren. Mit der in Teil 1 und 2 beschriebenen Analyse deiner Werte kannst du einen Bezug zwischen dir und dem Unternehmen herstellen. Du findest dazu nichts? Überlege, was mögliche Werte eines Arbeitgebers in dieser Branche sein könnten.
  3. Der Lebenslauf ist noch immer ein wichtiger Bestandteil einer Bewerbung. Er sollte die von dir im Anschreiben gemachten Angaben (auch Ehrenamt oder Hobbys) aufgreifen und sich selbstverständlich mit den Angaben aus den Zeugnissen decken. Vorherige Stationen mit Aufgaben oder Kompetenzen, die auch für den zukünftigen Job nützlich sind, können dabei ein wenig umfangreicher dargestellt werden.

Die Zeit des Abwartens

Ist die Bewerbung abgeschickt, heißt es Abwarten. Dies kann leider dauern. Wie die Auswertung von Bewerbungen abläuft, unterscheidet sich zum Teil auch innerhalb eines Unternehmens erheblich. Eine häufige Frage lautet: „Soll ich den Personaler anrufen und den Stand der Dinge erfragen?“ Die Antwort heißt: „Es kommt darauf an – auf die einstellende Person, die aktuelle Situation im Unternehmen und die konkrete Frage.“ Anders ausgedrückt: In der Regel sind die Personaler mit ihrer täglichen Arbeit gut ausgelastet. Wichtige Fragen werden aber, auch im Sinne der Arbeitgeberattraktivität, immer gern beantwortet. Was sind nun wichtige Fragen?

  • Rückfragen, um herauszufinden, ob die zu erfüllenden Aufgaben oder erwarteten Anforderungen zueinander passen könnten
    Organisatorische Details abklären (zum Beispiel zur Vakanz einer Stelle)
  • Rückfragen zum Stand der Bewerbung mehrere Wochen nach dem Ende der Bewerbungsfrist

Von Anrufen, um sich „ins Gespräch zu bringen“ oder Überzeugungsreden in eigener Sache würde ich absehen. Sie sind meist leicht zu enttarnen und hinterlassen schlimmstenfalls einen schalen Beigeschmack.

Die Zeit des Wartens ist anstrengend und nervenaufreibend – gerade, wenn du auf deine vermeintliche Traumstelle gestoßen bist. Ich rate dennoch davon ab, den Bewerbungsprozess jetzt einzustellen. Denn: Bis es zu einer Einstellung kommt, sind noch einige Hürden zu nehmen. Schlimmstenfalls ist viel Zeit verloren, wenn du abwartest, ob diese eine Bewerbung wirklich zum Erfolg führt. Also nutze die Zeit! Du kannst nur gewinnen.

Hier geht es zum nächsten Teil der Serie von Carmen Gladhofer: Wie der Bewerbungsprozess gelingt

Hier geht es zu Teil 1: Wie du entscheidest, ob eine berufliche Veränderung ansteht

Hier geht es zu Teil 2: Wie du eine gute berufliche Entscheidung triffst

Carmen Gladhofer ist Ökonomin, Trainerin und arbeitet in Dortmund als Systemischer (Online-)Coach. Sie bietet Businesscoachings mit dem Schwerpunkt „berufliche Zufriedenheit“ an.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Frau-am-Laptop.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-10-29 09:59:252026-01-16 16:52:32Beruflicher Neustart: Praktische Tipps für deine Bewerbung

Beruflicher Neustart: So triffst du eine gute Entscheidung

Die Lebensmitte bietet die Chance, sich beruflich neu zu orientieren. Businesscoach Carmen Gladhofer erklärt, worauf es in der Entscheidungsphase ankommt.

Im ersten Teil meiner Artikelserie ging es um das Nachdenken über den Status quo. Er endete mit der Aufforderung, zunächst eine eigene Vorstellung im Hinblick auf das weitere berufliche Leben zu entwickeln, bevor es um die gemeinsame Entscheidungsfindung als Paar geht. Die Grundlage dafür bildet die jeweilige Vision des Lebens und die berufliche Mission.

Die Vision deines Lebens

Deine Vision entspricht einem Bild davon, wie du dir die Welt, in der du lebst, im Idealfall vorstellst. Eine Vision hat Zugkraft für dich. Oft bezieht sich die Vision auf einen bestimmten Teilaspekt der großen Themen dieser Welt. Beispiel: Klima, Gerechtigkeit, Hunger, Konflikte, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Bildung, technologischer Fortschritt … Es ist ein Thema, das dich in deinem Leben immer wieder bewegt, begeistert oder aufrüttelt.

Beispiel Klimaschutz: Dieses Thema ist dir in der Gestaltung deines Alltags sehr wichtig – bei möglichen Anschaffungen, deiner Einrichtung oder der Wahl des Arbeitgebers. Dir fällt es nicht schwer, dich diesem Thema zu stellen. Es bereitet dir sogar Freude – sehr im Unterschied zu anderen Personen. Wenn es nach dir ginge, würden sich alle Menschen ähnlich verhalten. Daher ist eine Vision auch die Beschreibung des Idealzustandes. Denn fairerweise solltest du anderen zugestehen, dass sie ein eigenes Thema haben, für das sie brennen. Warum hilft dir eine Vision dennoch?

Irgendwann reicht es nicht mehr, nur punktuelle Veränderungen bei beruflicher Unzufriedenheit vorzunehmen. Zumindest dann nicht, wenn du nachhaltige Ruhe und Zufriedenheit anstrebst. Dann ist es wichtig zu verstehen, was dich tief in deinem Inneren antreibt, welche Vision deine ist und wofür du brennst, damit du dies auch bei deiner Jobwahl berücksichtigen kannst. Ein Beispiel für eine Vision bezogen auf das Thema Bildung könnte sein: Du trägst die Vision von einer Welt in dir, in der es allen Menschen möglich ist, zu lernen.

Deine berufliche Mission

Deine berufliche Mission ist eine Konkretisierung deiner Vision zum aktuellen Zeitpunkt. Sie zahlt auf deine Vision vom Leben ein – unter Berücksichtigung deiner Kompetenzen, freudespendenden Aufgaben sowie deiner Bedürfnisse und Werte. Das Spannende an der beruflichen Mission ist: Sie kann sich im Zeitablauf verändern. Für das Thema Bildung könnte das wie folgt aussehen:

A) Du arbeitest auch heute noch als Lehrer oder Lehrerin an einer Schule.
Veränderung im Zeitablauf: Zu Beginn der Arbeit hast du dich über die Verantwortung als Klassenleitung sowie weitere Fortbildungen gefreut. Mittlerweile freust du dich, wenn du dich mit weniger Stunden ausschließlich dem Unterricht widmen kannst.

B) Du hast damals ein Start-up gegründet, dessen wesentliches Produkt eine selbst programmierte App mit Sprachkursen für Senioren ist.
Veränderung im Zeitablauf: Bei Gründung des Unternehmens hast du noch selbst programmiert. Mittlerweile kümmerst du dich um das Management sowie die strategische Entwicklung des erfolgreichen Unternehmens und eine zielgerichtete Vernetzung.

Das sind unterschiedliche berufliche Missionen, die jeweils beide darauf einzahlen, Menschen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Welche Mission schließlich gewählt wird, hängt einerseits von den persönlichen Kompetenzen, andererseits von den Aufgaben ab, die die meiste Freude bereiten. Hinzu kommen bei der Arbeitgeber- und/oder Teamauswahl deine individuellen Werte.

Ein weiterer wesentlicher Teil der beruflichen Mission sind schließlich die individuell zu erfüllenden Bedürfnisse in der jeweiligen Lebensphase. Mögliche Bedürfnisse für die zwei Beispiele könnten diese sein:

  • Zu Jobbeginn: Entwicklung, Erfolg
  • Mit Familiengründung: Sicherheit, Ruhe
  • Nachdem die Kinder aus dem Haus sind: Sinnhaftigkeit, Qualität, Nachhaltigkeit

So können deine Bedürfnisse dich auch in scheinbar unterschiedliche Richtungen führen.

Eine Entscheidung treffen

Ist dir deine Vision klar und das Puzzle deiner beruflichen Mission zusammengesetzt, dann kannst du vielleicht bereits eine belastbare Entscheidung treffen, weil du diese spürst.

Nein – kannst du nicht? Was sind die Gründe dafür? Damit eine Entscheidung mit einem guten Gefühl getroffen werden kann, müssen sich dein Verstand und dein Bauch weitestgehend einig sein. Denn bei Entscheidungen spielt nie nur das Bewusstsein („dein Verstand“), sondern auch das Unterbewusstsein („dein Bauch“) eine Rolle. Daher kann es gut sein, dass du dir trotz umfangreicher Reflexion noch unsicher bist.

Denn dein Bauch verarbeitet und bewertet über deine Gefühle unbewusst und zudem sehr schnell einen Großteil der eingehenden Informationen. Dabei kann es zu voreiligen Schlüssen kommen, denn das Unterbewusstsein hat ein gutes Gedächtnis und mag es sicher und bequem. Dein Kopf ist zwar vergleichsweise langsamer in der Bewertung von Entscheidungen, verschafft sich aber über das bewusste Nachdenken, Impulskontrolle und Reflexion mehr Überblick. Auf diese Weise entstehen mehr Freiräume in der Planung, und die Verarbeitung in Entscheidungssituationen erfolgt flexibler. Diese unterschiedliche Vorgehensweise von Bewusstsein und Unterbewusstsein führt dazu, dass sich manche Entscheidung noch nicht stimmig für dich anfühlt.

Hilfreich kann sein, auf die Empfindungen deines Körpers zu achten. Dies kann dabei helfen, eine Einigkeit zwischen Verstand und Bauch herbeizuführen, sodass sich Empfindungen deines Körpers, wie beispielsweise Bauchschmerzen bezogen auf die Entscheidung, nicht mehr zeigen.

Mögliche Konflikte

Wenn ihr ein Paar seid und jeder von euch für sich Klarheit gewonnen hat, wird es Zeit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Es lohnt sich, dafür Zeit einzuplanen und ein paar lockere „Spielregeln“ zu vereinbaren, zum Beispiel:

  • Lasst einander ausreden.
  • Hört das Gesagte, bewertet es aber nicht sofort.
  • Die Selbsteinschätzung (insbesondere Vision, Bedürfnisse und Werte) des anderen sollte nicht korrigiert, sondern höchstens kritisch hinterfragt werden.

Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Es kann sein, dass es im Zuge der gegenseitigen Vorstellung eurer Ergebnisse zu Konflikten kommt – selbst wenn euch eine ähnliche Vision eint. So kann es beispielsweise Unterschiede in dem Bedürfnis nach Sicherheit und einem Maximum an Freiheit geben. Ist dies der Fall, ist es wichtig, nicht in typische oder alte Entscheidungsmuster zurückzufallen, zum Beispiel: „Wer mehr verdient, entscheidet.“ Denn eine einseitige Fokussierung auf die Bedürfnisse führt nicht zu einer dauerhaft tragfähigen Lösung in eurem Paaralltag, deren Ziel es ist, größere berufliche Zufriedenheit auf beiden Seiten zu erreichen. Versucht stattdessen, über ein vertiefendes Gespräch ein Verständnis für das eigene Bedürfnis beim anderen zu erzeugen.

  • Bewertet die Bedürfnisse nicht, sondern hört einander aufmerksam zu.
  • Achtet auf eure Gefühle, die beim Erzählen des anderen hochkommen.
  • Wenn gewünscht: Teilt diese Gefühle. Aber: Die Verantwortung für das bei dir entstandene Gefühl trägt nicht dein Partner. Verantwortlich dafür ist dein ungestilltes Bedürfnis. Das Erzählen des Partners ist nur der Auslöser dafür, dass sich dein Bedürfnis meldet.
  • Versucht abschließend, die Konsens-Lösung zu finden, bei der euer beider Bedürfnisse bestmöglich erfüllt sind. Dies ermöglicht langfristige Zufriedenheit. Auch ein Kompromiss, bei dem von jedem ein Teil der Bedürfnisse erfüllt, beziehungsweise nicht erfüllt ist, ist denkbar.

Sehnsuchtsziele loslassen

Was auch immer deine berufliche Sehnsucht ausmacht: Spätestens jetzt ist die Gelegenheit, dich damit zu beschäftigen und eine finale Entscheidung zu treffen, ob es an der Zeit ist, diese Sehnsucht aufzugeben, damit sie für die Zukunft keine Belastung darstellt. Das bedeutet, eine Entscheidung zu treffen, die zugesteht, über das Aufgeben dieser Sehnsucht zu trauern, die aber auch dabei hilft, den Blick nach vorn zu richten. Welche Gründe gibt es, berufliche Sehnsüchte loszulassen? Einige Beispiele:

  • Veränderte Rahmenbedingungen: Das Startkapital für die erträumte Selbstständigkeit fehlt.
  • Deine Kompetenzen in Form deiner Ausbildung/deines Studium passen nicht zu dem beruflichen Ziel, das du dir erträumt hast.
  • Dein Wunsch, beruflich einen längeren Auslandsaufenthalt zu erleben, ist noch nicht in Erfüllung gegangen und passt nicht mehr in die Lebensplanung.

Gerade das Aufgeben von lang gehegten Sehnsuchtszielen ist nicht leicht und darf nicht nur mit Kummer, sondern auch einer gewissen Skepsis gegenüber neuen Alternativen einhergehen. Mit der Suche nach neuen Alternativen kannst du aber versuchen, einen Teil der Sehnsüchte auf andere Art und Weise zu erfüllen.

Das wichtigste Ziel aber ist – nicht nur beim Loslassen der Sehnsuchtsziele, sondern überhaupt bei der Diskussion über eine mögliche Neugestaltung des beruflichen Weges –, zu spüren, dass du selbstwirksam bist und deinen oder euren Weg beeinflussen kannst! Hab Mut, diesen Weg zu beschreiten!

Wenn du nicht weißt, wie du selbstwirksam werden kannst: Gerade bezogen auf die Lösung von (inneren) Konflikten, bei der Entscheidungsfindung oder dem Loslassen von Sehnsuchtszielen gibt es Methoden und Lösungsansätze des Systemischen Coachings, die dir zielgerichtet bei der Neugestaltung des beruflichen Weges helfen können.

Hier geht es zum nächsten Artikel der Serie von Carmen Gladhofer: Wie du eine passende Stelle findest und dich darauf bewirbst

Hier geht es zu Teil 1: Wie du entscheidest, ob eine berufliche Veränderung ansteht

Hier geht es zu Teil 4: Wie der Bewerbungsprozess gelingt 

Carmen Gladhofer ist Ökonomin, Trainerin und arbeitet in Dortmund als Systemischer (Online-)Coach. Sie bietet Businesscoachings mit dem Schwerpunkt „berufliche Zufriedenheit“ an.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/09/Frau-im-Buero.jpg 1281 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-09-09 13:56:012026-01-16 16:53:19Beruflicher Neustart: So triffst du eine gute Entscheidung

Ihr Sohn bricht das Studium ab und wird Koch – das lehrte Barbara-Christine diese Phase

Nicht jeder muss studieren. Barbara-Christine Schild hat das bei ihrem Sohn selbst erlebt. Und warnt davor, dass Eltern beim Berufswunsch mitbestimmen.

Mit der Entscheidung für einen zukünftigen Beruf stellen viele Jugendliche erstmals im Leben eigenverantwortlich die Weichen für ihre Zukunft. Das ist sowohl Chance als auch Risiko und für viele eine immense Herausforderung. Sie müssen sich mit sich selbst auseinandersetzen, ihre Talente und Interessen erkennen und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des anvisierten Berufes abwägen. Darüber hinaus ist der Weg zum Ziel nicht immer gleich erkennbar. An dieser Stelle brauchen die Jugendlichen Unterstützung. Uns als Eltern kommt dabei eine besondere Rolle zu, auf die wir uns bewusst vorbereiten und in die wir nicht einfach hineinrutschen sollten.

Denn nicht nur in den Gesprächen, die wir mit unseren Kindern zu deren beruflicher Zukunft führen, auch ganz nebenbei im Alltag formulieren wir Vorstellungen, die wir für unsere Kinder haben. Damit machen wir Vorgaben, die oft für den Nachwuchs zur Orientierung oder gar Leitlinie werden – nicht zuletzt im Vertrauen darauf, dass die Eltern mit ihrer Lebenserfahrung schon wissen, was für die Kinder gut sein könnte.

Nicht ganz unvoreingenommen

Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit im Bundesinstitut für Berufsbildung könnte man vielleicht vermuten, dass ich die ideale Begleiterin in Sachen Berufswahl der eigenen Kinder sein könnte. Ich denke, dass das für mich persönlich nicht gilt – sonst wären die Dinge bei uns anders gelaufen. Auch in unserer Familie wurden die Gespräche über die berufliche Zukunft offenbar nicht ganz ergebnisoffen geführt: Tatsächlich hatte sich bei unserem Sohn die Vorstellung manifestiert, dass wir von ihm erwarten, nach dem Abitur ein Studium zu absolvieren. Dies hat uns doch sehr überrascht, denn eigentlich hatten wir gedacht, den Zukunftsvorstellungen unserer Kinder unvoreingenommen begegnet zu sein. Erst die persönliche Erfahrung hat meinen Blick dafür geschärft, wie man die Kinder begleiten sollte, wenn sie wichtige Entscheidungen für die berufliche Zukunft treffen müssen – und dass wir immer wieder unsere eigene Neutralität hinterfragen sollten.

Die befreiende Frage

Unser heute 27-jähriger Sohn hat das Gymnasium besucht, in der Oberstufe die Leistungskurse Sport und Mathe belegt und nach dem Motto „Ein kluges Pferd springt nicht höher, als es muss“ ein eher mittelprächtiges Abitur abgelegt. Anschließend hat er die Entscheidung zur eigenen Zukunft zunächst einmal vertagt und für sich eine „Findungsphase“ eingefordert. Die haben wir ihm unter der Auflage gewährt, dass er sich einen Job sucht und eine fixe Aufgabe im Haushalt übernimmt. Gesagt, getan: Den Job fand er schnell in einem Restaurant, zu Hause übernahm er das Kochen für die Familie.

Wir merkten schnell, wie begeistert er von diesen Aufgaben war. Dennoch hatte sich bei ihm der Gedanke, „dass man nach dem Abitur halt studiert“ und dass dies ja auch mit den elterlichen Vorstellungen einhergeht, offenbar schon sehr gefestigt. Deshalb begann er nach diesem Jahr mit einem Studium. Begeisterung dafür war jedoch keine zu spüren, er berichtete kaum über seinen Unialltag. Stattdessen drehten sich die Gespräche mit ihm immer wieder um das Kochen und wie welche traditionellen Gerichte zu modernisieren wären. Irgendwann haben wir dann die „befreiende“ Frage gestellt, was er denn nun wirklich möchte: studieren oder eine Ausbildung zum Koch machen?

Plötzlich ist der Berufswunsch klar

Es sprudelte nur so aus ihm heraus. Den Plan, Koch zu werden, hatte unser Sohn schon vollends ausgeklügelt, das erforderliche Vorgehen bereits klar durchdacht. Er wusste, dass er die französische Küche von der Pike auf lernen wollte, und hatte sich bereits ein Restaurant mit bestem Ruf ausgesucht. Die zentrale Begründung war, dass dort der Koch nicht im Fernsehen, sondern in der Küche zugegen sein und ihn einweisen würde. Wir haben ihm zugestimmt, es zu versuchen. Von da an ging alles schnell. Die Bewerbung war nach drei Tagen auf den Weg gebracht, weitere drei Tage später kam die Einladung des Restaurants. Für eine Woche wollten sie ihm die Möglichkeit geben, die Anforderungen des Hauses kennenzulernen.

Er war so beseelt von seinem Tun dort, dass völlig klar war: Hier hat jemand seine Profession gefunden. Eine Woche nach dem Praktikum lag der unterschriebene Ausbildungsvertrag in unserem Briefkasten. Die Ausbildung war wirklich hart, menschlich wie fachlich. Aber nicht einen Tag hat unser Sohn diese Entscheidung in Zweifel gezogen. Inzwischen leitet er die Küche eines Düsseldorfer Restaurants und sagt: „Das Kochen ist für mich das Bedienen eines Grundbedürfnisses. Und ich darf das jeden Tag tun – wow!“ Jetzt sind wir froh, dass wir alle zusammen rechtzeitig die Kurve bekommen haben. Für uns als Eltern bleibt die Erkenntnis, mehr auf unsere Kinder zu vertrauen. Sie wissen schon ganz gut, wie sie sich auf den Weg in die eigene Zukunft machen müssen. Das Ziel sollten die Jugendlichen selbst wählen – auf dem Weg dorthin können und müssen wir sie unterstützen.

Eltern sollten nur begleiten, nicht leiten

Die unvoreingenommene Beratung ist für Eltern nicht ganz einfach, denn sie „wollen ja immer das Beste“ für ihre Kinder – und glauben gern, das auch beurteilen zu können, denn sie haben ihre Kinder auf ihrem bisherigen Weg stets „gelenkt“. Aber in diesem Fall verändert sich unsere Rolle vom Leitenden zum Begleitenden. Sich dessen bewusst zu sein, dass für uns eine neutrale Beratung der eigenen Kinder bei der Berufswahl nicht ganz einfach ist, kann ein erster Schritt hin zu einer ergebnisoffenen Begleitung sein. Die fehlende Objektivität gegenüber den Kindern ehrlich zu formulieren, kann sie motivieren, die elterlichen Vorstellungen tatsächlich mit Blick auf die Vereinbarkeit mit den eigenen Ideen zu hinterfragen. Es muss für Kinder deutlich werden, dass die kritische Auseinandersetzung mit den Vorstellungen der Eltern legitim ist – was im Übrigen nicht nur bei der Berufswahl gilt.

Wenn die Berufsorientierung zum Thema wird, gilt die Devise: erst einmal zuhören und die Kinder reden lassen. Darüber hinaus sollten wir als Eltern uns bewusst machen, dass es heute nicht nur eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, sondern auch, dass sich Berufsbilder sehr stark gewandelt haben. So kann es sein, dass meine Vorstellungen von Berufen und deren Tätigkeiten sowie Anforderungen nicht mehr aktuell sind. Es hilft auch, sich als Eltern über den heutigen Stand in den jeweiligen Berufen erst einmal zu informieren.

Traumberuf: ja oder nein?

Ich sollte mein Kind nicht von seinem Berufswunsch abbringen, selbst wenn dieser nicht dem entspricht, was ich mir erhoffe: Wenngleich es Zeit kostet und vielleicht auch mit Enttäuschungen verbunden ist, sollten Kinder sich mit ihren Ideen versuchen dürfen. Allein schon, damit keine „offenen Fragen“ im Leben bleiben – getreu dem Motto: „Hätte ich doch …“. Auf der anderen Seite gibt es natürlich Jugendliche, die zunächst einen ähnlichen Weg wie die Eltern einschlagen möchten. Sich ein Stück weit auf „vertrauten Pfaden“ zu bewegen, etwas zu tun, was man schon zu kennen glaubt, erscheint zunächst vielleicht als der Weg des geringsten Widerstands.

Dabei sollten wir Eltern aber schon erkennen, ob bei unseren Kindern ein echtes Interesse vorliegt. Falls ja, ist es aus meiner Sicht sinnvoll, dass sie die Ausbildung in einem fremden Betrieb der gleichen Branche machen und nicht im elterlichen Unternehmen. Oder man zeigt den Kindern ähnliche Optionen auf. So nennen viele Kfz-Mechatroniker/in als Berufswunsch, aber vielleicht wäre auch eine Ausbildung als Zweiradmechaniker/in oder Land- und Baumaschinenmechatroniker/in spannend. Das erweitert zudem die Perspektive.

Einfach in Berufe reinschnuppern

Eltern sollten die vielfältigen Informationsmöglichkeiten nutzen, zum Beispiel digitale Angebote (siehe unten) oder Elternabende zur Berufsorientierung in der Schule. Vorteil des heutigen Schulsystems sind die vielfältigen Angebote zur Berufsorientierung: zum Beispiel Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen oder Praktika. Als Eltern können wir unsere Kinder motivieren, sich auszuprobieren und in Berufe hineinzuschnuppern, die sie nicht auf dem Schirm hatten. Sie sind ja auch einen Schritt weiter, wenn sie wissen, was auf keinen Fall in Frage kommt. Vielleicht werden sie aber auch positiv überrascht. Es hilft, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Generell sollten wir als Eltern unsere Kinder stärken, sich etwas zuzutrauen und Rückschläge nicht als totales Versagen zu interpretieren. Die wichtigste Botschaft an die Jugendlichen ist: Welchen Beruf auch immer ihr auswählt, entscheidend ist, dass ihr es so gut macht, wie ihr könnt!

Barbara-Christine Schild ist Diplom-Geografin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Hilfreiche Online-Portale

berufenavi.de: Das neue Berufsorientierungsportal für Jugendliche des Bundesministeriums für Forschung (BMBF) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) will Jugendliche bei der Suche nach ihrem Wunschberuf unterstützen. Neben einer Selbsteinschätzung bietet es Orientierungshilfen, Talenttests, Praktikumsbörsen und Beratungsangebote sowie Links zu weiteren Online-Angeboten.

berufsberatung.ch: Das offizielle schweizerische Informationsportal bietet eine Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung und beantwortet Fragen rund um Lehrstellen, Berufe, Aus- und Weiterbildungen.

jugendportal.at/themen/arbeit-beruf/ berufsorientierung: Hier gibt es zahlreiche Links zu Websites und Beratungsangeboten in Österreich.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/04/family_koch.jpg 1414 2121 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2022-04-06 09:30:012022-04-06 09:30:01Ihr Sohn bricht das Studium ab und wird Koch – das lehrte Barbara-Christine diese Phase

Welchen Beruf soll mein Kind nach der Schule wählen? Diese Tipps können helfen

Die Jobwahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Aber was tun nach dem Schulabschluss? Berufsberaterin Heike Scherneck weiß Rat.

„Meine Tochter (16) zerbricht sich seit Monaten den Kopf darüber, was sie nach der Schule machen soll. Dass ihr Abschluss nun immer näher rückt, entspannt die Lage nicht gerade. Wie kann sie diese Entscheidung treffen und wie können wir ihr dabei helfen?“

Die Berufswahl zählt zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben, und ich rate, möglichst frühzeitig damit zu beginnen, denn die Frage, welcher Beruf zu einem passt, ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Was sind die beliebtesten Berufe?

Zunächst gilt es herauszufinden, was man kann und will. Was sind die persönlichen Stärken und Schwächen Ihrer Tochter, ihre Hobbys und Lieblingsfächer, welcher Beruf interessiert sie? Hier kann die Hilfe durch Familie und Freunde förderlich sein. Anschließend folgt ein Abgleich dieser Eigenschaften mit Berufsbildern. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen der letzten zehn Jahre gehören Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/-in, Bürokaufmann/-frau, Handelsfachwirt/-in, Industriekaufmann/-frau, Bankkaufmann/-frau oder Medizinische/-r Fachangestellte/-r. Natürlich kann auch ein Studium in Erwägung gezogen werden.

Arbeitsagentur übernimmt Reisekosten

Ob Ausbildung oder Studium – es empfiehlt sich immer, die Unterstützung von Experten zu suchen. An den Schulen sprechen die Berufsberater das Thema in den Vorabgangsklassen an. Bei einem Praktikum können Berufsfelder kennengelernt und ausprobiert werden. Es gibt auch verschiedene Informationsquellen online, wie beispielsweise den „Berufe-Entdecker“ auf planet-beruf.de oder in der Schweiz berufsberatung.ch. Ich empfehle zudem ein individuelles Gespräch mit einem Berufsberater der Arbeitsagentur. Hier werden jahrelange Erfahrungen und Kenntnisse über den regionalen Arbeitsmarkt weitergegeben und auch Bewerbungs- und Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen übernommen.

Worauf es bei der Bewerbung ankommt

Findet Ihre Tochter eine Stellenanzeige, die ihr gefällt, sollte sie darauf achten, ob der Arbeitgeber eine klassische Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf, Passbild und Zeugnissen oder eine E-Mail-Bewerbung wünscht. Danach orientiert sich der Aufbau des Anschreibens. Die Berufsberatung bietet auch dazu Unterstützung an. Ich rate den jugendlichen Bewerberinnen und Bewerbern, sich vor einem Vorstellungsgespräch über den Ausbildungsbetrieb kundig zu machen. Meist hilft ein Blick auf die Homepage der Firma, aber auch ein Klick auf berufenet.arbeitsagentur.de ist gut, um Auskünfte über die Ausbildung zu erhalten. Auf Umgangsformen, Motivation und Kleidung sollte auch geachtet werden. Angemessene Kleidung heißt nicht immer Schlips und Kragen.

Gute Chancen trotz Corona

Durch die Corona-Krise kam es auf dem Ausbildungsmarkt zu Verschiebungen. Arbeitgeber waren bei der Einstellung von Jugendlichen zum Teil zurückhaltend. Aber aufgrund der demografischen Entwicklung und dem unveränderten Fachkräftebedarf sind die Chancen nach wie vor sehr gut. Besonders chancenträchtig sind weniger bekannte Ausbildungsberufe. Sollte Ihre Tochter trotz guter Vorbereitung keinen Ausbildungsplatz bekommen, gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder Einstiegsqualifizierungen, beides eine Art Jahrespraktikum, sind Beispiele dafür.

Heike Scherneck ist Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Gießen.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2021/03/family_beruf.jpg 1414 2121 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2021-03-19 09:53:482021-03-19 09:53:48Welchen Beruf soll mein Kind nach der Schule wählen? Diese Tipps können helfen

„Er macht jetzt seinen Doktor!“

Früher waren es die ersten Schritte. Die ersten Wörter. Die mehr oder weniger kunstvollen Bilder der Kinder. Nun ist es das Abi. Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung. Das Diplom, der Bachelor, der Master, der Doktor, der Meisterbrief …

Viele Eltern sind stolz auf ihre großen Kinder. Das dürfen sie auch. Das sollen sie sogar. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass es gar nicht so sehr um die Kinder geht. Schwingt nicht oft der Gedanke mit: „Sehr her, ich bin eine gute Mutter, weil mein Sohn jetzt den Doktor macht.“?

Wir Eltern schmücken uns gern mit den Erfolgen unserer Kinder. Ist ja auch okay. Besser jedenfalls, als nur auf das Negative zu sehen: „Ja, er hat sein Studium in Mindestzeit absolviert, aber er hat immer noch keine feste Freundin.“ „Ja, sie hat eine feste Stelle, aber ich hatte gedacht, sie würde studieren …“ Hier sollten Eltern mal ganz schnell ein bisschen stolzer werden.

Aber wenn wir Erfolge in Schule, Ausbildung, Beruf oder Studium so stark hervorheben, kann das problematisch sein. Zum einen, wenn es bei den eigenen Kindern vielleicht doch mal nicht so gut läuft. Wenn der Einser-Abiturient plötzlich das Studium abbricht. Oder die erfolgreiche Uni-Absolventin keinen passenden Job findet. Schließlich muss unser Sohn, unsere Tochter auch in solchen Situationen sicher sein können, dass ihnen unsere Liebe und Wertschätzung gilt. Dass sie nicht abhängig ist von guten Noten und üppigen Gehaltsabrechnungen.

Und andererseits: Für Eltern, deren Kinder keine „Überflieger“ sind, ist es oft schwierig, wenn in ihrem Umfeld immer wieder von den Erfolgen der Kinder die Rede ist. Worüber soll ich reden, wenn mein Sohn keine Lehrstelle findet? Wenn die Tochter einen Beruf gewählt hat, der wenig Anerkennung erntet? Deshalb ist es wichtig, sensibel mit dem Stolz auf die eigenen Kinder umzugehen. Das wissen wir ja eigentlich schon seit Krabbelgruppenzeiten. Aber wir wissen auch: Jedes Alter der Kinder bringt neue Herausforderungen mit sich. Und gerade die Phase der beruflichen Orientierung und Ausbildung ist eine Steilvorlage für Eltern, in die Stolz-Falle zu tappen. Wie heißt es so schön: „Augen auf bei der Berufswahl!“ Ich würde sagen: „Eltern: Augen auf beim Reden über die Berufswahl!“

Bettina Wendland ist Redakteurin bei Family und FamilyNEXT.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/03/nicolasberlin_photocase.de_.jpg 1988 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-03-05 11:29:152018-06-05 14:19:49„Er macht jetzt seinen Doktor!“

Sechs Schritte zum Traumberuf

„Unser 16-jähriger Sohn ist völlig planlos, was er beruflich machen soll. Wie kann er den passenden Beruf finden?“

Mit 16 wusste ich auch nicht, was ich werden sollte – also lernte ich Elektroinstallateur. Im Nachhinein war es der falsche Beruf für mich, auch wenn die Lehrzeit meinen Horizont enorm erweiterte. Nach meiner Zivildienstzeit in einer Behinderteneinrichtung studierte ich Theologie und wurde Pastor. Danach kam eine Zeit als Jugendreferent und heute bin ich Leiter eines Orientierungsjahres. Schon damals war es mit der Berufsfindung nicht einfach, heute ist es in unserer vernetzten Welt noch schwieriger geworden. Die Berufswahl ist eine der größten Herausforderungen im Leben von Jugendlichen. Sie haben eine Million Möglichkeiten, was sie machen könnten. Von daher ist es für die allermeisten schwer, sich für eine berufliche Richtung zu entscheiden. Wie kann man ihnen trotzdem helfen, ihren beruflichen Weg zu gehen? Hier ein paar praktische Tipps für Jugendliche:

1. Finde deine Gaben und Fähigkeiten heraus. Hilfreich ist der Schüler-Test auf www.berufsprofiling.de. Er dauert ca. 1,5 Stunden und ist das Beste, was es aktuell dazu gibt.

2. Finde Berufe, die zu diesen Begabungen passen. Das Testergebnis liefert wertvolle Hinweise.

3. Wähle fünf bis 15 Berufe aus der Liste aus und informiere dich intensiv darüber. Infos zu Berufen findest du u.a. hier: www.berufe.tv, www.planet-beruf.de, www.berufsberatung.ch

4. Mache von den drei Haupt-Berufen, die du für dich entdeckt hast, eine Liste: Was spricht für diesen Beruf, was dagegen? Lege für jeden Beruf ein Din A4-Blatt an.

5. Suche dir einen Berater, mit dem du über deine Überlegungen sprichst. Du kannst zum Beispiel mit dem (Jugend-)Pastor darüber reden. Auch im Berufsinformationszentrum bzw. in der Arbeitsagentur gibt es gute Berater. Schweizer wenden sich an die kantonale Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.

6. Bete während dieses Prozesses immer wieder. Gott hat etwas vor mit deinem Leben – und er wird dich durch all deine Überlegungen leiten. Schreib alle Fragen, Zweifel und Unsicherheiten zum Beispiel in einem Gebetstagebuch auf.

EIN JAHR ORIENTIERUNG
Meine Frau und ich leiten „Lebenstraum“ – ein Jahr der Orientierung für junge Erwachsene in Uffenheim/Mittelfranken. Auch das ist eine Möglichkeit für unentschlossene junge Erwachsene. Es gibt drei Schwerpunkte: Berufsfindung und Persönlichkeitsentwicklung, Biblische Inhalte und christliche Werte, Soziales Engagement. Dabei ist uns wichtig, dass die jungen Erwachsenen Verantwortung übernehmen. Sowohl für die Berufswahl, als auch für die Gemeinschaft und ihren persönlichen Glauben. Außerdem kann jeder Teilnehmer in selbst konzipierten sozialen Projekten seine Gaben austesten.

Stephan Münch und seine Frau Hanna leiten das Orientierungsjahr „Lebenstraum“ in Uffenheim: www.dein-lebenstraum.com .

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/09/UntereinemDach-e1504688938251.jpg 559 643 Julia Kallauch https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Julia Kallauch2017-09-09 09:00:362018-06-05 14:20:04Sechs Schritte zum Traumberuf
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