springe zu:
  • Online-Magazin
    • Artikel aus den Heften
    • Erziehungs-Tipps
  • Family-Produkte
    • Alle Family Produkte
    • Abonnement
  • Familien-Foren
  • ServiceKontakt & Anzeigen
    • Spenden
    • Christliche Jobbörse edenjobs.de
    • Kontakt
      • zur Redaktion
      • zum Kunden-Service
    • Werben in Family (Mediadaten)
    • Vertrag kündigen
  • Family bestellenAbo & Geschenke
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • FamilyNEXT bestellen
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Artikel aus den Heften

Naturbingo

Hier findet ihr die Vorlage für unser Naturbingo aus der Family 5/20. Viel Spaß damit!

Family_Naturbingo

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/Naturbingo-scaled.jpg 2250 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2020-09-01 09:58:382020-07-30 09:59:57Naturbingo

Schadet vegane Ernährung?

„Meine Tochter (14) will sich vegan ernähren. Ist das nicht ein Problem bei Heranwachsenden? Und was müsste man beachten?“

Ihre Sorge ist nachvollziehbar und tatsächlich nicht ganz unbegründet. Generell gilt: Je einseitiger die Ernährung und je jünger das Kind ist, umso größer wird das Risiko einer Mangelversorgung. Junge Mädchen, die noch im Wachstum sind und schon ihre Regelblutung haben, haben schon bei Mischkost ein höheres Risiko, zum Beispiel einen Eisenmangel zu bekommen – bei veganer Ernährung steigt dieses Risiko deutlich an!

Mischkost ist die beste Kost

Ernährungswissenschaftler plädieren für eine Mischkost, die zwar überwiegend pflanzliche Lebensmittel enthalten sollte, jedoch in Maßen auch Fleisch. Wer kein Fleisch isst, senkt die Zufuhr von gut verfügbarem Eisen und Zink und auch von Vitamin B12 durch Lebensmittel deutlich. Bei zusätzlichem Verzicht auf Seefisch fehlt zudem eine wichtige Quelle für Jod, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Wer komplett auf tierische Lebensmittel verzichtet, sich also vegan ernährt, nimmt zusätzlich weniger Kalzium und Vitamin B2 zu sich. Vitamin B12 und hochwertiges tierisches Eiweiß fehlen völlig!

Pflanzliches Eisen, das notwendig für den Aufbau von roten Blutkörperchen ist, ist für den menschlichen Körper nicht so gut verwertbar wie Eisen aus Fleisch und Wurst. Allerdings kann man durch Kombination von „Pflanzeneisen“ mit Vitamin C dieses Manko teilweise ausgleichen: Isst man sein Müsli (das Getreide enthält Eisen) mit Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Kiwi) oder sein Vollkornbrot mit frischer Paprikarohkost oder einem Glas Orangensaft, wird die Verwertbarkeit des pflanzlichen Eisens erhöht.

Eine ausreichende Jodzufuhr könnte bei ausschließlich pflanzlicher Ernährung durch jodiertes Speisesalz und durch mäßigen, aber regelmäßigen Verzehr zum Beispiel von Nori-Algen sichergestellt werden. Die „ovo-lacto-vegetarische“ Form der Ernährung, bei der neben Pflanzenkost auch Eier und Milchprodukte verzehrt werden, liefert auch Kalzium, vor allem wichtig für die Stabilität von Knochen und Zähnen, und Vitamin B2, notwendig für den Energie- und Eiweißstoffwechsel. Gewissheit über die Nährstoffversorgung schafft jedoch nur eine Blutuntersuchung.

Vegane Ernährung nur mit Präparaten

Bei langjähriger veganer Ernährung können schwere Vitamin-B12-Mangelzustände auftreten, die zur Blutarmut führen. Da aber Vitamin B12 auch sehr wichtig für die Entwicklung der Nervenzellen und des Gehirns ist, sollten Veganer ihre Kost unbedingt mit Vitamin-B12-Präparaten ergänzen. Auch der Bedarf an Vitamin D wird bei einer rein veganen Ernährung oft nicht gedeckt. Gerade in Wachstumsphasen, in denen Knochensubstanz aufgebaut werden soll, muss Vitamin D – genauso wie Vitamin B12 – durch Supplemente (Nährstoffpulver oder -tabletten) zugeführt werden.

Die meisten Jugendlichen, die sich vegan ernähren, lehnen erfahrungsgemäß aber jegliche „Zusatzstoffe“ oder Medikamente ab. Unter diesen Voraussetzungen ist eine vegane Ernährung gesundheitlich bedenklich und somit abzulehnen.

Elke Decher ist Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und unterrichtet Ernährung, Hauswirtschaft und Gesundheits- und Naturwissenschaften an einem Berufskolleg.
Illustration: Sabrina Müller, sabrinamueller.com

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/family_vegan_01.jpg 1328 1992 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-28 12:04:342020-07-08 12:08:17Schadet vegane Ernährung?

„Ein Wunder“: Vier Mal kämpft Simone gegen den Krebs – und siegt

Mit 13 Jahren wurde bei Simone Heintze das erste Mal Krebs diagnostiziert, ein Lymphdrüsentumor. Dreimal kommt die Krankheit zurück, davon einmal als Brustkrebs. Heute ist Simone Heintze 46 und gilt als geheilt. „Ein Wunder“, sagt sie.

Simone Heintze hat ein gelbes Tuch umgebunden. Gegen den Wind. Ein luftiger Sommertag in Herne im Ruhrgebiet, ein paar Wolken am blauen Himmel. Eine Kanne Tee, Kekse, ein Schälchen mit Kirschen, die sie vom Besuch in ihrer württembergischen Heimat am Wochenende mitgebracht hat. „Wir sitzen in einem windigen Eckchen“, lächelt sie. „Es erinnert mich an die See“.

Aus Krankheitsgründen Rente

Sie erzählt von ihrem Ehrenamt als „Versichertenälteste“ bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Als nach der dritten Chemo 2017 klar war, dass sie nicht mehr würde arbeiten können, hat sie sich dem Ehrenamt gewidmet. Einmal die Woche macht sie jetzt Rentenberatung „für Leute wie mich“, die aus Krankheitsgründen berentet werden. Die Arbeit macht ihr Freude, und „ich weiß, wie sie sich fühlen; diese Empathie tut kranken Menschen gut“.

Sorge um die Kinder

Wir sind mitten im Thema. Wie ist es, wenn das Leben durchgerüttelt wird? „Da ist alles drin“, sagt Simone Heintze nachdenklich. Zeitweise war es „ein Kampf“. Erschöpft hat sie in manchen Phasen gesagt: „Ich will und kann nicht mehr!“, als Jugendliche schon gefragt: „Was soll dieses Leben?“ Sie empfindet es als „Gnade, dass ich nicht bitter geworden bin“. Manchmal hat sie trotzig gesagt: „Ich schaff das schon …“ Ist es gut, das zu sagen, oft wider alle Vernunft? „Für einen selber manchmal ja“. Am Anfang einer Krankheitsphase ist so ein Satz auch „eine Botschaft an die Kinder: dass sie nicht in Panik geraten“. Das war bei den Erkrankungen 2013 und 2017 ihre größte Sorge. „Manchmal sagt man sowas auch unbewusst, um die anderen zu beruhigen.“

„Meine Ehe hat’s nicht überstanden“

„Echt schlimm“ war für Simone Heintze die Trennung von ihrem Mann, 2013, im Zuge ihrer Brustkrebserkrankung: „Die Chemo war schon schlimm, aber die Trennung hat das noch getoppt.“ Für sie „war immer klar: Ich bleib mein Leben lang verheiratet. Ich dachte: Irgendwie findet man wieder einen Weg zueinander.“ Es kommt anders. Sie schüttelt den Kopf: „Dass das so auseinanderdriftet, dass wir uns überhaupt nicht mehr kennen, dass jeder sich so verändert – das war erschreckend! Da knabber‘‚ ich heut noch dran.“ Sie möchte nicht näher darüber reden, auch mit Rücksicht auf ihren Ex-Mann. Nur so viel: „Meine Brustkrebserkrankung hab ich überlebt, aber meine Ehe hat’s leider nicht überstanden.“

Endlich wieder Haare

Sie streicht ihre Haare zurück, die der Wind zerzaust. Eine leichte Bewegung nur, aber eine wichtige. Weil neben den medizinischen Fragen auch kosmetische eine Rolle spielen. Andere können die Krankheit sehen. „Auch wenn man selbst morgens die Glatze sieht, wird einem bewusst: Du bist richtig krank!“ An manchen Tagen, wenn sie partout keine mitleidigen Blicke ertragen konnte, hat sie ihre Perücke aufgesetzt – und öfter Komplimente für die „schicke Frisur“ erhalten, schmunzelt sie. Perücken sind mittlerweile so gut, dass viele nicht merken, dass man eine trägt. Vor allem aber freut Simone sich, dass die Haare bei ihr schnell nachwachsen. Nach der letzten Therapie begann es „mit einem weichen Kükenflaum“. Ihre Kinder haben ihr danach doppelt gern über den Kopf gestreichelt. „Selbst die Ärzte fanden das toll! Mein Arzt, Dr. Abdallah von den evangelischen Kliniken Gelsenkirchen, sagte: ‚Ich muss einmal über Ihre Haare streichen‘.“

Kerzenflashmob

Simone Heintze deutet auf ein mehrstöckiges Gebäude nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt: „Da drüben ist übrigens meine Klinik, das Marienhospital Herne, wo ich in Behandlung war.“ Sie arbeitet da noch als „Grüne Dame“ in der Onkologie und läuft immer mal ihrem Onkologen Professor Strumberg über den Weg. Zu ihren Ärzten hat sich ein „inniges Verhältnis“ entwickelt. „Sie standen wie eine Wand hinter mir, haben mir signalisiert: Wir gehen mit Ihnen zusammen da durch.“ Besonders, als sich ihr Zustand während der Behandlung 2017 dramatisch verschlechtert, eine Lungenentzündung und eine Herzmuskelentzündung sich einschleichen, ihr Leben zeitweilig am seidenen Faden hängt. Es geht ihr „grottenschlecht“, als Prof. Strumberg sagt: „Wir schaffen das zusammen.“ Und Dr. Abdallah nimmt bei Gesprächen ihre Hand in seine, sendet das Signal: Jetzt passe ich auf Sie auf! Dazu kommt eine WhatsApp-Gruppe mit etwa 35 Freunden und Bekannten, aus ihrer Kirchengemeinde, die fast rund um die Uhr für sie beten. Als es ihr besonders dreckig geht, entzünden alle bei einem „Kerzenflashmob“ eine Kerze für sie.

Mehr als Glück

Die Behandlung ist erfolgreich, Simone Heintze als geheilt entlassen. Es war „ein ganzes Gebilde“, das sie mit ihrer Familie da durchgetragen hat. „So, wie ich jetzt dastehe, nach vier Erkrankungen, Chemotherapien, körperlichen Torturen, nach der Herzerkrankung – das kann sich keiner erklären.“ Wieder lächelt sie: „Ärzte tun sich ja schwer, ein Wort wie ‚Wunder‘ in den Mund zu nehmen, vor allem ein göttliches Wunder. Sie sagen dann: Da ist etwas passiert, was wir uns unter normalen Umständen nicht erklären können …“ Für sie ist klar: „Ich sehe es als Wunder; nicht nur eins, sondern viele Wunder sind da passiert. Was Menschen unmöglich ist, das macht Gott möglich.“

„Gott ist bei mir!“

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben sie gelassener gemacht. Natürlich hat sie Zweifel gehabt: „Gott, hast du mich jetzt doch vergessen?!“ Auch ihre Kinder fragen: Wie kann Gott das zulassen, wo du doch so gläubig bist?! Simone sagt: „Ihr habt recht, aber kein Christ schwebt auf einer rosaroten Wolke.“ Viel wichtiger findet sie „die Erfahrung: Ich bin nicht allein, Gott ist bei mir! Das erlebt man aber nur, wenn’s einem so geht“.

Original Sylter Korb, blau-weiß

Simone Heintze sitzt bei sich im Garten, in einem blau-weißen Strandkorb: ein Sylter Original, vor Jahren auf der Insel ausrangiert. Ein Erinnerungsstück und Geschenk von ihrem Ex-Mann zum 40. Geburtstag. Hier kommt alles zusammen: Sylt ist „meine Erholungs- und Seeleninsel“. Der Blick übers Meer hilft ihr, „als ob die Weite auch mein Inneres weitet“. Eine Erinnerung an 20 Jahre Familien-Urlaub auf der Insel: „Ich war 20 Jahre verheiratet, da war ja nicht alles Mist …“

Heulend auf dem Abiball

Hat sie Träume für die Zukunft? Sie möchte Freunde besuchen, Zeit zum Zuhören haben. Sie freut sich darauf, viel mit ihren Kindern zu erleben, zu sehen, wie sie selbstständig werden, mitfeiern zu können. Als ihr Sohn 2015 seinen Abiball gefeiert hat, hat Simone erst mal geheult – sie hätte nicht gedacht, dass sie das noch erleben würde. „Die Lebensfreude ist bei mir immens. Ich mache mir bewusst, wie viel ich schon erlebt habe, wie viel Wertvolles entstanden ist. Diese Dankbarkeit gibt mir Mut für die Zukunft.“

Über ihren Kampf gegen den Krebs hat Simone Heintze zusammen mit Julia Fiedler auch ein Buch geschrieben: „Wäre schön blöd, nicht an Wunder zu glauben“ (Gerth Medien).

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/08/family_heintze-2.jpg 960 1280 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-25 14:18:052020-08-25 14:18:05„Ein Wunder“: Vier Mal kämpft Simone gegen den Krebs – und siegt

Mut zur Lücke

Warum Jugendliche ihre Eltern dabei brauchen. Von Stefanie Diekmann

Mit grimmiger Miene erscheint Isa beim Abendessen. Sie will nicht so richtig damit raus, was sie gerade beschäftigt. Zwischen Salat und Käsebrot beginnt ihr Bruder Ruben zu reden: „Hey Isa, hast du gehört: Paula geht mit ‚Jugend trainiert für Olympia‘ nach Berlin. Krass, was die alles kann!“ Während Isa Ruben giftige Blicke zuwirft, steigt Mama unbedarft ins Thema ein: „Ja, Paula ist wirklich sehr vielseitig: Sie tanzt, singt im Lobpreisteam der Gemeinde, ist im Physik-Projekt für Jungforscher … Und letzte Ferien hat sie ein Praktikum in Japan gemacht. Unglaublich!“ Isa springt auf. Für sie ist es zu viel. Zu viel, was andere können und sie nicht.

Von Freunden abhängig

Die Begabungen junger Menschen entwickeln sich ab der Pubertät sehr individuell. Während einige sich auf einzelne Sportarten oder ein Musikinstrument konzentrieren, gibt es Jugendliche, die scheinbar alles können. Sich bewusst auf sich zu konzentrieren und die eigenen Interessen zu erspüren, scheint in der Tretmühle eines vollen Wochenplans kaum möglich. In dieser Altersphase ist das Bewusstsein für sich selbst sehr vom Miteinander mit Freunden abhängig. Da geht man mit zum Handball-Training, weil alle gehen, ob wohl man im Orchester viel mehr Spaß hat.

Mut zur Lücke ist eine befreiende Haltung, die junge Lebensentdecker immer wieder aus ihrem Umfeld hören sollten: Du brauchst nicht alles zu wissen. Du darfst alles fragen, musst aber nicht auf alles Antworten haben. Und du musst schon gar nicht alles können. Sich mit anderen zu vergleichen und scheinbar weniger begabt zu sein, wird in dieser Zeit oft als Niederlage erfahren. Das kann dem Jugendlichen zusetzen, weil das Selbstbewusstsein meist noch einem weichen Tonkrug gleicht.

Als Letzte im Ziel

Was können Eltern tun? Zum Beispiel von ihren eigenen Lücken berichten: Wie Papa sich im Kunstunterricht beim Zeichnen gequält hat. Wie Mama bei den Bundesjugendspielen als Letzte ins Ziel lief. Wie Oma bis heute beim Scrabble immer verliert und der Jugendleiter gar nicht singen kann.

Eine Lücke hat niemand gern. Auch Erwachsene nicht. Ihnen kann es unangenehm sein, nach den aktuellen Kommaregeln zu fragen. Oder sich zum dritten Mal erklären zu lassen, wie man den Streaming Dienst startet. Wenn schon Menschen mit erlebten Erfolgen und Kompetenzen ungern Lücken aushalten und preisgeben, dann sollten wir Jugendliche umso mehr ermutigen, dass sie nicht alles können und wissen müssen.

Der Schweizer Psychiater Léon Wurmser hat ein komplexes Thema mit diesem Zitat zusammengefasst: „Scham ist die Hüterin der menschlichen Würde.“ Mich als unwissend zu entblößen, bedeutet, die Scham auszuhalten, dass andere wissender, klüger, gebildeter … sein könnten oder sind als ich. Jugendliche darin zu begleiten, die Scham über eine „Lücke“ nicht als Endpunkt zu erleben, ist die Aufgabe der Eltern. Jugendliche zeigen auch hier einen ganz unterschiedlichen Umgang mit ihren Lücken. „Wenn ich etwas nicht weiß, guck ich mir später eine Doku dazu an“, verrät Alba ihren Umgang mit Lücken. Leo meint: „Ich finde mich damit ab. Ich bin wohl eher der Dulli in Physik! Dafür kann ich viel besser kochen als meine Freunde!“
Die Würde eines Menschen ist unabhängig von dem, was er tut. Unabhängig von Leistung und Können. Hier ist Gottes bedingungslose Zustimmung zur Persönlichkeit jedes Menschen zu spüren. An diese Annahme und Würde werden alle gern erinnert: Eltern und Jugendliche.

Stefanie Diekmann ist Pädagogin und Autorin und lebt mit ihrer Familie in Göttingen.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/family_luecke-2.jpg 1414 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-24 11:47:012020-07-08 11:58:45Mut zur Lücke

Er will in eine Burschenschaft

„Unser Sohn überlegt, einer Burschenschaft beizutreten, weil er bei ihnen günstig ein Zimmer mieten kann. Uns ist das nicht geheuer. Wie gefährlich sind Burschenschaften, worauf muss man achten und ab wann sollten wir als Eltern eingreifen?“

Der Übergang in das zunehmend eigene Leben bleibt immer auch riskant. Weg und Ziel sind offen. Sie als Eltern müssen vertrauen – im Wissen, Ihrem Sohn das mitgegeben zu haben, was Ihnen wichtig ist. Und in der Zuversicht, dass er seinen Platz, seine Bezugsgruppen findet, seine eigene Weltsicht entwickelt und politische Fragen selbst beurteilt und passende Formen des Zusammenlebens gestaltet. Ob eine und welche Burschenschaft für ihn ein passender Lebensort ist, gilt es noch herauszufinden.

Gut zuhören

Besprechen Sie doch einmal mit Ihrem Sohn, was Ihnen „nicht ganz geheuer“ ist und legen Sie ihm Ihre Sorgen und Grenzen im Gespräch offen. Versuchen Sie aber auch, ihm gegenüber offen zu sein, ihm gut zuzuhören und seine Beweggründe zu verstehen – ohne sofort dagegen zu reden. Klären Sie mit ihm auch wichtige Fragen: Burschenschaften stellen auf Lebenszeit Erwartungen an ihre Mitglieder: Aktivitäten, Dienste, Feste, Veranstaltungen oder Zahlungen. Kennt Ihr Sohn den zusätzlichen Aufwand? Oft wird betont, dass ihnen Geschichte, Traditionen und Werte besonders wichtig seien. Sucht Ihr Sohn nach Zugehörigkeit oder Gleichgesinnten und meint, sie dort zu finden? Was verspricht er sich von der Mitgliedschaft?

Dass Burschenschaften mit günstigem Wohnraum um neue Mitglieder werben, denen sie die nervige Wohnungssuche verkürzen wollen, ist nicht untypisch. Manche werben auch mit der Gelegenheit, rasch neue Leute kennenzulernen, mit einem Netzwerk, das berufliche Vorteile verspricht. Allerdings können solche Kontakte auch anders geknüpft werden. Niedrige Kosten sind je nach finanzieller Lage auch ein gewichtiges Argument. Hier könnten WGs oder Wohnheime eine Alternative sein.

Genau hinsehen

Wenn Ihr Sohn schon eine konkrete Verbindung im Blick hat, informieren Sie sich darüber. Ein Teil der Verbindungen steht in der Kritik, weil sie exzessivem Alkoholkonsum Vorschub leisten, als frauenfeindlich gelten oder als „schlagende Verbindungen“ die Mensur austragen (körperliche Verletzungen inklusive). Ein anderer Teil sorgt durch Aufnahmebedingungen („nur für Deutsche“) für heftige Debatten. Andere stehen unter Beobachtung, weil sie rechtsextremistische Einstellungen vertreten und entsprechend tätig sind.

Einzelne stehen Gruppierungen nahe, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden (zum Beispiel Identitäre Bewegung) oder organisieren Veranstaltungen mit rechtsextremen Rednern oder Beiträgen. Es gibt auch politisch liberalere, unpolitische, christliche, musische und auch Burschenschaften, die Frauen oder Nichtakademiker aufnehmen.
Sollte Ihr Sohn die Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Burschenschaft anstreben, sollten Sie dem entgegenwirken. Hier müssen Sie nicht hilflos zusehen: Suchen Sie den Austausch mit anderen Betroffenen oder wenden Sie sich gegebenenfalls an eine Beratungsstelle.

Torsten Niebling ist Elternberater und Leiter der „Pädagogischen Fachstelle Rechtsextremismus – Rote Linie“ beim St. Elisabeth-Verein e.V. in Marburg.
Illustration: Sabrina Müller, sabrinamueller.com

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/family_burschenschaft_01.jpg 1341 2011 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-19 10:58:522020-07-08 11:16:25Er will in eine Burschenschaft

Einmal noch öffnete Baby Mia die Augen – Fotograf hält bewegenden Moment für die Ewigkeit fest

Oliver Wendlandt fotografiert Sternenkinder, also Babys, die rund um die Geburt sterben. Seine Fotos helfen den Eltern. Hier erzählt er von seinem intensivsten Auftrag.

Der Alarm kam für Regensburg – 16 Uhr Nottaufe, die Eltern wollen Bilder. Also flugs ins Auto gehüpft und sehr zügig in die Klinik in Regensburg gefahren. Die Zeit war knapp, um die Taufe noch dokumentieren zu können. Einen Stau musste ich auch umfahren. 15 Minuten vor der Taufe erreichte ich die Klinik und ging schnurstracks zur Kinderintensivstation, wo mich die Schwester, die uns gerufen hatte, schon erwartete. Im Raum zwei Häuflein Elend: die Eltern.

Alles sah gut aus …

Beim kurzen Gespräch wurde das ganze Ausmaß des persönlichen Dramas offenbar: Das kleine Mädchen wurde in der 25. Schwangerschaftswoche geboren, es war zu wenig Fruchtwasser vorhanden, und das Kind war unterversorgt. Auf der Intensivstation wurde sie über Tage gepäppelt, alles sah gut aus. Das Kind nahm zu, wuchs, die Hoffnung der Eltern war groß. Dann kam es zu einer Infektion des Darmes, die von den Ärzten trotz aller Versuche nicht in den Griff zu bekommen war. Man könne nichts mehr für die Kleine tun, war die Aussage der Ärzte. So entschieden sich die Eltern, das kleine Mädchen taufen zu lassen und dann die lebenserhaltenden Systeme abzuschalten.

Die Taufe

Ich begann, bevor der Pfarrer kommen sollte, einige Bilder des Mädchens im Brutkasten zu machen – die Scheiben haben das erschwert, aber nicht unmöglich gemacht. Wenige Minuten danach kam der Pfarrer. Die Taufe war würdevoll, ich habe sie für die Eltern gefilmt. Nachdem der Pfarrer sich verabschiedet hatte, wurden dem Mädchen Schmerzmittel verabreicht und der Brutkasten samt Infusionsturm in ein anderes Zimmer gebracht, in das natürlich die Eltern der Kleinen, aber auch einige Schwestern, eine Seelsorgerin und ein Arzt mitkamen.

Winzige Händchen greifen nach der Mutter

Das Mädchen wurde vorsichtig herausgenommen und nach und nach wurden alle Schläuche abgeklemmt, lediglich das EKG lief weiter. Als ich anfing zu fotografieren (die Mutter hatte das Kind auf dem Arm), öffnete die Kleine die Augen und griff immer wieder mit den winzigen Händchen nach dem Daumen der Mutter und dem Finger des Vaters. Das war irgendwie surreal, anders kann ich das nicht beschreiben. Nach etwa 10 Minuten schloss das kleine Mädchen seine Augen für immer.

Intensiver als alles andere

Das war das zweite Kind, das ich bisher beim Sterben begleitet habe, alle anderen waren schon tot. Dadurch, dass die Kleine die Augen offen hatte und sich bewegt hat, war das aber ungleich intensiver als alles, was ich in diesem Bereich bisher erlebt habe. Die Bilder und der Film, die ich von ihr machen durfte, bedeuten neben den Erinnerungsstücken unglaublich viel für die Eltern. Sie sind sichtbarer Beweis dafür, dass das Kind da war, dass sie für kurze Zeit eine Familie waren. Sie helfen, die Kleine nicht zu vergessen. Erinnerungen verblassen – diese Fotos holen sie zurück, wenn man das Bedürfnis danach hat. Nicht nur visuelle Erinnerungen, sondern auch zum Beispiel Gerüche, Berührungen, Emotionen. Es war mir eine große Ehre, die kleine Mia zu den Sternen zu begleiten.

Oliver Wendlandt (*1966) ist Fotograf und Filmemacher. Der Vater von drei erwachsenen Kindern engagiert sich ehrenamtlich als Fotograf und als Pressesprecher bei „Dein Sternenkind“. Er lebt mit seiner Frau in Pfatter in der Oberpfalz. Dort betreiben sie eine Medienagentur. Der Artikel ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Auf das Leben!“ von Tina Tschage (adeo).

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/08/family_sternenkind-e1597741153763.jpg 1786 2677 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-18 11:00:242020-08-18 11:00:24Einmal noch öffnete Baby Mia die Augen – Fotograf hält bewegenden Moment für die Ewigkeit fest

Mein Weg aus der Stressfalle

Wie Priska Lachmann gelernt hat, mit den Anforderungen ihres Alltags umzugehen.

Hättet ihr meinen Mann vor sechs Jahren nach meiner Stressresilienz gefragt, hätte der mit Sicherheit laut losgelacht. Ich war die hektischste, lauteste und genervteste Person auf diesem Planeten, sobald der Stress über mir hereinbrach. Ich war nicht zu ertragen.

Halt und Trost

In den vergangenen Jahren wurde mein Stresslevel aber nicht nur mit den Kindern immer höher. Auch das Studium, ein Hausbau und meine Freiberuflichkeit bescherten mir wachsende Ansprüche an mein Zeitmanagement, kurze Nächte und viele Momente, in denen ich sehr stress-resilient handeln musste. Ich lernte vor allem, zu atmen und lösungsorientiert zu denken. Ich atme tief ein und aus in diesen Momenten und beruhige damit meine Seele. Gleichzeitig habe ich in den vergangenen Jahren gelernt: Egal was ich in meiner charakterlichen Unzulänglichkeit an Fehlern mache, egal, was ich mir zuschulden kommen lasse, egal, was auf mich einströmt in diesem Leben – ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes liebende Hand. Punkt.

Da gibt es kein „Aber“, kein „Was wäre, wenn“. Da ist einfach nur ein liebender Vater, ein großer Gott, der mir zwar nicht versprochen hat, dass mein Leben immer golden und glitzern und glücklich verläuft, der aber mit mir durch die dunklen Täler geht. Der mich an die Hand nimmt und an dessen starke Schulter ich mich lehnen kann, wenn mir alles zu viel wird. Ich finde Halt und Trost in meinem Alltag und Stärke in dieser hoffnungsvollen Gewissheit, dass ich keine Angst haben muss.

Videokonferenz mit Kleinkind

In den letzten Wochen, als Corona unser ganzes Leben veränderte, fanden wir uns als Familie in einer gänzlich ungewohnten Situation wieder. Mein Mann und ich im Homeoffice, zwei Kinder mit Homeschooling und ein zweijähriges Kleinkind, das gerade vier Wochen vorher im Kindergarten eingewöhnt worden war. Alle zu Hause. 24/7. Immer. Die ganze Zeit. Es war herausfordernd, und wir haben glücklicherweise einen Garten. Eines Nachmittags, mein Mann hatte gerade in seinem Job als Solution Consultant eine Kundenpräsentation via Videokonferenz, wurde die Zweijährige wach vom Mittagsschlaf, stapfte halbnackt die Treppen hinunter und kuschelte sich beim Papa auf den Schoß. Der Kunde und der Vertriebler fanden das ganz süß. Und unsere Tochter entspannte sich. Mein Mann sprang plötzlich auf, mitten in seiner Präsentation, denn seine Hose war nass geworden. Schnell brachte er mir unser Kind, zog sich um und sprintete wieder zum Laptop, um seine Präsentation an unserem Esstisch zu Ende zu führen.

Diese Situation zeigte uns, dass wir inzwischen sehr resilient gegenüber Stress geworden sind. Das liegt vor allem daran, dass wir sehr lösungsorientiert denken, aber auch daran, dass wir diesen festen, unerschütterlichen Glauben haben, an dem wir uns festhalten können, wenn wir nicht mehr weiterwissen.

Priska Lachmann ist dreifache Mama, Theologin, Autorin und bloggt unter www.mamalismus.de.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/family_lachmann-scaled-e1594132610739.jpg 1570 2351 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-15 16:30:182020-07-07 16:37:34Mein Weg aus der Stressfalle

Das können Eltern tun, wenn das Kind im Sportunterricht als Letztes gewählt wird

Wenn Kinder als Letztes in die Mannschaft gewählt werden, nagt das am Selbstbewusstsein. Erziehungswissenschaftlerin Daniela Albert rät Eltern, zu reagieren.

„Meine Tochter (9) erzählt, dass ihre Mitschüler sie beim Sportunterricht ungern oder als Letzte in ihre Mannschaft wählen. Mir ging es früher ähnlich. Ich finde es schade, dass es solche Mannschaftswahlen heute immer noch gibt. Wie kann ich ihr helfen? Ist es ratsam, sich einzuschalten?“

Im Sportunterricht sollte der Fokus darauf liegen, dass Kinder Spaß an Bewegung bekommen und im Rahmen von Mannschaftssportarten Fairness und Miteinander lernen. Das, was Ihre Tochter erleben muss, trägt weder zum einen noch zum anderen bei. Daher kann ich Ihren Unmut gut verstehen.

Konkrete Vorschläge

Ich finde es sinnvoll, dass Sie sich zugunsten Ihrer Tochter einschalten. Ich habe in solchen Fällen die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, nicht beim Aufzeigen eines Problems stehenzubleiben, sondern mit konkreten Vorschlägen an die Lehrkräfte heranzutreten. Sie könnten anregen, dass ein anderes Verfahren der Mannschaftswahl angewendet oder der generelle Umgang mit Stärken und Schwächen innerhalb der Klassengemeinschaft thematisiert wird, beispielsweise im Klassenrat. Diese Fragen sollten in der Klasse zunächst weg von den persönlichen Erfahrungen ihrer Tochter diskutiert werden. Die Klassenleitung könnte beispielsweise eine thematisch passende Geschichte vorlesen und mit den Schülern besprechen. An dieser Stelle kann Ihre Tochter dann selbst entscheiden, ob sie darüber sprechen möchte oder nicht.

Gefühle nicht übertragen

Sprechen Sie auch mit Ihrer Tochter darüber, wieso sie diese Einwahlsituation stört, was sie dabei fühlt und was sie sich wünschen würde. Nehmen Sie ihre Gefühle wahr, aber interpretieren Sie nicht mehr in die Situation hinein, als Ihre Tochter Ihnen berichtet. Aus Ihrer Frage lese ich heraus, dass diese Situation auch alte Gefühle in Ihnen auslöst. Unterscheiden Sie zwischen Ihren Gefühlen und denen Ihrer Tochter und sprechen Sie gegebenenfalls auch über Ihren eigenen Schmerz – mit Ihrem Partner, Freunden oder Menschen, bei denen Sie sich gut aufgehoben fühlen. Das Reden über eigene negative Kindheitserlebnisse hilft, beim Begleiten der Kinder im Modus des Erwachsenen zu bleiben und sachlich und besonnen Unterstützung zu leisten.

Spaß an Bewegung

An Tagen, an denen Ihre Tochter enttäuscht über die Erfahrungen in der Schule ist, können Sie ihr dabei helfen, sich ihre eigenen Stärken wieder bewusst zu machen. Planen Sie an solchen Tagen Aktivitäten ein, bei denen Ihr Kind mit Sicherheit Erfolgserlebnisse haben wird: kreative Beschäftigung, Spiele oder Bewegungsangebote. Gerade nach Letzterem sollten Sie sogar aktiv suchen: Freude an Bewegung ist für unsere Kinder wichtig – nicht nur aus gesundheitlicher Perspektive.

Wenn der Sportunterricht in der Schule droht, das Gegenteil auszulösen, sollten Sie gegensteuern. Das muss nicht mal ein „klassischer“ Vereinssport sein. Vielleicht liebt Ihr Kind es, mit Ihnen im Wald zu spielen oder auf der Straße Springseil zu springen. Hauptsache, es verbindet Bewegung nicht nur mit Frust und Demütigung.

Daniela Albert ist Erziehungswissenschaftlerin und Eltern- und Familienberaterin, lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Kaufungen bei Kassel und bloggt unter eltern-familie.de.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/08/family_sport-scaled.jpg 2000 3000 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-13 14:48:172020-08-17 09:06:06Das können Eltern tun, wenn das Kind im Sportunterricht als Letztes gewählt wird

Sicher zur Schule

Beim Thema „Schule und Sicherheit“ denken in diesem Jahr alle zuerst an den Schutz vor Corona. Dabei ist es vor allem bei Erstklässlern auch wichtig, dass sie erst mal sicher in der Schule ankommen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gibt Eltern Tipps, wie das gelingen kann.

Den Schulweg planen, festlegen und üben
Kinder im Einschulungsalter nehmen häufig zum ersten Mal aktiv am Straßenverkehr teil. Ihnen fällt es schwer, Gefahren erkennen und als brenzlig einschätzen zu können. Eltern müssen deshalb beurteilen, ob ihr Kind bereit ist, den Schulweg schon allein gehen zu können oder nicht. Ist der Weg zu schwierig, z. B. weil das Kind dabei eine stark befahrene Straße überqueren müsste, sollte es noch eine Weile zur Schule gebracht werden. Aber auch ein vermeintlich sicherer Weg zur Schule muss unbedingt mit dem Kind geübt werden.

Wie ein sicherer Schulweg aussehen sollte

  • Der sichere Schulweg ist nicht immer der kürzeste Weg. Lieber kleine Umwege machen, wenn dadurch die Sicherheit erhöht wird.
  • Wenn auf dem Weg die Überquerung einer Fahrbahn unvermeidbar ist, sollten Eltern eine Strecke mit einer sicheren Querungsmöglichkeit wählen, am besten mit einer Ampel. Sie erleichtert es Kindern, sicher über die Straße zu kommen.
  • Unübersichtliche Kreuzungen können von Kindern der ersten Grundschulklasse nicht sicher bewältigt werden.

Schulweg üben und Regeln erklären

  • Der festgelegte Weg sollte mehrmals mit den Kindern abgelaufen werden. Eltern sollten ihrem Kind erklären, welchen Weg es nehmen soll und welche kritischen Stellen zu beachten sind.
  • Helfen kann es auch, den Schulweg mit vertauschten Rollen zu üben und das Kind die Eltern sicher zur Schule führen zu lassen.
  • Kinder kennen zunächst keine Verkehrsregeln. Wichtig ist, dass sie diese lernen: Unmittelbar vorm Überqueren der Straße heißt es: nach links, nach rechts und wieder nach links schauen.
  • Beim Überqueren der Straße ist es wichtig, den Verkehr im Blick zu haben. Das gilt auch, wenn man die Straße an einer Ampel oder über einen Zebrastreifen überquert.
  • Wenn das Kind den Weg zur Schule alleine schon gut bewältigt, sollte man das als Eltern dennoch regelmäßig in zeitlichen Abständen verdeckt kontrollieren. Hält sich das Kind an die Vorgaben und wählt den festgelegten Weg? Wenn nicht, sollten Eltern ihr Kind behutsam an die Vorgaben erinnern und erklären, welche Gefahr droht, wenn es sich nicht an die Vereinbarung hält.
https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/08/Imgorthand_GettyImages-520773596.jpg 1414 2119 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2020-08-10 11:26:072020-08-10 11:26:50Sicher zur Schule

Unerfüllter Kinderwunsch

Das eigene Baby in den Armen halten – das bleibt für manche Paare ein unerreichbarer Traum. Unsere Autorin hat die Hoffnung nicht aufgegeben, versucht die medizinischen Möglichkeiten auszuschöpfen und kämpft gleichzeitig mit vielen Fragen – auch an Gott.

Als wir 2017 heirateten, war für uns beide klar, dass wir Kinder wollten. Schon zwei Jahre zuvor hatte ich angefangen dafür zu beten, dass Gott uns Kinder schenkt. Der Kinderwunsch war bei uns beiden schon immer da. Etwa ein Jahr nach unserer Hochzeit fanden wir es seltsam, dass ich noch nicht schwanger war. Monat für Monat hoffte ich und jedes Mal folgte eine Enttäuschung. Irgendwann wurde aus Enttäuschung Irritation und dann ziemlich schnell Angst. Konnte es sein, dass bei uns etwas nicht „stimmte“? War es möglich, dass bei Simon oder mir gesundheitliche Ursachen der Grund für unsere Kinderlosigkeit waren? Ich hörte nicht auf zu beten und Gott um ein Kind zu bitten. Er hatte doch den Kinderwunsch in uns gelegt. Warum sollte er etwas dagegen haben, dass für uns Kinder dazugehören?

Inzwischen wurde zusätzlich der gesellschaftliche Druck höher. Insbesondere für mich. Um uns herum wurde ständig eine Schwangerschaft verkündet oder ein Baby kam zur Welt. Nur eben nicht bei uns. Wenn es etwas zu feiern gab, hatte ich das Gefühl, dass jeder beobachtet, ob ich Alkohol trinke oder nicht. Wenn ich einen Raum betrat, schaute mir jeder auf den Bauch – zumindest nahm ich es so wahr. Ich fing an, bestimmte Menschen zu meiden, aus Angst, dass sie mich auf Kinder ansprachen. Eigentlich konnte es mir ja egal sein, was andere denken. Das war es aber leider nicht.
Nach gut einem Jahr ohne Schwangerschaft ließen wir uns untersuchen. Bei mir war alles gut, das Spermiogramm meines Mannes war allerdings erschreckend. Die Diagnose lautete: OAT-Syndrom, eine krankhafte Veränderung der Spermien. Hierbei sind zu wenig (oligo), zu gering bewegliche (astheno) und vermehrt fehlgeformte (terato) Spermien zu sehen. Es geht häufig mit männlicher Unfruchtbarkeit einher. Ein Schock! Was hatte das zu bedeuten? Können wir jemals eigene Kinder bekommen? Sollte es für uns eine künstliche Befruchtung sein? Sollen wir vertrauen, dass er uns auf natürlichem Weg ein Kind schenkt, obwohl nur eine Handvoll brauchbarer Spermien vorhanden sind? Will Gott, dass wir keine eigenen Kinder bekommen? Hat er einen Plan B für uns, der alle Erwartungen übersteigt?

In der Kinderwunschklinik

Recherchen im Internet machten Angst. All die Pläne, die wir seit Beginn unseres Kennenlernens gemacht hatten, waren plötzlich futsch. Der Wunsch, uns gegenseitig Kinder zu schenken, zerstört. Ich kann kaum mehr sagen, für wen von uns beiden diese Erkenntnis schlimmer war. Nach der Diagnose haben wir viel über unsere belastende Situation gesprochen. Simon gab seinen Gefühlen Raum. Sein Selbstbild hatte einen heftigen Kratzer abbekommen. Er hatte den Eindruck, seiner Männlichkeit nicht gerecht werden zu können und auch mir nicht. Mir war klar, dass ich ihn nicht dafür verantwortlich machen wollte. Wenn der Gedanke dennoch in meinem Kopf auftauchte, machte ich mir bewusst, dass uns das nicht weiterbringen würde. Ich wusste und weiß nach wie vor, dass ich diesen Mann liebe und dass er der Richtige für mich ist. Schließlich hatten wir uns versprochen, in allen Höhen und Tiefen zueinander zu halten, die unser gemeinsames Leben mit sich bringt. Unsere Liebe und unser Versprechen, das wir uns am Tag unserer Hochzeit gegeben haben, ist stärker als die Diagnose und das was sie mit uns macht.

Mein Frauenarzt überwies uns schließlich in eine Kinderwunschklinik mit dem Hinweis, dass bei uns eine ICSI notwendig sei, da Qualität und Quantität von Simons Spermien keine andere Möglichkeit zuließen. Bei einer ICSI wird eine einzelne Samenzelle mit einer sehr feinen Nadel direkt in eine Eizelle eingeführt (injiziert), die zuvor dem Eierstock der Frau entnommen wurde. Durch regelmäßige Hormonspritzen und Tabletten werden die Eierstöcke dazu angeregt, mehr Eizellen als normal zu produzieren. Diese gereiften Eizellen werden dann unter Vollnarkose den Eierstöcken entnommen (Punktion) und anschließend in jede Eizelle ein Sperma injiziert. Zwei bis drei Tage später werden zwei befruchtete Eizellen in der Hoffnung in die Gebärmutter eingesetzt, dass sich wenigstens eine davon einnistet und es zu einer Schwangerschaft kommt. Weitere bereits erfolgreich befruchtete Eizellen können eingefroren und für einen späteren Versuch genutzt werden. Risiken und Wahrscheinlichkeiten wurden uns aufgezeigt und wir verließen die Klinik mit dem Gefühl, dass unser Fall durchaus lösbar ist.

Wollten wir das tatsächlich machen? War das unsere Chance, doch noch Eltern zu werden? Oder spielten wir dadurch selbst Gott? Vielleicht hatte Gott für uns in der Gemeinde oder auch außerhalb Möglichkeiten bereitgelegt, an die wir aktuell nicht mal zu hoffen wagten? Möglichkeiten, die zu einem erfüllten und glücklichen Leben führen, ganz ohne Kinder. Diese Fragen schwirrten ununterbrochen in unseren Köpfen herum. Ethische Bedenken, über die wir uns kaum mit einem Menschen unterhalten konnten und wollten. Fragen, die mal leiser, mal lauter in mir nagten und die ich Gott stellte. Für mich fiel die Antwort mal so, mal so aus. Hier ein Spruch, da ein Bibelvers, dort ein kurzer Satz oder eine Geschichte. Alles versuchte ich auf unseren Kinderwunsch hin zu deuten. Das Ergebnis war für uns nicht eindeutig. Mir schwirrte der Kopf. Ich schrie Gott an und bekam keine zufriedenstellende Antwort.

Künstliche Befruchtung

Wer krank ist, geht zum Arzt und holt sich Hilfe. Warum sollten wir das nicht auch tun, wenn mein Mann am OAT-Syndrom leidet? Sollten wir die medizinischen Möglichkeiten nicht dankbar aus Gottes Hand nehmen? Oft musste ich in dieser tränenreichen Situation an einen Witz denken, der an einem Jugendabend zum Thema „Partnersuche“ in meiner Gemeinde erzählt wurde, als ich etwa 14 Jahre alt war: Ein armer, gläubiger Mann betet immer wieder dafür, dass er im Lotto gewinnt. Nichts passiert. Der Mann betet weiter. Irgendwann erhellt sich der Raum und er hört eine tiefe, laute Stimme: „Lieber Mann, gib mir eine Chance! Kauf dir endlich einen Lottoschein!“

Wir beschlossen schließlich, dass eine ICSI-Behandlung unser Lottoschein ist – trotz ethischer Fragen, zu denen wir keine endgültigen Antworten finden konnten. Für uns war klar, dass wir eventuell übrige, bereits befruchtete Eizellen nicht vernichten wollten, da dieser Entwicklungsstatus bereits Leben für uns bedeutet. Es folgten Berge von Medikamenten, unglaubliche Angst vor Nebenwirkungen, viel Geduld, Hoffnung und Angst.
Ich vertrug die Behandlung erstaunlich gut, hatte kaum mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Die ersten beiden Versuche verliefen negativ. Wir waren traurig, sagten uns aber auch, dass es statistisch gesehen unwahrscheinlich ist, dass es direkt klappt. Außerdem wollte ich nie den Respekt und die Ehrfurcht vor den medizinischen Möglichkeiten verlieren. Einen Hinweis, dass wir auf dem richtigen Weg waren, schien mir Gott mit einem Wort aus 1. Korinther 3,6 zu schicken, auf das ich beim Bibellesen stieß: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.“ Wir konnten pflanzen, wir konnten gießen, aber nur mit Gottes Segen kann sich ein Embryo einnisten und wachsen.

Der dritte Versuch gelang schließlich. Ich dankte Gott unter Tränen dafür. Doch drei Wochen später begannen die Blutungen. In der Notaufnahme durften wir zum ersten Mal Herzschläge von unserem ersten, lang ersehnten Kind sehen. Wieder zuhause flehten wir Gott an, dass es bei uns bleiben darf. Zwei Tage später war es weg. Ein paar wenigen erzählten wir von unserem Verlust und ich war dankbar für alle, die sagten, dass sie für uns beten. Monatelang konnte ich nicht mit Gott sprechen. Für mich blieb immer im Kopf, dass Gott doch eh das macht, was er will – egal, was wir beten. Nach einer Pause starteten wir Anfang des Jahres mit Versuch 4, der ebenfalls negativ verlief. Ich schaffte es wieder, Gott zu bitten, war aber dennoch oft voller Verzweiflung und enttäuscht von seinem Handeln.

Wir haben uns entschieden, einige Zyklen Pause zu machen und neue Kraft zu sammeln. Die psychischen Belastungen sind zeitweise immens. Jeder Versuch füllt Kopf und Körper. Die Gedanken kreisen ohne Unterlass in meinem Kopf. Wir haben unseren Kinderwunsch in Gottes Hand gegeben und beten um Ruhe und Kraft. Dennoch bleibt bisher ein dauerhafter Friede aus. Außerdem stellen wir fest, dass wir für einen weiteren Versuch zuerst Geld ansparen müssen. Die Kosten für eine künstliche Befruchtung sind enorm. Die Krankenkasse bezuschusst immerhin drei ICSIs, dennoch haben wir bereits selbst über 10.000 Euro für Medikamente, Punktionen und Transfers ausgegeben. Geld, das wir gerne für ein Kind investieren, auch wenn es gleichzeitig bedeutet, dass unsere Reisen kleiner ausfallen und wir größere Anschaffungen verschieben müssen. Für mich kommt die Jahreslosung 2020 sehr passend: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Ich will glauben und ich kann und konnte es bereits. Warum fällt es mir aktuell, in dieser schwierigen Zeit so schwer?

Der Name der Autorin ist der Redaktion bekannt.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2020/07/family_kinderwagen.jpg 1414 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2020-08-07 16:28:572020-08-10 08:20:50Unerfüllter Kinderwunsch
Seite 71 von 151«‹6970717273›»

Jetzt Family bestellen:


... für mich
Die eigene Familie gestalten

... für andere
Das ideale Geschenk

... zum Testen
Aktuelle Ausgabe gratis lesen



Hurra, Baby ist da!


Unser neues Leben mit Baby

Der Start in die Kinderphase ist spannend und aufregend. Und herausfordernd.

Das neue family Special „Unser neues Leben mit Baby“ will Baby-Eltern in den ersten Monaten begleiten. Mit bewegenden Erfahrungsberichten, hilfreichen Tipps und vielen Anregungen, wie diese neue Lebensphase gestaltet werden kann.

Alle Infos & weitere Specials

Search Search
  • Vertrag kündigen
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen