springe zu:
  • Online-Magazin
    • Artikel aus den Heften
    • Erziehungs-Tipps
  • Family-Produkte
    • Alle Family Produkte
    • Abonnement
  • Familien-Foren
  • ServiceKontakt & Anzeigen
    • Spenden
    • Christliche Jobbörse edenjobs.de
    • Kontakt
      • zur Redaktion
      • zum Kunden-Service
    • Werben in Family (Mediadaten)
    • Vertrag kündigen
  • Family bestellenAbo & Geschenke
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • FamilyNEXT bestellen
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Baby

Beiträge

Ohne Schlaf: Was einer Mutter half, Nachtschichten durchzustehen

Gerade eingeschlafen, wird das Baby wach. Familienberaterin Eline van der Eijk berichtet von durchwachten Nächten, frustrierenden Vertröstungen und einer hilfreichen Erkenntnis.

Vorsichtig schleiche ich mich ins Schlafzimmer. Es ist halb elf, und ich habe meinem Mann, der im Gästezimmer schläft, gerade einen Gute-Nacht-Kuss gegeben. Der Tag wird kommen, an dem das Schlafzimmer wieder uns gehören wird. Aber heute ist es noch nicht so weit. Es ist am sinnvollsten, wenn wir uns jetzt aufteilen. Er kümmert sich nachts um die Großen, ich mich um die Kleinste. In der Hoffnung, dass wir beide so genug Schlaf bekommen.

Ich versuche, so geräuschlos wie möglich ins Bett zu gleiten, um meine anderthalbjährige Tochter im Gitterbettchen neben mir nicht zu wecken. Ich stelle den Wecker und bemerke, dass ich nun acht Stunden Schlaf bekommen könnte. Die Betonung liegt auf „könnte“. Ich höre, wie sie friedlich schläft, während ich müde und erschöpft in meinem Bett liege. Ich bete noch kurz, bitte um eine gute Nacht und merke, wie der Schlaf mich überkommt. Aber um 23 Uhr ist meine Tochter wach. Sie weint und setzt sich auf. Ich strecke meinen Arm durch die Gitterstäbe und versuche, sie zu streicheln. Meine Hand wird weggeschlagen. Sie wird sauer. Sie schreit und zieht sich den Schlafsack aus. Es fängt also an: das nächtliche Drama wie fast jede Nacht. Meine Tochter wird eine oder zwei Stunden wach sein und nicht wieder in den Schlaf finden.

Wohlgemeinte Ratschläge

Für mich sind diese schlechten Nächte nichts Neues. Ich habe sie mit allen drei meiner Kinder in unterschiedlichsten Formen durchgemacht. Entweder habe ich es verdrängt oder wirklich gedacht, dass ich einmal ein Baby bekomme, das so gut schläft wie die Kinder meiner drei Schwestern. Deren Kinder schlafen nämlich durch. Schon nach ein paar Monaten. „Wir wissen nicht, wie du das schaffst, Eline. Du musst sie einfach nur …“ Ja, ich kenne alle Tipps. Alle wohlgemeinten Ratschläge. Die bemitleidenden Blicke, die sagen: „Es tut uns leid, dass dein Kind so schlecht schläft. Aber wir glauben, du machst etwas falsch.“ So kommt es zumindest bei mir an. Wenn ich besonders müde bin, macht mich das vor allem sauer. Und traurig. Dann liege ich nachts zwei Stunden wach und denke an meine Schwestern und andere Mamas, die mir erzählen, wie toll ihre Kinder schlafen. Ich beiße die Zähne zusammen und seufze laut. Ich bin neidisch und frustriert. Warum dürfen die einen nachts ruhig schlafen und die anderen nicht?

Eine andere Welt

Ich erinnere mich an einen Sonntag nach der Zeitumstellung. Ich hatte eine besonders kurze Nacht hinter mir – magere 3,5 Stunden Schlaf. Pünktlich um 8 Uhr war ich die Erste in unserer Gemeinde und bereitete alles vor. Kurz vor dem Gottesdienst kam der Moderator dazu, wir beteten gemeinsam. Er stand herrlich entspannt da mit seiner Kaffeetasse und betete: „Danke, Gott, dass wir heute eine Stunde extra Schlaf hatten …“ In diesem Moment wurde mir klar, dass dieser Mensch in einer anderen Welt lebt als ich.

Jede Nacht habe ich Nachtschicht. Ich bin nicht nur viel wach. Nein, ich kämpfe nachts. Mit mir selbst. Mit meinen Emotionen. Und mit Gott. Wie oft habe ich Gott angefleht, mir ein paar Stunden Schlaf zu schenken und ein Wunder zu tun! Aber es tat sich nichts. Keine Gebetserhörung. Ich habe sehr damit gehadert. Sieht Gott mich hier? Warum ist Mutterschaft manchmal so erschöpfend?

„Ich weiß!“

Schlaflos und frustriert habe ich nicht selten laut geschrien: „Warum dürfen alle schlafen, nur ich nicht?“, um dann mit Schrecken festzustellen, dass das Fenster offen ist und die Nachbarn mich vielleicht gehört haben. Es ist schwer, jemandem zu erklären, wie es ist, wenn er es selbst nicht erlebt hat. Wenn ich im Umfeld erzähle, dass ich müde bin, weil mein Kind schlecht schläft, ist die Reaktion oft: „Ach, bestimmt ein Zähnchen“, „Dafür siehst du aber noch gut aus!“ oder ich bekomme noch einen Tipp, den ich wortlos abnicke.

Welche Reaktion erhoffe ich mir? Am heilsamsten ist es, wenn mich eine andere Mama verständnisvoll anblickt. Eine, die weiß, wovon ich spreche. Die mir sagt: „Ich weiß! Halte durch!“ Denn in den meisten Fällen geht es ums Durchhalten. Genau wie bei der Geburt. Auch die ist irgendwann vorbei. Manche spazieren nach ein paar Stunden aus dem Kreissaal, andere kämpfen und pressen über Stunden, um danach erschöpft dazuliegen. Wäre da jemand gekommen und hätte mir mit einem freundlichen Lächeln gesagt: „Also bei mir war das ganz anders. Vielleicht musst du es so probieren wie ich?“ Ich glaube, ich hätte losgeheult.

Viel gekostet

Mit etwa zwei Jahren haben meine Kinder jeweils angefangen, durchzuschlafen. Davor habe ich vieles ausprobiert, versucht, die perfekten Bedingungen zu schaffen, aber letztendlich einfach durchhalten müssen. Schlaf ist wohl auch eine Typ- und Charaktersache. Jedes Kind ist individuell. Wie kann man erwarten, dass alle gleich schlafen? Besonders, wenn sie so viele Entwicklungssprünge in so kurzer Zeit machen?

Letztens fragte mich meine Schwester, ob ich rückblickend nicht lieber ein strenges Schlaftraining gemacht hätte, wie es ihr Erfolg gebracht hatte. Ich verneinte und sagte, dass es für mich der richtige Weg war. Warum? Weil es für meinen Mann und mich stimmig war. Es war schwer und erschöpfend. Aber wir haben es ausgehalten und unsere Kinder begleitet. Wir haben ihnen gezeigt, dass wir da sind. Darauf bin ich stolz, weil es mich viel gekostet hat. Es war nicht leicht, die Reaktionen im Umfeld auszuhalten. Viele Nächte waren lang und einsam. Warum Mutterschaft mit all ihren Anstrengungen in den ersten Jahren mit so viel Schlaflosigkeit einhergehen muss, ist mir noch immer ein Rätsel. Und doch halte ich daran fest, dass Gott jede schlaflose Nacht bei mir war. Dass er mich gesehen hat. Dass es ihm nicht egal war. Wenn mich die letzten Jahre eins gelehrt haben: Die Liebe kostet etwas. Mutterschaft bedeutet Hingabe. Es verlangt alles von mir, das fällt mir manchmal schwer. Und doch weiß ich, dass ich an etwas ganz Großem dran bin. Dass Gott in mir arbeitet und mich immer wieder neu befähigt, meine Kinder zu lieben und ihnen zu dienen.

Eline van der Eijk ist Familienberaterin, wohnt mit ihrer Familie in Heidelberg und schreibt über ehrliche Mutterschaft auf Instagram unter „hundertprozentgeliebt“.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/10/GettyImages-1519474039.jpg 1414 2121 emilia.berns https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg emilia.berns2026-10-09 13:50:592026-10-09 13:50:59Ohne Schlaf: Was einer Mutter half, Nachtschichten durchzustehen

„Mein Baby schreit extrem beim Einschlafen“: Expertin räumt mit einem Eltern-Irrtum auf

Elternfrage: „Mein Baby (7 Monate) weint und schreit sehr stark bei der Einschlafbegleitung. Häufig lässt es sich nur beruhigen, wenn ich Arme und Beine festhalte. Das fühlt sich nicht richtig an. Schade ich meinem Kind damit?“

Kinder in diesem Alter erleben an einem einzigen Tag unglaublich viel. Sie bewegen sich zunehmend, erlernen neue Fähigkeiten und nehmen mehr Eindrücke und Emotionen wahr. Meist wird all das genau dann verarbeitet, wenn das Nervensystem herunterfährt und es um das Einschlafen geht.

Viele Kinder beginnen dann zu weinen, was oft ein Ausdruck ist, dass sie das Erlebte gerade verarbeiten. All die aufgestauten Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse des Tages werden entladen. Dieses Weinen wird auch als Entlastungsweinen bezeichnet und hat eine heilsame Wirkung. Es hilft den Kindern, Stress abzubauen, um ruhig und entspannt einschlafen zu können.

Liebevolles (Aus-)Halten

Allerdings ist diese Situation für die Eltern oft herausfordernd. Sie wissen nicht, wie sie ihre Kinder beruhigen sollen, und sind selbst müde und erschöpft vom Tag. Meist ist unser erlernter Impuls, das Weinen schnellstmöglich zu beenden. Es geht jedoch in diesen Situationen weniger darum, das Weinen zu stoppen, als vielmehr die Kinder liebevoll in ihren Emotionen zu begleiten.

In diesen Momenten hilft es, dem Kind Halt zu geben: durch liebevolles Halten, leise „Schhhh“-Geräusche oder sanftes Wiegen im Arm. Hierbei ist die Herausforderung für die Eltern, dem Kind gegenüber ruhig und zugewandt zu bleiben und das Weinen nicht unterdrücken zu wollen. Hilfreich dabei kann ruhiges, konzentriertes Atmen sein. Für weitere Strategien kann ein individuelles Schlafcoaching helfen. Wenn die Eltern spüren, dass sie das Weinen nicht aushalten können, können sie die Begleitung am Tag üben oder sich in der Einschlafsituation abwechseln, sofern dies möglich ist.

Sinnvolle Rituale

Ebenfalls sollten die Eltern prüfen, ob der Zeitpunkt für das Zubettbringen zu spät ist. Ist das Kind schon übermüdet, erschwert das die Einschlafbegleitung. Ein beständiges Einschlafritual sollte eher etwas früher beginnen und aus nicht zu vielen Elementen bestehen. Damit sich ein Ritual etablieren kann, sollten die Eltern es circa zwei Wochen durchführen, bevor sie etwas daran verändern.

Liebevolles Festhalten und Begrenzen während der Einschlafbegleitung kann dem Kind Halt geben und Sicherheit vermitteln. Jedoch sollte dieses Festhalten nicht aus Wut heraus erfolgen oder gewaltsam werden. Sobald die Eltern bei sich selbst Aggression wahrnehmen, ist es wichtig, die Situation zu unterbrechen und sich zeitnah (professionelle) Unterstützung zu holen.

Lisa Buhl ist Sozialpädagogin und systemische Beraterin, ganzheitlicher Familienschlafcoach und Chronocoach. Sie gibt Workshops rund um das Thema Schlaf. beratung-lebelaut.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/08/Baby-schreit_GettyImages_Halfpoint_iStock_Getty-Images-Plus.jpg 1299 2309 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2026-08-06 10:16:352026-08-06 10:16:35„Mein Baby schreit extrem beim Einschlafen“: Expertin räumt mit einem Eltern-Irrtum auf

Vom Baby-Geschlecht enttäuscht? So entgehen Eltern der Panik

Elternfrage: „Ich bin Mutter von zwei Söhnen und erwarte wieder einen Jungen. Ich bin enttäuscht, weil ich mir ein Mädchen gewünscht habe. Geht das wieder weg?“

Was du gerade erlebst, wird als Gender Disappointment bezeichnet – eine Enttäuschung über das Geschlecht des eigenen Kindes. Du bist damit keineswegs allein. Viele Eltern empfinden in einer vergleichbaren Situation ähnlich, und das ist absolut menschlich. Diese Enttäuschung bedeutet nicht, dass du dein Kind ablehnst oder nicht lieben wirst. Sie ist vielmehr Ausdruck eines inneren Abschieds: der Abschied von einer lang gehegten Vorstellung, wie deine Familie einmal aussehen sollte oder was du dir – bewusst oder unbewusst – erhofft hast.

Was steckt hinter der Enttäuschung?

Hinter der Enttäuschung über das Geschlecht des Kindes liegen oft tiefere, emotionale Themen. Sie kann verborgene Wünsche oder frühere Erfahrungen berühren – etwa die eigene Kindheit, die Beziehung zu Geschwistern und Eltern, gesellschaftliche Erwartungen oder persönliche Träume. Vielleicht wünschst du dir, Mutter einer Tochter zu sein. Die innere Sehnsucht danach hat jedoch mehr mit deiner eigenen Geschichte zu tun hat als mit dem Kind selbst.

Eine Schwangerschaft und die Auseinandersetzung mit dem Geschlecht des Kindes können unbewusst Türen zu solchen biografischen und persönlichen Themen öffnen. Die damit zusammenhängenden Gefühle sind nicht falsch. Im Gegenteil: Sie sind wichtig und verdienen es, gesehen zu werden. Denn nur, wenn wir uns erlauben, diese innere Enttäuschung zu spüren, können wir sie auch loslassen. Der Prozess, den du durchlebst, ähnelt in gewisser Weise einem Trauerprozess – der Trauer um eine Vorstellung, die sich nicht erfüllt hat.

Über Gefühle sprechen

Auch wenn es paradox klingt: Der erste Schritt zur Vorfreude besteht darin, die eigenen unangenehmen Gefühle zuzulassen. Du darfst traurig, enttäuscht, verwirrt oder sogar wütend sein – all das ist erlaubt. Gefühle, die unterdrückt werden, wirken oft im Hintergrund weiter und blockieren das Erleben positiver Emotionen wie Freude, Nähe oder Vorfreude. Viele Eltern berichten, dass sich diese Enttäuschung über das Geschlecht des Kindes im Lauf der Schwangerschaft auflöst. Spätestens dann, wenn sie ihr Kind zum ersten Mal im Arm halten. Häufig entsteht schon vorher eine tiefe Verbindung, wenn man beginnt, das Baby als eigenständige kleine Persönlichkeit wahrzunehmen – jenseits des Geschlechts.

Es ist jedoch auch wichtig zu wissen, dass Gefühle der Enttäuschung nach der Geburt oder in einer anderen Lebensphase noch einmal auftauchen können. Das ist kein Rückschritt, sondern oft ein Zeichen dafür, dass du nun bereit bist, einen weiteren Aspekt anzuschauen, der bisher verborgen war.

Es ist hilfreich, mit vertrauten Menschen wie deinem Partner, engen Freunden oder auch mit Fachpersonen wie Hebammen oder Therapeuten über deine Gefühle zu sprechen. Allein darüber zu reden, kann schon entlastend wirken. Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Es ist okay, Unterstützung zu brauchen und sich Zeit zu lassen.

Liebe bleibt

Die Enttäuschung wird vergehen. Die Liebe wird bleiben und wachsen. Wenn du deine Gefühle annehmen und verstehen kannst, wird sich die Freude auf dein Baby mit der Zeit wieder einstellen. Dein drittes Kind wird einzigartig sein, mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Und du wirst es lieben, genauso tief und bedingungslos wie deine beiden anderen Kinder. Du bist eine gute Mutter – auch mit widersprüchlichen Gefühlen. Gerade deine Ehrlichkeit zeigt, wie sehr du dir wünschst, emotional präsent für dein Kind zu sein. Das ist ein wunderschöner Anfang.

Kristin Peukert ist Mutter von vier Jungs und Autorin von „Ein Kleeblatt voll Jungs: Gender Disappointment. Wenn das Wunschgeschlecht nicht kommt“: einkleeblattvolljungs.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/01/Schwangerschaft.jpg 1374 2182 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-01-07 14:08:242026-01-07 14:08:24Vom Baby-Geschlecht enttäuscht? So entgehen Eltern der Panik

Enttäuscht vom Geschlecht? So können Eltern damit umgehen

Elternfrage: „Ich bin Mutter von zwei Söhnen und erwarte wieder einen Jungen. Ich bin enttäuscht, weil ich mir ein Mädchen gewünscht habe. Geht das wieder weg?“

Was du gerade erlebst, wird als Gender Disappointment bezeichnet – eine Enttäuschung über das Geschlecht des eigenen Kindes. Du bist damit keineswegs allein. Viele Eltern empfinden in einer vergleichbaren Situation ähnlich, und das ist absolut menschlich. Diese Enttäuschung bedeutet nicht, dass du dein Kind ablehnst oder nicht lieben wirst. Sie ist vielmehr Ausdruck eines inneren Abschieds: der Abschied von einer lang gehegten Vorstellung, wie deine Familie einmal aussehen sollte oder was du dir – bewusst oder unbewusst – erhofft hast.

Was steckt hinter der Enttäuschung?

Hinter der Enttäuschung über das Geschlecht des Kindes liegen oft tiefere, emotionale Themen. Sie kann verborgene Wünsche oder frühere Erfahrungen berühren – etwa die eigene Kindheit, die Beziehung zu Geschwistern und Eltern, gesellschaftliche Erwartungen oder persönliche Träume. Vielleicht wünschst du dir, Mutter einer Tochter zu sein. Die innere Sehnsucht danach hat jedoch mehr mit deiner eigenen Geschichte zu tun hat als mit dem Kind selbst.

Eine Schwangerschaft und die Auseinandersetzung mit dem Geschlecht des Kindes können unbewusst Türen zu solchen biografischen und persönlichen Themen öffnen. Die damit zusammenhängenden Gefühle sind nicht falsch. Im Gegenteil: Sie sind wichtig und verdienen es, gesehen zu werden. Denn nur, wenn wir uns erlauben, diese innere Enttäuschung zu spüren, können wir sie auch loslassen. Der Prozess, den du durchlebst, ähnelt in gewisser Weise einem Trauerprozess – der Trauer um eine Vorstellung, die sich nicht erfüllt hat.

Über Gefühle sprechen

Auch wenn es paradox klingt: Der erste Schritt zur Vorfreude besteht darin, die eigenen unangenehmen Gefühle zuzulassen. Du darfst traurig, enttäuscht, verwirrt oder sogar wütend sein – all das ist erlaubt. Gefühle, die unterdrückt werden, wirken oft im Hintergrund weiter und blockieren das Erleben positiver Emotionen wie Freude, Nähe oder Vorfreude. Viele Eltern berichten, dass sich diese Enttäuschung über das Geschlecht des Kindes im Lauf der Schwangerschaft auflöst. Spätestens dann, wenn sie ihr Kind zum ersten Mal im Arm halten. Häufig entsteht schon vorher eine tiefe Verbindung, wenn man beginnt, das Baby als eigenständige kleine Persönlichkeit wahrzunehmen – jenseits des Geschlechts.

Es ist jedoch auch wichtig zu wissen, dass Gefühle der Enttäuschung nach der Geburt oder in einer anderen Lebensphase noch einmal auftauchen können. Das ist kein Rückschritt, sondern oft ein Zeichen dafür, dass du nun bereit bist, einen weiteren Aspekt anzuschauen, der bisher verborgen war.

Es ist hilfreich, mit vertrauten Menschen wie deinem Partner, engen Freunden oder auch mit Fachpersonen wie Hebammen oder Therapeuten über deine Gefühle zu sprechen. Allein darüber zu reden, kann schon entlastend wirken. Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Es ist okay, Unterstützung zu brauchen und sich Zeit zu lassen.

Liebe bleibt

Die Enttäuschung wird vergehen. Die Liebe wird bleiben und wachsen. Wenn du deine Gefühle annehmen und verstehen kannst, wird sich die Freude auf dein Baby mit der Zeit wieder einstellen. Dein drittes Kind wird einzigartig sein, mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Und du wirst es lieben, genauso tief und bedingungslos wie deine beiden anderen Kinder. Du bist eine gute Mutter – auch mit widersprüchlichen Gefühlen. Gerade deine Ehrlichkeit zeigt, wie sehr du dir wünschst, emotional präsent für dein Kind zu sein. Das ist ein wunderschöner Anfang.

Kristin Peukert ist Mutter von vier Jungs und Autorin von „Ein Kleeblatt voll Jungs: Gender Disappointment. Wenn das Wunschgeschlecht nicht kommt“.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2026/01/Schwangerschaft.jpg 1374 2182 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2026-01-06 15:37:062026-01-06 15:37:06Enttäuscht vom Geschlecht? So können Eltern damit umgehen

0 bis 2 – Alleinerziehend mit Baby

Elternfrage: „In meinem Freundeskreis gibt es eine Mama, die ein Baby hat und alleinerziehend ist. Wie kann ich sie unterstützen?“

Einfach machen!

Ich habe in meiner Trennungsphase mehr überlebt als gelebt. Oft bin ich nur für mein Kind aufgestanden. Mir taten damals Menschen gut, die einfach gemacht haben. Eine Freundin hat mir damals zum Beispiel eine Tüte mit Brötchen vor die Haustür gestellt, weil sie wusste, dass ich zu wenig esse. Einfach machen! Auch, wenn die Person „Geht schon“ sagt – klar geht es immer irgendwie, aber auch nur, weil es muss. Solltest du dich mit der angebotenen Hilfe getäuscht haben, kannst du dich hinterher immer noch entschuldigen. Es lohnt sich, die Liebessprache der betroffenen Mutter herauszufinden. Dann fällt es nämlich nicht so schwer, die passende Art der Unterstützung anzubieten. Außerdem hilft es, dich in die Situation deiner Freundin einzufühlen. Nicht nur kurz für zwei Minuten, sondern ernsthaft, mit Zeit und Empathie. Wenn du jetzt in ihrer Situation wärst, wie würdest du dich fühlen? Wie wäre es für dich, alleinerziehend zu sein? Was würdest du dir wünschen? Womöglich geben dir die Antworten darauf bereits einen Hinweis, wie du deiner Freundin helfen kannst.

Vera K. studiert, arbeitet und lebt mit ihrer Tochter in Franken. In ihrer freien Zeit reisen die beiden am liebsten in die Sonne.

Keine Erwartungen

Mir ist es als alleinerziehende Mama mit einem Baby sehr schwergefallen, Hilfe anzunehmen. Deshalb war es am besten für mich, wenn Leute spontan vorbeigekommen sind, um mir zum Beispiel Essen vorbeizubringen. Es war auch gut, wenn die Person klar formuliert hat, dass sie mich unterstützen möchte und keine Erwartungen an mich hat. Zwei meiner Geschwister haben mir monatlich Geld überwiesen. Sie haben nicht gefragt, ob ich finanzielle Unterstützung brauche, sondern haben das einfach getan. Das war eine riesengroße Hilfe. Denn mit einem Baby allein zu sein, bringt häufig finanzielle Sorgen mit sich. Ein Erlebnis aus dieser Zeit werde ich nie vergessen: Vor meiner Tür lag ein Geschenk. Einfach so! Das war wertvoll für mich, weil es mir gezeigt hat, dass mich jemand sieht. Im Nachhinein denke ich, ich hätte öfters meine Muttermilch abpumpen und ohne schlechtes Gewissen meine Tochter abgeben sollen. Das wäre gut für mich gewesen – vielleicht ist das etwas, zu dem man die Mutter ermutigen kann, wenn sie das möchte.

Lea K. lebt mit ihrer Tochter (5) in Frankfurt und studiert Soziale Arbeit.

Ein Gegenüber sein

Als mein Mann unsere Ehe verlassen hat, stand ich sehr plötzlich mit zwei kleinen Kindern (0,5 und 3 Jahre alt) da und war alleinerziehend. Mir war sofort klar, dass ich das, was jetzt auf mich zukommen würde, nicht alleine schaffe. Ich wusste, dass ich Hilfe in Anspruch nehmen muss – ganz praktisch im Alltag, finanziell und in Form von Lebensberatung. Ich empfand es als hilfreich, wenn mir nicht nur ein „Wenn du was brauchst, melde dich!“ angeboten, sondern ich vor „vollendete Tatsachen“ gestellt wurde. Eine Freundin hat mir zum Beispiel Massageöl mitgebracht und meine Verspannungen bearbeitet. Eine andere Freundin hat Mann und Sohn zu Hause gelassen, um mit mir Silvester zu feiern. Wenn meine Energie am Ende war, haben Oma und Opa die Kinder abgeholt und ihnen stundenlang uneingeschränkte Aufmerksamkeit geschenkt. Bis heute kommen meine Eltern wöchentlich vorbei und unterstützen mich im Haushalt.

Für mich ist es sehr wichtig geworden, dass ich für alltägliche Themen, die ich normalerweise mit einem Partner besprechen würde, ein Gegenüber zum Austausch habe. Welche Versicherung soll ich wählen? Wie soll ich die Geburtstage planen? Neue Winterreifen? Einen unschätzbaren Wert haben solche Freunde, die mir zuhören und Themen mit mir reflektieren. Manche sind auch mal wütend über meine Situation – das bin ich selbst viel zu wenig. Gemeinsam sind schon einige Tränen geflossen, manchmal auch vor Lachen.

Lena Knaack lebt mit ihren Kindern im schönen Sauerland und arbeitet für den christlichen Seminaranbieter team-f.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/04/Alleinerziehend-mit-Baby.png 960 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-04-17 11:19:532025-04-17 11:19:530 bis 2 – Alleinerziehend mit Baby

Einsamkeit im ersten Babyjahr – was tun?

Den ganzen Tag mit dem Baby zusammen und dennoch einsam? Das klingt paradox – doch Einsamkeit ist für manche Eltern im ersten Babyjahr Realität.

Das Einsamkeitsbarometer des Deutschen Familienministeriums von 2024 listet die Erziehung und Betreuung minderjähriger Kinder als „erhöhte Einsamkeitsbelastung“ auf. Als Eltern habe man weniger Zeit, soziale Kontakte zu pflegen. Vor allem im Coronajahr 2020 fühlte sich rund ein Drittel aller Eltern einsam, 2021 waren es noch über 12 Prozent, bei Alleinerziehenden litten sogar 16 Prozent an Einsamkeit. Im Internet findet man viele Berichte von Müttern, die sich mit Baby zu Hause einsam fühlen. Vor allem dann, wenn der Partner viel arbeitet oder Freunde und Familie weiter weg wohnen.

Auch ich habe mich in der Elternzeit sehr oft nicht nur allein, sondern einsam gefühlt. Mir fehlte der Austausch mit Erwachsenen. Zu Hause allein mit Baby war mir oft langweilig. In Spiel- und Krabbelgruppen fühlte ich mich aufgrund der oft so unterschiedlichen Erziehungsstile selten wirklich wohl. Sozialkontakte aus der Zeit vor den Kindern brachen teilweise weg, weil die Lebensentwürfe, Themen und Zeitpläne zu verschieden waren. Da ich nebenbei freiberuflich weiterarbeitete, ging mein Themenfeld in Gesprächen über Babythemen hinaus, womit viele meiner Mama-Bekanntschaften nichts anfangen konnten. Ich wollte Zeit mit meinem Kind verbringen und brauchte gleichzeitig auch Zeit für mich allein und meine Arbeit. Diese Zerrissenheit führte zu ständigen Schuldgefühlen, weil ich weder ganz in der einen noch in der anderen Welt war. Ich war verunsichert und fragte mich, was mit mir nicht stimmte, dass ich die Elternzeit nicht so genießen konnte, wie scheinbar alle anderen Mütter um mich herum. Später stellte ich fest, dass es vielen Müttern ähnlich ging – nur sprach kaum jemand offen darüber.

Nicht allein, aber einsam

Das Gefühl von Einsamkeit im ersten Babyjahr scheint ein Tabuthema zu sein. Keine Mutter – oder kein Vater – gibt gern zu, dass die Gesellschaft des Babys nicht immer reicht. Und dennoch kennen die meisten dieses Gefühl wahrscheinlich. So wie Sara. Als die rund einjährige Elternzeit mit ihrem Sohn begann, ging ihre zweieinhalbjährige Tochter in den Kindergarten. Sara und ihr Mann waren gerade in ein Haus auf einen ehemaligen Bauernhof zur Familie gezogen. Vor der Elternzeit hatte Sara viele soziale Kontakte und ging gern zur Arbeit. Doch ihr Sohn schlief sehr schlecht, wachte nachts stündlich auf, weinte tagsüber viel. Der monatelange Schlafmangel erschöpfte Sara. „Ich war so müde, ich konnte weder Freunde treffen noch Babykurse besuchen. Nicht mal einkaufen war möglich“, sagt sie über ihren Zustand damals.

Trotz der Unterstützung von Mann und Mama fühlte sich Sara überfordert und einsam. „Es war schwierig, die Verantwortung und Belastungen die meiste Zeit des Tages nicht teilen oder sich darüber austauschen zu können“, erzählt sie. Während andere Eltern vom schönen ersten Babyjahr schwärmten, konnte Sara dieses Empfinden nicht teilen. Manche Freundinnen und Freunde reagierten mit Unverständnis, andere zeigten keinerlei Reaktion, wenn sie von ihren Problemen erzählte. Einige brachen den Kontakt sogar ab. Nur ein paar wenige zeigten sich empathisch, verständnisvoll und interessiert.

Vor allem kinderlose Menschen können das Gefühl von Einsamkeit in den ersten Babymonaten nur schwer nachvollziehen – wie kann das denn sein, wo man doch den ganzen Tag mit einem kleinen Menschen zusammen ist?! Doch Einsamkeit ist nicht mit Alleinsein zu verwechseln. Einsamkeit ist subjektiv. Das Einsamkeitsbarometer beschreibt Einsamkeit als „wahrgenommene Diskrepanz zwischen den Erwartungen an soziale Beziehungen und den tatsächlich vorhandenen Beziehungen“, sowohl bezogen auf die Anzahl als auch Qualität der Sozialkontakte. Es gibt Menschen, die von außen betrachtet in ein großes soziales Netzwerk eingebunden sind und sich dennoch einsam fühlen. Und es gibt Menschen, die oft allein sind, ohne darunter zu leiden. Auch Sara kennt das Gefühl, einsam, aber nie allein zu sein: „Ich habe mich nach Gesellschaft gesehnt und gleichzeitig nach Zeit, mal wirklich allein für mich zu sein. Ich war zerrissen zwischen mehreren Herzenswünschen“, erinnert sie sich.

Sehnsucht nach Austausch

Natürlich empfindet es nicht jedes Elternteil so. Manche schaffen es, ihre früheren Sozialkontakte aufrechtzuerhalten oder in Spielgruppen neue zu finden. Bei manchen leben Eltern und Geschwister im gleichen Ort. So wie bei Tabea und Linda. Tabea ist seit rund zehn Monaten in Elternzeit mit ihrem ersten Kind. „Ich bin sehr gern zu Hause, es macht mir viel Freude und ich habe viel Spaß mit meiner Tochter“, sagt sie. Vor allem die ersten vier Monate nach der Geburt war sie froh, die Zeit mit ihrer „pflegeleichten Tochter“ ohne Verpflichtungen oder Termine genießen zu können. Wenn sie sich nach Austausch sehnt, besucht sie ihre Geschwister oder Eltern, die nur wenige Gehminuten entfernt wohnen. Eine Freundin mit einem gleichaltrigen Kind wohnt im Nachbarort.

Tabeas Schwägerin war ihre Hebamme und ist jetzt selbst schwanger. Die vielen Kontakte sind „ein großer Segen“ für Tabea. Auch in ihrer Gemeinde ist sie tief verwurzelt, ihr Mann und sie arbeiten bei den Konfirmanden mit. Demnächst wollen sie dort in einen Spielkreis gehen. Aber eine Sache fehlt Tabea: eine Austauschgruppe für Mütter. „Vor allem zu Beginn hätte ich mir eine Online-Austauschgruppe gewünscht“, sagt sie. So hätte jede Mama entspannt mit Baby zu Hause bleiben und sich gleichzeitig über eigene Herausforderungen austauschen können. Leider gab es eine solche Gruppe nicht. „Beim nächsten Kind werde ich es selbst in die Hand nehmen und eine Gruppe gründen“, plant Tabea.

Als Lindas erster Sohn geboren wurde, war ihr Mann als Austauschpartner noch oft zu Hause. Das gab ihr zudem die Zeit, Elterngruppen für neue Kontakte zu finden. Einige Mütter kannte sie bereits aus dem Geburtsvorbereitungskurs. Später kamen Bekanntschaften aus dem Mutter-Kind-Kreis ihrer Gemeinde hinzu. „Ich war also Gott sei Dank von Anfang an recht gut sozial eingebunden“, erinnert sie sich. Deshalb fühlte sie sich nicht einsam, jedoch oft „alleingelassen mit meinen Fragen und Sorgen“. Die vielen unterschiedlichen Ansichten der anderen Mütter verunsicherten sie. Sie wünschte sich ehrlichen Austausch und gegenseitige Unterstützung. „Ich habe lange nach jemandem gesucht, bei dem ich mich mit meinen Unsicherheiten gut aufgehoben fühle und der mir hilfreich zur Seite steht, ohne mich zu belehren und zu sagen, was richtig und was falsch ist“, sagt Linda. Selbst sozial gut eingebundenen Eltern fehlt es also manchmal in der Elternzeit an ehrlichem Austausch auf Augenhöhe.

Wege aus der Einsamkeit

Was hilft nun also, aus der Einsamkeit herauszukommen? Nicht jeder kann auf die Unterstützung von Freunden oder Familie in der Nähe bauen. Wer vor der Geburt des Babys noch kein gutes soziales Netzwerk hatte, kann Krabbelgruppen, Spielplatztreffen und Co dazu nutzen, um neue Bekanntschaften zu finden. Aktivitäten gemeinsam mit dem Kind wirken der Einsamkeit entgegen, weil man vielleicht neue Bekannte mit gleichen Interessen findet. Nebenbei stärken sie die Bindung zum Kind. Das können Sportkurse sein sowie Kreativ- und Musikangebote, bei denen Babys und Kleinkinder willkommen sind. Du hast keine Gruppe, die dir gefällt, in deiner Nähe? Dann gründe wie Tabea selbst eine – vielleicht in deiner Gemeinde – und mach Werbung dafür, um Gleichgesinnte zu finden. Für alle, die sich dazu nicht überwinden können oder sich wie ich in solchen Gruppen nicht wirklich wohlfühlen, sind vielleicht Online-Foren zum Austauschen eine gute Idee.

Falls du neben dem Elternsein noch einen weiteren Lebenssinn suchst: Auch Ehrenämter sind mit Baby und Kleinkind möglich. Zum Beispiel Besuche bei Senioren in der Gemeinde oder einem Altenheim, die etwa der Besuchsdienst des Roten Kreuzes vermittelt. Die meisten Senioren freuen sich über kleine Kinder! An besonders schlechten Tagen habe ich es nicht geschafft, meine Einsamkeit zu überwinden und persönlich nach Kontakten zu suchen. Dann half es mir, meinen Partner einzubinden. Teilweise hat er dann bei befreundeten Familien angefragt und als ersten Schritt ein Treffen zwischen uns Frauen oder Mamas organisiert. Auch der Glaube kann eine große Stütze sein. Sara sagt, Gott habe in dieser schwierigen Zeit mit ihr „das Leben aufgearbeitet, wie es sonst nie möglich gewesen wäre“. Es half ihr zu wissen, „dass da jemand ist, der mich hält und sieht, auch in den dunkelsten Stunden und allein im dunklen Schlafzimmer“.

Lisa-Maria Mehrkens ist Psychologin und freie Journalistin und lebt mit ihrer Familie in Chemnitz.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/02/Mama-mit-Baby.jpg 1058 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-01-03 15:48:062025-02-18 17:48:51Einsamkeit im ersten Babyjahr – was tun?

0 bis 2 – Bereit fürs Wochenbett?

Elternfrage: „Wir bekommen bald unser erstes Kind. Ich habe großen Respekt vor der ersten Zeit im Wochenbett. Kann ich mich darauf vorbereiten?“

Die Geburt eines Babys gehört zu den intensivsten Erfahrungen jeder Frau. In den Wochen danach erlebt sie eine Achterbahn der Gefühle: Sie ist hormonellen, körperlichen und psychischen Veränderungen (vielleicht sogar Geburtsverletzungen) ausgeliefert. Auch die Paarbeziehung muss sich in dieser Zeit teilweise neu sortieren. Gleichzeitig ist da ein wunderbares, aber auch empfindsames, bedürftiges Kind, dessen Überleben und Gedeihen nun von Ihnen abhängig ist. Ihr großer Respekt vor dieser Zeit ist berechtigt, genauso wie Ihr Wunsch, sich gut auf diese vorzubereiten.

Was brauche ich?

Zum Wochenbett, das unmittelbar nach der Geburt beginnt und sechs bis acht Wochen dauert, kann man aus allen Richtungen Ratschläge, Erfahrungen und Tipps bekommen. Das kann einen schnell überfordern. Reduzieren Sie deshalb die Informationsquellen, indem Sie sich fragen, was davon Sie wirklich brauchen. Wem kann und will ich vertrauen? Was scheint mir sinnvoll? Was gefällt und passt zu mir beziehungsweise uns als Paar? Beschäftigen Sie sich in der Vorbereitungszeit vor allem mit sich selbst.

Hinter dem Vorhang

Von einer in Afrika geborenen Hebamme erfuhr ich, dass in ihrer Heimat normalerweise eine Mutter mit ihrem Neugeborenen in den ersten Wochen nach der Geburt hinter einem Vorhang lebt. Eine von der Mutter ausgewählte Person kümmert sich um die beiden und wacht darüber, wer wann hinter den Vorhang kommen darf. Das hat mich sehr berührt. Was können wir daraus lernen? Im Wochenbett geht es um eine besondere Zeit, in der Verletzlichkeit, achtsames Wahrnehmen, Spüren und Bestaunen sowie gegenseitiges Kennenlernen möglich sein sollte. Diese Zeit ist wie eine Art „heiliger Raum“ – ein Raum der Ruhe und Geborgenheit. Für diesen Raum braucht es Schutz durch eine gute Grenze (Vorhang) und jemanden, der sie bewacht. Denken Sie in Ruhe darüber nach: Wie wünsche ich mir diesen Raum? Was tut mir gut, wenn ich zum Beispiel erschöpft oder traurig bin? Was brauche ich, um mich sicher und geborgen zu fühlen? Welche Kontakte werden mir guttun? Welche nicht? Reden Sie darüber mit Ihrem Partner und tauschen Sie sich aus. Je konkreter, desto besser: Was sind deine, was meine Sorgen? Welche Unterstützung könnten wir gebrauchen? Wovor wollen wir uns abschirmen? Wer darf ab wann „hinter den Vorhang“ kommen? Wollen wir dies gegebenenfalls mit der Großfamilie oder Freunden im Vorfeld klären? Könnte eventuell der Papa zum „Wächter“ der Grenzen werden?

Vorfreude sammeln

Üben Sie sich im ehrlichen Fragen und Austauschen Ihrer Ängste, Bedürfnisse und Wünsche. Auf diese Weise werden Sie die richtigen Antworten finden. Bis dahin genießen Sie Ihre Zweisamkeit und vertrauen Sie darauf, dass in Ihrem dann gut geschützten Raum – neben allen emotionalen Turbulenzen – viele wunderbare Erfahrungen auf Sie warten. In diesem Raum werden sich die elterlichen, aber auch kindlichen Fähigkeiten ungestört entfalten und Sie lernen sich miteinander immer besser kennen und lieben.

Beate Döbel ist Familientherapeutin und Elternberaterin. Familien mit Säuglingen und Kleinkindern liegen ihr besonders am Herzen.
www.therapiepraxis-doebel.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2024/10/wochenbett.jpg 2252 2280 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2024-10-21 12:49:022024-10-23 14:30:060 bis 2 – Bereit fürs Wochenbett?

Getrennte Schlafzimmer – Warum sie die Beziehung retten können!

Wenn das Bett zu voll wird schlafen viele junge Paare in getrennten Betten, um die Nachtruhe zu retten. Aber es gibt noch mehr Gründe, warum Familien zu „Schlafnomaden“ werden.

Laut einer Umfrage 2019 in Großbritannien schlafen 40 Prozent der britischen Paare getrennt. In Deutschland könnten die Zahlen ähnlich sein. Aufgrund von Vorurteilen ist das Thema häufig tabu.

Doch schon genetische Unterschiede zwischen Frauen und Männern bedingen unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin leiden Frauen etwa 1,5-mal häufiger unter Schlafstörungen als Männer. „Frauen haben vor allem ab der Geburt von Kindern eher den leichten ‚Ammenschlaf‘, bei dem man alles hört. Deshalb sehen sie getrenntes Schlafen oft als Chance für (wieder) guten und erholsamen Schlaf, die Männer sehen es als Vorwand für eine Trennung“, sagt Schlafexpertin Christine Lenz.

Freiwillige Schlafscheidung

Vor allem für Familien mit (Still-)Babys und jüngeren Kindern, die nachts oft aufwachen, kann getrenntes Schlafen zumindest zeitweise praktisch sein. So erleben es zum Beispiel Marie und Viktor: „Seit der Geburt unserer Tochter (1,5 Jahre) schlafen wir immer mal wieder phasenweise getrennt. Vor allem in Schreiphasen aufgrund der Zähne oder wenn sie krank ist. Mein Mann schläft dann in seinem Büro und ich bleibe im Ehebett mit dem Kind, da nur ich stillen kann. Wir sind so nicht beide nach der Nacht völlig kaputt, mein Mann ist fit für den Arbeitsalltag und ich kann mich mittags notfalls mit hinlegen“, berichtet die Mutter.

Auch Michèle und David empfinden getrenntes Schlafen für sich und ihre drei Kinder manchmal als praktisch. „Mit dem Abstillen zogen die Kinder von unserem Schlafzimmer ins Wohnzimmer und Kinderzimmer um. Wir gehen jeden Abend als Paar gemeinsam schlafen. Unsere Kinder wachen noch mehrmals pro Nacht auf. In der Regel schläft beim wiederholten Ins-Bett-Bringen der Kinder jemand in deren Zimmer ein. Daher ist morgens noch höchstens eine Person im Schlafzimmer. Wir haben bewusst Kinderbetten angeschafft, in denen auch ein zusätzlicher Erwachsener bequem schlafen kann. Für uns als Familie ist dies momentan die beste und entspannteste Lösung“, erzählen sie.

Getrenntes Schlafen wegen der Kinder ist für das Paar häufig einfacher. „Wenn es die Umstände von außen einfach erfordern, wird man als Paar nicht in Frage gestellt. Das hat nichts mit der Qualität der Beziehung zu tun“, erklärt Paartherapeutin Christine Geschke.

Doch für jüngere Kinder kann die Entscheidung der Eltern, getrennt zu schlafen, beängstigend sein. „Das kann von den Kindern als Gefahr für eine Trennung gewertet werden. Da ist offene Kommunikation wichtig und den Kindern in Ruhe zu erklären, dass man sich vor allem gemeinsam für getrennte Schlafzimmer entschieden hat, damit jeder zur Ruhe findet und dass es nichts mit Trennung zu tun hat. Diese Angst sollte man auch transparent benennen“, so Geschke weiter.

Beziehungsretter getrennte Schlafzimmer?!

Ausreichender und erholsamer Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für physische und psychische Gesundheit. Das am Tag Erlebte wird verarbeitet, es finden Stoffwechselprozesse und Zellerneuerung statt. Der gesamte Organismus regeneriert sich, das stärkt die Abwehrkräfte. Laut einer Studie der Universität Berkeley von 2013 können sich unausgeschlafene Menschen zudem emotional weniger in die Perspektive ihres Partners versetzen, was zu weniger Kommunikation und vermehrten Konflikten in der Beziehung führt. „Je ausgeschlafener man ist, desto wohlwollender kann man auch mit den Schwächen des Partners umgehen. Wenn man schlecht geschlafen hat, ist man sehr intolerant und der liebevolle Blick aufeinander geht verloren“, ergänzt Geschke. Somit ist gesunder Schlaf auch wichtig für gesunde Beziehungen.

Das Nähe-Bedürfnis beim Schlafen ist individuell. „Manche Paare brauchen physische Nähe, um sich geborgen zu fühlen. Andere Paare müssen sich frei bewegen können. Man muss auf einen gemeinsamen Nenner bei der Nähe-Distanz-Gleichung kommen“, weiß Geschke.

Den Wunsch nach getrennten Betten, um ruhiger zu schlafen, sollte man wertschätzend äußern und dem Gegenüber die Angst vor einem Beziehungsende nehmen. Bei der Einrichtung getrennter Schlafplätze sollte auf die Bedürfnisse von beiden Partnern geachtet werden. Es sollten keine Ungerechtigkeiten entstehen, indem der eine im komfortablen Doppelbett und der andere auf dem Klappsofa schläft.

Unterschiedliche Schlafrhythmen oder Hobbys, denen man gern abends, wenn die Kinder schlafen, noch nachgehen möchte, stören den jeweils anderen bei getrennten Schlafplätzen weniger. Anne, die normalerweise mit Mann und der zweijährigen Tochter im Familienbett schläft, berichtet: „Mein Mann verlagert vor allem am Wochenende seine Freizeit gern auf die Nacht und genießt dann seine Ruhe auf dem Schlafsofa im Wohnzimmer. Oft schläft er beim Filmeschauen dort ein. Ich sage ihm gute Nacht, bevor ich zu Bett gehe. Unter der Woche schläft er wieder bei uns im Familienbett, denn mir fehlte die körperliche Nähe in der Nacht.“

Schlafexpertin Lenz unterstreicht das: „Einsam und allein zu schlafen, ist für uns als Menschen eigentlich nicht gut. Viele schlafen besser in Gesellschaft anderer, weil sie sich dann sicherer und nicht so allein fühlen. Es ist eine Gratwanderung zwischen erholsamem und ruhigem Schlaf allein und dem emotionalen Wohlbefinden der Person damit.“

Nähe außerhalb des Schlafzimmers

Laut Experten können getrennte Schlafzimmer Sexualität manchmal wieder aufregender machen. Natürlich eher nicht, wenn der jeweils andere im Kinderzimmer schläft. Dennoch: Sex kann auch außerhalb des Ehebettes stattfinden. „Die körperliche Nähe muss nicht auf der Strecke bleiben, wenn man getrennt schläft. Vielleicht ist man nicht mehr so spontan oder hat nicht mehr sein Liebesnest wie früher, aber man muss sich auf diese Weise neu Gedanken machen, wie man Intimität auf allen Ebenen schafft“, erzählt Anne.

Um trotz getrennter Schlafplätze die körperliche und auch innerliche Verbundenheit zueinander nicht zu verlieren, können Paare durch Kleinigkeiten wie gegenseitige Nachrichten oder eine Umarmung vor dem Verlassen des Hauses im Alltag Nähe zueinander suchen. Unsere Expertinnen empfehlen feste Rituale. „Sich zum Beispiel abends oder morgens gegenseitig im Bett zu besuchen und noch ein bisschen zu kuscheln. Oder an einem festen Tag eine Verabredung mit dem Partner ausmachen. Zum Beispiel zusammen essen oder tanzen gehen und danach noch kuscheln. So wird die Beziehung nicht vergessen“, rät Christine Lenz.

Flexibel bleiben

Vor allem Familien mit jüngeren Kindern müssen sich im Alltag ständig neu anpassen. Manchmal auch im Schlaf. Lisa und Per (Namen geändert) bezeichnen sich und ihre zwei Kinder selbst als „Schlafnomaden“ und erzählen: „Unsere Wohnung hat ein Zimmer zu wenig, wir haben kein eigenes Schlafzimmer. Entsprechend hatten wir schon in verschiedensten Gruppierungen die Betten verteilt: alle im Familienbett, jeder mit einem Kind in je einem Raum, Kinder im Durchgangszimmer, Eltern im Kinderzimmer … Als die Kinder uns phasenweise viel in der Nacht brauchten, durfte ein Elternteil auch immer mal wieder Pausen machen und eine Nacht nebenan allein durchschlafen – ein Luxus und eine Liebeserklärung in Elternsprache. Wir passen uns den jeweiligen Bedürfnissen an. Unsere Kinder sind mit dieser Flexibilität vertraut. Solange wir Eltern in der Nähe sind und sie einen schönen Schlafplatz haben, ist alles gut.“

ERFAHRUNGSBERICHT JOHANNA, ZWEI KINDER (4 UND 2 JAHRE)

Als unser Sohn auf die Welt kam, schlief er bei uns und unsere Tochter schon im eigenen Zimmer. Wenn sie nachts aufwachte, kümmerte sich mein Mann um sie, doch manchmal wachten dann auch unser Sohn und ich auf. Durch das nächtliche Stillen machte für mich jedes weitere „unnötige“ Wachsein einen Unterschied. Mit der Zeit verlor ich tagsüber schneller die Nerven. So kam die Idee, unserem Schlaf Priorität zu geben und getrennt zu schlafen. Jeder kümmert sich nachts nur um ein Kind und kann sonst durchschlafen. Das entlastete mich sehr.

Unsere Ehe hat gar nicht darunter gelitten. Im Gegenteil. Wir mussten richtig kommunizieren lernen. Welche Bedürfnisse haben wir? Welche Kompromisse sind für uns machbar? Was dient uns als Familie? Sex war nochmal ein extra Thema, an dem wir bewusst gearbeitet haben. Wir lernten, wie wir unsere Liebestanks als Ehepaar trotz getrennter Schlafplätze und Kleinkindphase füllen können. Unsere Gründe waren sehr pragmatisch. Wir wollten in dieser Phase das Bestmögliche für alle rausholen. Echtes Wohlbefinden ist wichtiger als „Das gehört sich so“. Das habe ich selbst damals erst verstanden. Vorher dachte ich, wer nicht im gleichen Bett schläft, hat eine riesige Ehekrise. So ist es auf keinen Fall. Vielleicht sogar im Gegenteil.

Lisa-Maria Mehrkens ist Psychologin und freie Journalistin. Sie lebt mit ihrer Familie in Chemnitz.

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2023/07/F_Mehrkens_Getrennte-Schlafzimmer_BN-GettyImages-BraunS-scaled.jpg 2002 3000 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2023-07-07 12:33:292023-07-07 12:33:29Getrennte Schlafzimmer – Warum sie die Beziehung retten können!

Darf ich vor meinem Kind das Handy nutzen?

Vor dem Kleinkind völlig auf das Smartphone zu verzichten ist kaum möglich, sagt Derya Leermeier von der Landesanstalt für Medien NRW. Doch sie rät: Es sollte nicht die Aufmerksamkeit vom Kind wegnehmen.

„Ist es okay, wenn ich mein Handy vor den Augen meines Kleinkindes (2) benutze? Oder ist es irgendwie schädlich? Und macht es mich gleich zum schlechten Vorbild?“

Im stressigen Familienalltag kann das Smartphone eine große Unterstützung sein und ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Ob Absprachen in der Kita-WhatsApp-Gruppe, Einkaufslisten-Apps oder Online-Shopping für die Großen und Kleinen – das Internet erleichtert uns die Organisation von vielen Dingen enorm. Zudem hält das Netz für Sie als Eltern unzählige Informationsmöglichkeiten bereit. Darüber hinaus nutzen wir das Smartphone auch zur Unterhaltung und Entspannung, indem wir Beiträge lesen, durch Social Media scrollen oder Videos anschauen. Es ist also auch eine willkommene Quelle, um mal kurz abzuschalten und dem Alltag für ein paar Augenblicke zu entkommen.

Vorbildrolle bedenken

Dass Eltern das Smartphone ab und zu in die Hand nehmen und vor den Augen ihres Kleinkindes benutzen, lässt sich daher nicht vermeiden. Es spricht erst einmal auch nichts dagegen. Wer dies jedoch sehr häufig tut, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Art und Weise, wie man als Elternteil mit Medien umgeht, die eigenen Kinder prägt – auch bereits die ganz Kleinen. Diese werden zum einen neugierig auf das digitale Gerät und möchten es auch anschauen und benutzen. Zum anderen merken sie schon früh, wenn die Aufmerksamkeit des Elternteils nicht auf ihnen liegt. Im schlechtesten Fall kann dies die Beziehung zwischen Kind und Elternteil sogar stören.

Die gemeinsame Zeit ohne Ablenkung genießen

Der elterlichen Vorbildrolle im Alltag gerecht zu werden, ist nicht immer einfach. Wenn es um den Umgang mit digitalen Medien geht, sollten Eltern schauen, wie sie sich regelmäßig Auszeiten vom Smartphone schaffen. In diesen Zeiten können sie sich ausschließlich mit dem Kind beschäftigen, ohne dass die Aufmerksamkeit leidet und man vom Smartphone abgelenkt wird. Statt häufig auf den Bildschirm zu starren, ist es daher wichtig, die gemeinsame Zeit zu genießen, dem Kind zuzuhören und ihm zu vermitteln, dass Sie voll und ganz anwesend sind. Sich ohne Ablenkung auf Ihr Kind zu konzentrieren, tut sowohl dem Kind als auch Ihnen selbst gut. Das schafft noch mehr Nähe und bietet Raum für wichtige Momente ohne digitalen Begleiter.

Derya Leehmeier ist Referentin bei der Landesanstalt für Medien NRW für die EU-Initiative klicksafe.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2023/03/Papa-am-Handy-mit-Baby_GettyImages_svetikd.jpg 1414 2121 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2023-03-07 09:40:322023-03-07 09:40:32Darf ich vor meinem Kind das Handy nutzen?

0 bis 2 – Schlaf, Kindlein, schlaf!

Elternfrage: „Mein Baby ist inzwischen fast ein Jahr alt und schläft weder allein ein noch die Nacht durch. Ich dachte, das sei nur in den ersten Lebensmonaten so. Ist das normal?“

INTERVIEW

Es gibt kein normal oder unnormal. Das Schlafverhalten ist so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Dass Kinder, die sonst lange geschlafen haben, plötzlich kürzer schlafen, nachts öfter wach werden, vielleicht auch mehr kuscheln möchten oder abends mehr Zeit zum Einschlafen brauchen, kann total normal sein. Grund dafür können Entwicklungsschübe sein, die sich häufig auf das Schlafverhalten auswirken. Wenn das Kind aber schon seit Langem sehr schlecht schläft und man nicht wirklich weiß, aus welchem Grund das so ist, kann man sich natürlich mal anschauen, ob man gegebenenfalls etwas ändern kann.

Können Eltern auf das Schlafverhalten ihrer Kinder einwirken?

Ja, schon im Säuglingsalter können Eltern anfangen, eine Abendroutine einzuführen, die dem Baby hilft, sich zu entspannen. Auch ein strukturierter Tagesablauf, dass also Essen, Spielen und Schlafen in etwa zu gleichen Zeiten ablaufen, dient dem Kind zur Orientierung und gibt ihm Sicherheit. Es muss aber nicht immer exakt die gleiche Uhrzeit sein, sondern die Tageszeiten sollten ungefähr gleich sein. Bei all dem ist es aber auch wichtig, sich ein gewisses Maß an Flexibilität und Spontaneität zu erhalten, vor allem dann, wenn es mal nicht nach Plan läuft.

Was raten Sie Eltern, die wegen des Schlafmangels am Limit sind?

Wenn Eltern und Kinder am Limit sind, die Mutter also gar nicht mehr in den Schlaf findet und das Kind nachts jede halbe Stunde oder Stunde an die Brust will und auch tagsüber überhaupt nicht zur Ruhe kommt und nörgelig ist, wenn Familien an dem Punkt sind, dass sie nicht mehr weiterwissen und auch nicht mehr weiter können, dann rate ich, sich Hilfe zu suchen. Zum Beispiel bei einem Schlafcoach.

Was wird bei einem Schlafcoaching vermittelt?
Erst mal alles Wissenswerte rund ums Thema Schlaf. Die Eltern legen dann fest, was sie erreichen wollen, also zum Beispiel: Wir wünschen uns, dass unser Baby in seinem eigenen Bett schläft. Oder: Wir wünschen uns, dass das Baby abends gut und vielleicht sogar allein einschläft, damit wir mal wieder einen ruhigen Abend haben können. Der Coach unterstützt die Eltern dabei, dieses Ziel zu erreichen – immer ganz langsam und liebevoll auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Ein Schlafcoaching wird im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren empfohlen.

Aniko Siegel ist Schlafcoach und lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der Nähe von Hamburg. www.nachtruhe-babycoaching.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/11/schlaf_02.jpg 1620 2308 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2022-11-02 09:25:592023-05-12 11:18:030 bis 2 – Schlaf, Kindlein, schlaf!
Seite 1 von 512345

Jetzt Family bestellen:


... für mich
Die eigene Familie gestalten

... für andere
Das ideale Geschenk

... zum Testen
Aktuelle Ausgabe gratis lesen



Hurra, Baby ist da!


Unser neues Leben mit Baby

Der Start in die Kinderphase ist spannend und aufregend. Und herausfordernd.

Das neue family Special „Unser neues Leben mit Baby“ will Baby-Eltern in den ersten Monaten begleiten. Mit bewegenden Erfahrungsberichten, hilfreichen Tipps und vielen Anregungen, wie diese neue Lebensphase gestaltet werden kann.

Alle Infos & weitere Specials

Search Search
  • Vertrag kündigen
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen