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Archiv für die Kategorie: CCN-FEED

Kinder und Medien: Welche Videos dürfen Kleinkinder schauen?

Viele Eltern fragen: „Woran kann ich mich bei der Auswahl von Videos bei einem dreijährigen Kind orientieren? Kann ich das Geschwisterkind (2) mitschauen lassen?“

Wenn Dreijährige Medieninhalte entdecken, ist es sehr wichtig, sich über das Was und Wie Gedanken zu machen. Das Format muss den Bedürfnissen und der Auffassungsgabe der Kleinen angepasst sein. Dabei ist eine kurze Laufzeit der Videos wesentlich. Die Länge von fünf bis maximal 20 Minuten sollte nicht überschritten werden. Außerdem empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass die Videos eine langsame Schnittfolge und ein insgesamt behutsames, ruhiges Erzähltempo haben.

Aber nicht nur die richtige Videoauswahl ist wichtig, auch auf das Wie kommt es an. Am meisten profitieren kleine Kinder davon, wenn sie die bewegten Bilder gemeinsam mit Bezugspersonen anschauen. Eltern können Dinge benennen, erklären oder beruhigen, wenn etwas zu aufregend wird. Ist das gemeinsame Schauen mal nicht möglich, sollten die Eltern zumindest in Hörweite sein.

Wenn das Ausschalten schwerfällt

Manchmal reagieren Kinder mit Wut oder Frust, wenn das Video zu Ende ist und das Gerät ausgeschaltet wird. Das ist verständlich, die Kleinen müssen erst lernen, mit überwältigenden Gefühlen umzugehen. Weil sie das Gesehene so gefesselt hat, braucht es eine Phase, um wieder zurückzukommen.

Manchen Kindern hilft es, im Anschluss zu kuscheln oder durch gemeinsames Malen, Spielen oder Toben auf andere Gedanken zu kommen. In anderen Fällen ist Geduld gefragt, bis sich der Ärger gelegt hat. Auf keinen Fall sollten dem Kind Vorwürfe gemacht werden oder aus dem Affekt heraus Verbote ausgesprochen werden. Wichtig ist es, selbst ruhig zu bleiben und zu erklären, warum nicht weitergeschaut werden darf.

Kurze Clips ab 2?

Generell gilt, dass Kinder erst ab etwa drei Jahren in der Lage sind, Geschichten auf dem Bildschirm zu folgen und sie zu verstehen. Jüngere Kinder können von den bewegten Bildern überfordert werden. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass Kinder unter drei Jahren noch möglichst wenig Zeit vor dem Bildschirm verbringen sollten.

Wenn zweijährige Geschwister in Ausnahmefällen mitschauen, gibt es einiges zu beachten: Geeignet sind dann nur kurze Clips mit maximal fünf Minuten Länge. Statt der ganzen Folge einer Serie können in sich abgeschlossene Teile daraus gezeigt werden. Zum Beispiel die Clips mit Maus und Elefant aus „Die Sendung mit der Maus“ oder kurze Puppentrickgeschichten aus „Unser Sandmännchen“. Der Einstieg fällt leichter, wenn die bewegten Bilder von Stil und Optik an Bücher erinnern, die das Kind schon kennt; zum Beispiel „Die Raupe Nimmersatt“ oder „Bobo Siebenschläfer“. Eine ruhige Erzählstimme, die in sehr einfachen Sätzen das Gesehene kommentiert, ist für die Kleinsten besonders geeignet. Auch Geschichten, die ganz ohne Sprache auskommen, haben ihren Reiz.

Übrigens: Kinder brauchen nicht viel Auswahl, sie lieben Wiederholungen. So können sie Bekanntes und Vertrautes (wieder-)entdecken, das Gesehene besser nachvollziehen und verarbeiten. Eine Sammlung empfehlenswerter Inhalte und weitere Tipps zum Medienstart finden Eltern auf der Website von FLIMMO.

Michael Gurt ist verantwortlicher Redakteur und Projektleiter von FLIMMO, dem Elternratgeber zu TV, Streaming, Social Media und Kino. FLIMMO ist ein Projekt des Vereins Programmberatung für Eltern e. V., mit der Durchführung ist das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis betraut.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Medienzeit_GettyImages_Juanmonino_E.jpg 1413 2121 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2025-10-28 15:43:142025-10-28 15:43:14Kinder und Medien: Welche Videos dürfen Kleinkinder schauen?

Sind Stoffwindeln wirklich nachhaltiger? Expertin klärt auf

Immer mehr Eltern schwören auf Stoffwindeln. Aber sind sie wirklich nachhaltiger als Einwegwindeln? Ein genauer Blick lohnt sich.

Ein Kind benötigt, bis es mit durchschnittlich zweieinhalb Jahren trocken ist, etwa 5.000 Windeln. Das entspricht bei Einwegwindeln ungefähr 1.000 Kilogramm Müll. Das ist eine ganze Menge! Allein aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Familien dafür, ihre Kinder mit Stoffwindeln statt Einmalwindeln zu wickeln. Stoffwindeln sind waschbar und können bei entsprechender Pflege für mehrere Kinder genutzt werden. Doch sorgt genau das auch für Diskussion: Sind sie wirklich nachhaltiger, wenn so viel Wasser beim Waschen und unter Umständen auch Strom für den Trockner verbraucht wird?

Wirklich umweltschonender?

Frühere Studien haben die Stoffwindel bei der Energiebilanz teilweise auf die gleiche Stufe mit der Einwegwindel gesetzt oder sogar schlechter dargestellt. Dies lag allerdings an den für die Studien erhobenen Daten, die nach meinem Empfinden nicht der Wickelrealität entsprechen. Es wurde zum Beispiel vorausgesetzt, dass nur ein Kind die Windel nutzt und die Waschmaschine nur halb befüllt läuft. Bis heute gibt es keine genauen Studien und Angaben darüber, ab wann Stoffwindeln nachhaltiger sind.

Eine niederländische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt aber, dass mit der richtigen Waschroutine der ökologische Fußabdruck beeinflusst werden kann. Dazu gehört, dass die Waschmaschine voll beladen wird, indem die Windeln mit anderer Wäsche gewaschen werden, und der Trockner nur in Ausnahmen genutzt wird. Entscheidend dafür, ob Stoffwindeln nachhaltiger als Einwegwindeln sind, ist auch, welche Energieeffizienz-Klasse die Waschmaschine hat. Wird sie sogar mit erneuerbaren Energien betrieben?

All das zeigt: Die Frage, ab wann Stoffwindeln mit Blick auf das viele Waschen tatsächlich nachhaltiger sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei anderen Faktoren erweisen sich Stoffwindeln hingegen als deutlich besser für die Umwelt.

Deutlich weniger Müll

Bei der Herstellung und Entsorgung können Stoffwindeln durchaus ökologischer als Wegwerfwindeln sein. Während Einwegwindeln aus Kunststoffen, Klebern und Vliesstoffen bestehen, sind die Hauptbestandteile von Stoffwindeln nachwachsende Rohstoffe wie Baumwolle, Bambus, Hanf und Wolle. Landet die Einwegwindel im Müll, braucht sie ungefähr 500 Jahre, bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt hat. Stoffwindeln hingegen sind, bei richtiger Entsorgung, nach jahrelanger Nutzung fast komplett biologisch abbaubar. Das natürliche Material schont darüber hinaus die empfindliche Haut der Kinder. Eine hohe Atmungsaktivität und temperaturregulierende Eigenschaften sorgen für ein gutes Klima im Windelbereich.

Zudem werden Stoffwindeln in der Regel nicht nur von einem Kind genutzt. Das gleicht auch die hohen Anschaffungskosten zu Beginn aus. Was viele nicht wissen: Auf die gesamte Wickelzeit gesehen, lässt sich mit der Stoffwindel tatsächlich Geld sparen. Sie kann Kindern helfen, schneller trocken zu werden – um bis zu acht Monate früher als bei der Nutzung von Einwegwindeln. Vermutlich rettet die Nutzung von Stoffwindeln nicht unseren Planeten, aber sie ist ein Gamechanger im bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen. Und für die Gesundheit unserer Kinder ist sie allemal gut.

Marie Isabel Schäle ist Mutter und macht sich gerade als Stoffwindelberaterin selbstständig. Sie ist aktives Mitglied im Stoffwindelverein Deutschland.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/09/Baby.jpg 1285 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-10-23 14:15:242025-10-22 14:20:08Sind Stoffwindeln wirklich nachhaltiger? Expertin klärt auf

Gesellschaftlicher Zusammenhalt beginnt in der Kindheit: Ein Kinderarzt erklärt den Zusammenhang

Kinder brauchen Sicherheit, Zugehörigkeit und das Gefühl etwas bewirken zu können, sonst fehlt ihnen später das Vertrauen in sich und andere. Kinderarzt Herbert Renz-Polster erklärt, warum Erziehung und gesellschaftlicher Zusammenhalt eng zusammenhängen.

Herr Renz-Polster, viele Menschen in Deutschland sind gerade unzufrieden. Die Mieten sind hoch, bei Ärzten bekommt man keine Termine mehr und Familien finden keine Kinderbetreuung. Manche von ihnen reagieren mit Hass und Ablehnung, manche bemühen sich um Lösungen. Warum ist das so?

Klar haben manche einfach eine kürzere Zündschnur. Aber das hängt auch damit zusammen, was wir in unserer Kindheit gelernt haben. Habe ich erfahren, dass ich mit Herausforderungen umgehen kann? Habe ich Sicherheit erfahren? Habe ich gespiegelt bekommen, dass ich etwas kann? Dass ich wertvoll bin? Kinder, die das nicht oder wenig erfahren haben, sind auch als Erwachsene noch sehr unsicher und neigen stärker zu Feindbildern. Das kann später zu Hass und Ablehnung führen. Und das kann dann durchaus auch eine politische Dimension annehmen, weil diese Menschen anfälliger sind für radikale, autoritäre politische Positionen – ob auf der rechten oder auf der linken Seite.

Innere Stimmigkeit

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass jedes Kind sich vier Grundfragen stellt: Nach Sicherheit, Anerkennung, Zugehörigkeit und Wirksamkeit. Was passiert, wenn die Antworten darauf negativ ausfallen?

Positive Antworten auf diese Fragen führen dazu, dass das Kind so was ausbildet wie eine innere Heimat, ein Gefühl von Stimmigkeit. Es bildet ein grundlegendes Werkzeugset an Ressourcen, mit denen es der Welt gewachsen ist. Es lernt, seine Gefühle zu regulieren und wie es mit sich und anderen gut umgeht. Und auch, wie es aus schwierigen Situationen wieder herauskommt. Sind die Antworten auf diese Fragen negativ, dann ist sein Werkzeugkoffer leer. Das Kind hat nicht die Tools, mit Belastungen produktiv und konstruktiv umzugehen. Stattdessen wird es vielleicht von Angst überflutet oder von Wut. Dann sieht es draußen möglicherweise nur Feindesland und empfindet die Menschen im Grunde als bedrohlich. Diese Grundhaltung nimmt es dann mit ins Erwachsenenalter.

Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Menschen, denen diese inneren Sicherheiten fehlen, suchen nach einem Ersatz. Einem Ersatz an Wert, an Größe und an Kontrolle. Welche Züge das annehmen kann, zeigt uns derzeit die MAGA-Bewegung (Make America Great Again, Anm. d. Red.), also die autoritäre Rechte in den USA. Da geht es gar nicht um die Lösung tatsächlicher Probleme, wie etwa der Klimakrise oder der sozialen Ungleichheit, sondern um Identitätsfragen: Wir sind stark, wir sind überlegen, wir sind auserwählt, wir sind die „richtigen Amerikaner“. So entsteht ein heilloses „wir“ gegen die „anderen“, getrieben von Misstrauen. Das zerreibt die ganze Gesellschaft.

Wir spüren das auch hierzulande, aber verglichen etwa mit den USA oder Frankreich leben wir auf einer Insel der Seligen. Wobei auch wir genug Grund zur Sorge haben. Ich sage das vor allem mit Blick auf die östlichen Bundesländer, wo sich gerade in den ländlichen Gebieten Wut und Frust mit extremen politischen Haltungen mischt. Und das ganz stark bei den jungen Männern.

Bedürfnisse beachten

Das heißt, wie wir unsere Kinder heute erziehen, wirkt sich später auch auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt aus?

Ja, auf jeden Fall. Aber damit meine ich nicht, dass Eltern keine Fehler machen dürfen. Es geht vielmehr um tiefgreifende Entwertungsprozesse über einen längeren Zeitraum. Etwas, das so tief geht, dass das Kind diese innere Basis nicht mehr aufbauen kann, von der ich vorhin sprach. Eine permanente Unsicherheit zum Beispiel, das Wissen: Ständig kann ich verletzt werden, mir kann jederzeit etwas Schlimmes passieren. Meine lebenswichtigen Beziehungen tragen nicht, ich kann nicht vertrauen. Oder wenn Kinder die ganze Zeit hören, dass sie ein Versager sind und nichts richtig machen. Wenn auch die Wärme in der Familie fehlt. Oft sind die Eltern selbst stark überfordert, kämpfen psychisch ums eigene Überleben. Oder haben einfach nicht die Kraft, weil sie erkrankt sind, Suchtprobleme haben oder unter unsäglichem materiellem Dauerstress stehen.

Stress ist ein gutes Stichwort. Im Alltag ist es für Eltern manchmal nicht so leicht, den richtigen Ton zu finden. Was ist, wenn das nicht immer gelingt?

Nur weil ich meinem Kind mal eine Zeit lang nicht genug Rückenwind gegeben habe, muss ich mir nicht gleich Sorgen um mein Kind machen. Manche Eltern denken vielleicht, sie müssten immer die richtigen Worte finden und alles perfekt machen. Doch eigentlich geht es darum, „ganz normal“ mit den Kindern umzugehen. Damit meine ich: Mach einfach keinen Nonsens. Guck, dass dein Kind das bekommt, was du dir auch wünschen würdest. Was wünscht du dir zum Beispiel von einer erwachsenen Paarbeziehung? Wahrscheinlich, dass dein Partner dir keine Angst macht. Oder dass ihr nach einem Streit wieder zusammenfindet. Und dass ihr gemeinsam Dinge unternehmt, die euch Freude machen. Es ist in Erziehungsfragen mittlerweile alles so theoretisch geworden. Aber dabei geht es eigentlich nur darum, menschlich zu sein. Natürlich unter der Maßgabe dessen, dass Eltern eine Verantwortung für ihr Kind haben und für es sorgen. Aber die Grundhaltung sollte die gleiche sein.

Selbstwirksamkeit lernen

Kinder werden nicht nur durch ihre Eltern geprägt, sondern auch durch den Kindergarten und die Schule. Welche Erfahrungen machen sie dort?

Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt es in der Schule und teils auch in der Kita an Selbstwirksamkeitserfahrungen. Können sie über den Lehrplan mitdiskutieren? Nein. Können sie irgendetwas anderes dort beeinflussen? Im Gegenteil. Immer bestimmen ältere Menschen über sie. Dieses Gefühl des Kontrollverlusts oder der Hilflosigkeit, übertragen sie dann auf die Gesellschaft. Das betrifft vor allem diejenigen Kinder, die nicht das Glück eines bildungsnahen Elternhauses haben oder denen Mutter Natur keine hauptfächertauglichen Talente mitgegeben hat, sondern andere. Gerade diese Kinder könnten Ermutigung und Rückenwind in der Schule gut gebrauchen, machen aber oft Stress-, Angst- und Versagenserfahrungen, weil sie immer zu kurz springen. Was macht das über die Jahre mit einem Kind?

Kein Wunder, dass über die Hälfte der Jugendlichen glaubt, keinen Einfluss auf die Politik zu haben. Was brauchen junge Menschen, um wieder Vertrauen in die Demokratie zu entwickeln?

Sie müssen beim Aufwachsen Vertrauen erfahren: Wir sind ein Team, und niemand wird da dauerhaft ausgegrenzt oder verletzt. Das heißt nicht, dass es nicht auch mal Stress gibt, aber der sollte menschlich gelöst werden. Und dann brauchen sie Strukturen, in denen sie mitbestimmen und mitgestalten können – in den Dingen, die sie schon überblicken können, natürlich. In der Kindheit macht jeder Mensch seine Erfahrungen damit, was es bedeutet, regiert zu werden. Wie wird auf mich und meine Bedürfnisse reagiert? Wie gehen die mir Überlegenen mit Macht um? Habe ich eine Stimme? Lerne ich Rücksicht auf andere zu nehmen? Wir dürfen das nicht unterschätzen. Das sind doch Grundübungen in Demokratie! Und diese Fragen stellt sich das Kind ja nicht nur zuhause in der Familie, sondern auch in den pädagogischen Einrichtungen. Wenn wir von der „Bildung“ reden, die dort passieren soll, dann gehört diese Persönlichkeitsbildung nach meinem Dafürhalten unbedingt dazu.

Rückgrat und innere Stärke

Sind wir da in Deutschland aktuell auf dem richtigen Weg?

Wir dürfen nicht blauäugig sein: Demokratie ist unglaublich schwierig. Sie bedeutet nicht nur irgendwo ein Kreuz zu setzen, sondern Kompromisse zu ertragen, konstruktiv zu denken, und auch die Schwächeren im Blick zu haben. An langfristigen Lösungen zu arbeiten, damit es der ganzen Gesellschaft besser geht. Demokratie braucht also Menschen, die empathisch sind und ein Interesse an anderen Menschen haben. Die mit sich selbst einigermaßen klarkommen und im Leben feststehen.

Wir haben in der Erziehung der Kinder eindeutig und messbar Land gewonnen. In den 70ern bis 90ern gab es eine Welle von positiven persönlichkeitsfördernden Entwicklungen für Kinder, eine neue, zugewandtere Haltung in der Erziehung etwa. Und es war auch die Zeit der letzten großen Bildungsreform. An den Schulen wurde beispielsweise versucht, den Kindern mehr eine Stimme zu geben.

Ich wünsche mir, dass wir uns weiter daran orientieren und das bewahren. Lasst uns weiterhin die Kinder so behandeln, dass sie an Rückgrat und innerer Stärke gewinnen. Und lasst uns die Familien im Blick behalten und sie entlasten so gut es geht, damit dort der Lebensstress nicht überhandnimmt. Fürsorge für die heranwachsenden Menschen ist ein gesellschaftliches Gut, vielleicht unser Wichtigstes.

Interview: Sarah Kröger ist freie Journalistin und Autorin.

Herbert Renz-Polster ist Kinderarzt und Erziehungsexperte. In seinem aktuellen Buch „Demokratie braucht Erziehung“ untersucht er, welchen Einfluss autoritäre und kaltherzige Erziehung in der Kindheit auf uns hat – und warum Menschen dadurch anfälliger für radikale, autoritäre politische Positionen werden können.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Kinder-und-Gesellschaft_monkeybusinessimages_iStock_Getty-Images-Plus.jpg 1299 2309 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2025-10-21 14:57:262025-10-21 14:59:48Gesellschaftlicher Zusammenhalt beginnt in der Kindheit: Ein Kinderarzt erklärt den Zusammenhang

Bindung in der Paarbeziehung: Expertin verrät, wie das gelingt

Die Bindung ist der entscheidende Faktor für eine glückliche Paarbeziehung. Im Interview verrät Paartherapeutin Ira Schneider ihre Tipps.

Unser Auto bringen wir regelmäßig in die Inspektion und zum TÜV, viele andere Geräte, die wir benutzen, werden regelmäßig gewartet, nur bei der Beziehung sind wir oft nachlässig. Warum ist das so?

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Es kann sein, dass ein Paar so betriebsam ist, dass das gegenseitige emotionale Nähren gar nicht möglich ist. Es kann auch daran liegen, dass man das Gegenüber vielleicht nicht mehr so richtig spürt oder nicht mehr den Zugang dazu hat, wie schön es ist, gemeinsam innezuhalten, sich anzuschauen und sich Raum zu geben. Manche Paare scheuen sich, innezuhalten, weil das auch ein gewisses Maß an Konfrontationen bedeuten könnte. Das Innehalten zu vermeiden, kann unbewusster Widerstand sein, weil da etwas bedrohlich sein und ungemütliche Gefühle wecken könnte.

Man darf nicht vergessen, dass das Leben einfach auch viel fordert. Berufliches, Krankheiten, Übergänge, Umzüge und so weiter. Da sind die meisten Paare und Eltern froh, wenn sie den Alltag überleben.

Da ist dann eine stabile Bindung wichtig. Denn Bindung hat nicht nur etwas mit Erziehung zu tun, sondern betrifft auch Erwachsene. Was macht das Thema Bindung besonders relevant in der Paarbeziehung?

Eine Bindung zu den Fürsorgepersonen ist für Kinder im Grunde eine Lebensversicherung. Kinder können gar nicht anders, als sich zu binden. Eine Kollegin von mir sagt immer: „Kinder binden sich, weil sie nicht anders überleben können. Sie überprüfen dabei ihre Eltern nicht auf pädagogische Eignung.“ Im besten Falle ist das Kind sicher gebunden. Das ist aber nichts, was das Kind beeinflussen kann. Der Bindungsstil ist immer die bestmögliche Strategie, sich der Umwelt anzupassen. Für eine möglichst sichere Bindung braucht es Feinfühligkeit und Responsivität seitens der Fürsorgepersonen. Für das Kind ist wichtig, dass die Fürsorgepersonen überwiegend in der Lage sind, Bedürfnisse zu erspüren und darauf angemessen und versorgend einzugehen.

Das ist bei Paaren nicht viel anders. In der Paartherapie sprechen wir von der sicheren Paarbindung. Das Ziel, auf das ich mit den Paaren hinarbeite, ist, dass sie beieinander emotional sicher sind und sich verletzlich zeigen können. Ein Indikator für eine sichere Paarbindung ist die Responsivität. Dabei geht es darum, ob das Paar tendenziell innerlich bereit ist, auf das Gegenüber einzugehen und emotional verfügbar und aufgeschlossen ist. Paare strecken sich nach Bindung aus und versuchen einander zu erreichen. Im besten Falle haben beide Partner das Gefühl, sich gegenseitig mit positiven Bindungssignalen zu erreichen. Wer sich fallen lassen kann, spürt, dass die Paarbeziehung ein sicherer Ort, ein Bindungshafen ist.

Solche Bindung ist besonders wichtig, auch in Krisensituationen. Was sind die häufigsten Krisenherde, die Ehen erleben?

Leidensdruck entsteht, wenn die Paarbindung erschüttert ist und nicht mehr ganz sicher ist. Dann geraten Paare immer häufiger in bestimmte Interaktionszyklen. Das sind oft schmerzliche Reaktionskreisläufe, die sich dauernd wiederholen, die oft zu Rückzugsverhalten führen oder zu einem emotionalen Protestverhalten. Es kann sein, dass der eine Teil immer vehementer, immer beharrlicher, immer lauter wird und der andere Teil immer verschlossener und sich immer mehr zurückzieht. Das Rückzugsverhalten wird in der Paartherapie oft als Schutzverhalten vor dem Druck, nicht zu genügen, verstanden. Das Protestverhalten wird als Kampf gegen das Gefühl des Unverbunden- und Abgeschnitten-Seins eingeordnet. Manchmal schluckt der Rückzügler länger viel Frust und explodiert dann. Oder der protestierende Teil ist so erschöpft vom Versuch, Bindung wiederherzustellen, dass er oder sie sich abspaltet und aussteigt.

Was können kleine Rituale sein, die der Beziehung und der Bindung dienlich sind?

Was ich wichtig finde, ist beispielsweise Blickkontakt. Den anderen bewusst anzuschauen. Manchmal bitte ich Paare in der Therapie, einander einfach anzuschauen. Ich gehe dafür kurz raus aus der Sitzung. Und viele sagen mir anschließend, dass es das erste Mal seit Monaten sei, dass sie sich wieder ansehen. Einige weinen vor Ergriffenheit und spüren wieder etwas Wärme füreinander.
Eine Idee ist, auch tagsüber in Kontakt zu bleiben. Vielleicht durch einen kurzen Anruf, eine kurze Nachricht oder einfach durch ein kleines Liebes-Emoji. So ist die Kommunikation nicht nur funktional im Sinne der Absprachen, sondern schafft auch eine Herzensverbindung.

Manchmal ist die Belastung durch Kinder, Job und andere Dinge so groß, dass man als Ehepaar zu zerbrechen droht. Was hilft in solchen Situationen, den Partner nicht aus dem Blick zu verlieren?
Es kann hilfreich sein, das große Ganze im Blick zu behalten und sich immer wieder daran zu erinnern, dass es Phasen gibt, die wirklich intensiv sind. Alle Phasen haben ein Anfang und ein Ende. Wichtig ist, dass eine Phase nicht in einen langanhaltenden Zustand übergeht. Deshalb sollte man Frühwarnzeichen nicht ignorieren und feinfühlig bleiben.

Der zweite Punkt ist, daran festzuhalten, dass das Band der Liebe stark ist, auch wenn ein Paar nicht jeden Tag die Zeit hat, die es gerne miteinander hätte. Sich das gegenseitige Vermissen dann zuzusprechen, kann guttun. Und sich so viel Wertschätzung entgegenzubringen wie möglich, für all die Dinge, die das Paar gerade miteinander wuppt. So entsteht ein Grundgefühl von: „Ich sehe dich und du siehst mich.“

Welchen Stellenwert hat aus deiner Sicht die gemeinsame Verbindung zu Gott?

Für mich persönlich ist das sehr wichtig. Ich glaube, dass es wohltuend ist, als Paar zu wissen, dass man nicht allein mit den Herausforderungen ist. Wir haben einen Gott an unserer Seite, der wohlwollend ist und wir können uns zu ihm immer wieder hinwenden und mit seiner Unterstützung rechnen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Family-Redakteur Marcus Beier.

Ira Schneider ist Paartherapeutin, Autorin und Referentin. In Ihrem Podcast „Voll Liebe! Der Beziehungspodcast“ spricht sie ausführlich über Bindung in der Partnerschaft. Zu hören unter erfplus.de oder überall, wo es Podcasts gibt. schneider-ira.com

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Paar-kuesst-sich.jpg 1414 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-10-17 12:55:122025-10-17 13:00:35Bindung in der Paarbeziehung: Expertin verrät, wie das gelingt

Trigger erkennen: Experte verrät, wie Traumaforschung in der Paarbeziehung hilft

Das Verhalten des Partners kann uns emotional aus der Bahn werfen. Die Trigger liegen oft in früheren Erfahrungen. Sind das schon Traumata? Ein Experte erklärt.

Eine Patientin streitet mit ihrem Mann (Beispiele anonymisiert). Nach einem Streit zieht er sich zurück. Über Stunden fühlt sie sich unruhig und verlassen. Doch ihr Mann braucht Zeit. Er will im Streit nichts sagen, was er später bereut. Lieber geht er in sich, um herauszufinden, wie er zu dem strittigen Thema steht. Was ihm entspricht und ihm guttut, ist für meine Patientin ein schrecklicher Trigger. Was ist passiert? Welche alten Erfahrungen können heute getriggert werden? Das macht eine Therapie­methode sichtbar, die ich gerne einsetze.

Die Gefühlsbrücke

Ich lade meine Patientin ein, sich mit mir anzuschauen, was genau in ihr abläuft: „Versetzen Sie sich noch einmal in Gedanken in die Situation mit Ihrem Mann. Dann leite ich Sie an, eine Kindheitssituation auftauchen zu lassen, in der Sie sich einmal ähnlich gefühlt haben.“ Über diese Gefühlsbrücke gehen wir zurück in eine ferne Vergangenheit.

Meine Patientin erinnert sich an eine Situation, in der sie etwa fünf Jahre alt ist. Ihre Mutter ist überfordert. Sie zieht sich ins Schlafzimmer zurück. In dieser Zeit leidet die Mutter an Depressionen und liegt häufig im Bett. An manchen Tagen geht es der Mutter besser. Dann meistert sie den Alltag und kann für meine Patientin da sein. Doch wenn das Mädchen einmal wütend wird oder weint und sich nicht beruhigen kann, wird es der Mutter zu viel. Sie sagt noch ein paar halbherzige Worte. Dann geht sie in ihr Bett und ruht sich aus. Ihre kleine Tochter bleibt allein und verstört zurück. Schrecklich.

Obwohl dieser Zusammenhang naheliegend ist, hat meine Patientin ihn noch nicht entdeckt. Mit seinem Rückzug triggert ihr Mann die alte Erfahrung, verlassen zu werden. Natürlich ist es ist nicht angenehm, wenn sich der Partner nach einem Streit zurückzieht. Doch zur Not kann man das aushalten. Wer aber mit Gefühlen aus der Vergangenheit überflutet wird, gerät in eine bedrohliche und unerträgliche Situation. Das macht einen Unterschied: Es ist nicht der Ehemann, der die schlimmen Gefühle verursacht. Er löst sie nur aus.

Was getriggert werden kann

Ist meine Patientin nun traumatisiert? Ja und nein. Um die Diagnose einer Traumafolgestörung zu stellen, müssten die Erfahrungen aus der Vergangenheit immer wieder in gefühlsgeladenen Erinnerungen auftauchen, auch nachts in Alpträumen. Betroffene vermeiden dann alles, was an die traumatische Erfahrung erinnern könnte. Sie bleiben in einem körperlichen und geistigen Alarmzustand, der sich nur selten beruhigt.

So weit geht es bei meiner Patientin nicht. Doch vollständig verarbeitet ist ihre kindliche Verlassenheit nicht. Sie kann durch entsprechende Auslöser wieder aktiv werden. Insofern liegt eine traumatische Erfahrung vor. Neben der Verlassenheit, die meine Patientin durchlitten hat, gibt es auch andere Kindheitserfahrungen, die später getriggert werden können, zum Beispiel:

  • von zu hohen Maßstäben überfordert werden
  • misshandelt werden, wenn ein Elternteil zum Beispiel seine Wut am Kind abreagiert
  • in der eigenen Selbstständigkeit und im Selbstvertrauen untergraben werden
  • emotional vernachlässigt werden
  • keine angemessenen Grenzen gesetzt bekommen (und dadurch von der eigenen Freiheit überfordert sein)
  • ständig auf jemanden Rücksicht nehmen müssen, dem es schlechter geht
  • in seinen Gefühlen und Bedürfnissen nicht verstanden werden
  • für Dinge bestraft werden, auf die man keinen Einfluss hatte
  • kontrolliert und klein gehalten werden
  • für Eltern Verantwortung übernehmen müssen, wenn diese mit sich und dem Leben nicht zurechtkommen
  • unter übertriebenen Sorgen der Eltern leiden
  • sich nur geliebt fühlen, wenn man erwünschtes ­Verhalten zeigt

Welches Verhalten meiner Frau oder meines Mannes bringt mich aus dem Gleichgewicht? Welche Verhaltensweisen von mir triggern meine Frau oder meinen Mann? Und welche frühen Erfahrungen werden dabei berührt? Die Chancen sind gut, dass Sie die Antwort auf diese Fragen in der Liste finden.

Es gibt allerdings noch andere, seltenere Prägungen. Wenn Sie psychisch stabil sind, können Sie selbst einmal versuchen, über die Gefühlsbrücke zu gehen. Dazu versetzen Sie sich in eine Situation, in der Sie das Verhalten Ihres Partners emotional aus dem Gleichgewicht gebracht hat: Was fühlen Sie genau? Was noch? Wenn es Wut ist, gibt es unter der Wut vielleicht noch ein zarteres Gefühl? Wie spüren Sie die Gefühle im Körper? Und nun bleiben Sie bei den Gefühlen und Körperempfindungen. Öffnen Sie sich für eine Kindheitssituation, in der Sie sich einmal ähnlich gefühlt haben. Lassen Sie sich einfach ein wenig Zeit und warten ab, was kommt.

In den meisten Fällen taucht eine Situation auf, die man leicht einordnen kann, eine Erfahrung ähnlich wie die in der Liste auf Seite 51. Manchmal muss man ein wenig nachdenken, worin die Ähnlichkeit zur heutigen Situation besteht und warum eine Kindheitssituation wie die, die einem eingefallen ist, noch heute eine Rolle spielen könnte.

Liebevoll mit dem Trigger umgehen

Wenn ein Paar um seine Triggerpunkte weiß, erleichtert das vieles. Eine Ehefrau könnte zum Beispiel sagen: „Ich fühle mich gerade furchtbar dominiert von dir. Aber ich weiß, dass du offener für meine Wünsche bist, als ich gerade denke.“ Der Partner fühlt sich dann nicht mehr wie ein Tyrann, wie es in vergangenen Konflikten der Fall war. Dagegen hat er sich gewehrt.

Nun kann er vielleicht sehen, womit er dieses Gefühl seiner Partnerin ausgelöst hat. Vielleicht hat er seine Sicht der Dinge zu kämpferisch vertreten und nicht nach der Sicht seiner Partnerin gefragt. Er könnte nun auf die Triggerpunkte seiner Partnerin achten. Dann würde er sich in seiner Selbstbehauptung bremsen und nach ihren Wünschen fragen. Seiner Partnerin würde es so viel bedeuten, in einer Beziehung zu leben, in der ihre Bedürfnisse etwas zählen. Er würde sogar dazu beitragen, dass ihre alte Wunde der Fremdbestimmung heilt. Denn jede neue gute Erfahrung überschreibt alte Erfahrungen. Der Partner würde staunen, wie entspannt Situationen werden, die früher zu Konflikten geführt haben. Schließlich wäre er überwältigt davon, wie viel Liebe sein neues Verhalten bei ihr weckt – und das alles nur, weil er sich zwischendurch bremst und sich für ihre Bedürfnisse interessiert.

Doch es ginge sogar ohne Veränderung auf seiner Seite. Auch die Partnerin kann das Triggerthema lösen. Dazu reicht es, wenn sie sich Luft verschafft, wie mit den zwei Sätzen, die ich ihr in den Mund gelegt habe. Sie zeigt, wie sie sich fühlt, übernimmt aber die Verantwortung für ihre Gefühle. Dadurch hören sich ihre Worte nicht wie ein Vorwurf an. Gleichzeitig macht sie sich selbst bewusst, dass sie ihre Wünsche heute vertreten darf und nicht sofort nachgeben muss, nur weil ihr Partner gerade so kämpferisch diskutiert. Auch das kann eine entspannende Lösung sein.

Über Heute und Damals sprechen

Manchmal kann man den Zusammenhang zwischen heute und früher sogar ansprechen. Dann könnte ein Partner erklären: „Wenn du dir Sorgen machst, fühle ich mich wie früher, als die Sorgen meines Vaters das ganze Familienleben bestimmt haben. Ich habe mich damals so eingeengt und beschwert gefühlt. Du bist ja nicht wie mein Vater, trotzdem bekomme ich manchmal Beklemmungen, wenn du Sorgen aussprichst.“

Auch hier kann von jedem der beiden Partner eine entspannende Lösung ausgehen. Die besorgte Partnerin könnte prüfen, ob sie die Dinge nicht auch zuversichtlicher sehen und optimistischer reagieren kann. Vielleicht würde ihr das auch selbst guttun. In jedem Fall würde sie ihrem Partner die Erfahrung schenken, dass er endlich einmal wichtiger ist als die Sorgen. Aber sie muss sich nicht verändern. Es würde auch reichen, wenn sich ihr Partner den Unterschied zwischen heute und früher bewusst macht. Dann kann er entspannter auf die Sorgen seiner Frau reagieren: „Ich bin da gerade zuversichtlicher und selbst, wenn etwas schiefgeht, könnte ich damit umgehen. Denkst du, wir können das trotzdem wagen und dabei eine gute Zeit haben?“ Er ist den Sorgen seiner Frau nicht so ausgeliefert wie den Sorgen seines Vaters damals.

Wahrscheinlich lässt sich seine Frau für mehr Zuversicht gewinnnen, wenn man darüber spricht. Vielleicht wird sie aus Liebe einen Kompromiss eingehen, dabei ängstlich sein, aber tapfer mit ihren Sorgen umgehen. Wo es sie wirklich überfordert, kann ihr Mann Dinge vielleicht auch ohne sie machen. Er muss den sorgenvollen Gedanken seiner Frau auch nicht so lange zuhören, bis es ihn selbst runterzieht. Zwei Minuten Zuhören und Mitgefühl reichen für die meisten Sorgen, dann darf man unauffällig das Thema wechseln. Oder man steht auf und kocht einen Tee – auch Unterbrechungen bringen oft auf andere Gedanken. Heute gibt es einfach so viel mehr gute Möglichkeiten als damals.

Trigger: Eine Mode, die uns dient

Der Traumahype mag übertrieben sein, wenn etwa Sendungen oder Podcasts von Triggerwarnungen eingeleitet werden: „Die Mordfälle unserer Sendung sind auf keinen Fall für Ihre Kinder geeignet. Auch nicht für Menschen, die darauf sensibel reagieren.“

Doch der Hype um die Trigger macht uns auch ein Geschenk. Denn allmählich wird es zum Allgemeinwissen: Die meisten Menschen haben auch schwere Erfahrungen gemacht und diese sind oft nicht vollständig verarbeitet. Sie können deshalb getriggert werden. Dann bricht eine alte Erfahrung ins Heute durch. Das ist bedrohlich und verwirrend, weil wir dabei früher und damals verwechseln. Wir nehmen eine Person heute schlimmer wahr, als sie es verdient hat. Wir zeigen ein Verhalten, das eigentlich der Person gilt, die uns vor langer Zeit beeinträchtigt hat.

Wer hier zu unterscheiden lernt, kann Situationen entspannen. Er kann außerdem verständlich machen, wie er fühlt und was er braucht. Gäbe es einen Führerschein für Liebesbeziehungen, würde ich eine Trauma-Lektion in den Prüfungsstoff aufnehmen.

Jörg Berger ist Psychotherapeut und Paartherapeut in eigener Praxis in Heidelberg. Sein Buch zum Thema zeigt wunde Punkte in Beziehungen auf: „Meine Stacheln. Wie Sie Ihre Liebe vor Verletzungen schützen.“

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Paar-gestresst.jpg 1414 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-10-14 12:39:242025-10-14 12:39:24Trigger erkennen: Experte verrät, wie Traumaforschung in der Paarbeziehung hilft

Hat mein Kind eine Essstörung? So können Eltern das Thema ansprechen

Wenn junge Menschen wenig essen, machen sich die Eltern schnell Sorgen: Handelt es sich um eine Essstörung? Eine Psychologin klärt auf.

Vorneweg ist es wichtig zu wissen: Nicht jedes zurückhaltende Essverhalten deutet automatisch auf eine Essstörung hin. Es gibt viele harmlose oder vorübergehende Gründe, warum jemand in bestimmten Situationen wenig isst.

Manche Menschen fühlen sich beim Essen in Gesellschaft beispielsweise unwohl. Etwa aus Angst, beobachtet zu werden. Auch Stress oder emotionale Belastungen können den Hunger mindern. Hinzu kommt: Viele junge Erwachsene verändern ihre Ernährung. Beispielsweise essen sie vegetarisch, vegan oder verzichten auf Kohlenhydrate – möchten darum aber nicht viel Aufhebens machen. Aus Rücksicht oder um niemandem Umstände zu bereiten, sprechen sie das nicht offen an und essen lieber stillschweigend weniger.

Handlungsbedarf!

Wenn sich jedoch bestimmte Auffälligkeiten über längere Zeit zeigen oder miteinander auftreten, kann das auf eine Essstörung hinweisen. Alarmzeichen sind etwa eine starke gedankliche Beschäftigung mit Kalorien, Gewicht oder der eigenen Körperform. Auch auffällige Gewichtsveränderungen – sei es durch Abnehmen oder ein ständiges Ab- und Zunehmen – können Hinweise geben. Ebenso bedenklich ist eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme oder das Bedürfnis, Nahrungsaufnahme durch übermäßigen Sport „auszugleichen“. Und auch ein stark eingeschränktes, streng reglementiertes Essverhalten – etwa durch starre Diätregeln oder das Weglassen ganzer Lebensmittelgruppen ohne erkennbaren Grund – sollte aufmerksam machen.

„Was beschäftigt dich?“

Dass Eltern oft Hemmungen haben, ihre Kinder direkt darauf anzusprechen, ist sehr verständlich. Dennoch kann ein behutsames, offenes Gespräch helfen, das Verhalten des Sohnes oder der Tochter besser einzuordnen. Wichtig ist dabei, nicht zu bewerten, sondern Ihre Beobachtung und Sorge in Worte zu fassen. Zum Beispiel so: „Ich mache mir Sorgen um dich. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit kaum Appetit hast, und ich wollte einfach mal hören, wie es dir so geht.“ Zeigen Sie ehrliches Interesse an dem gesamten Befinden Ihres Kindes, nicht nur an seinem Essverhalten. Vielleicht beschäftigt es etwas ganz anderes, das sich indirekt auf den Appetit auswirkt.

Sollten sich die Hinweise auf eine mögliche Essstörung verdichten, wäre es sinnvoll, gemeinsam über professionelle Unterstützung nachzudenken, zum Beispiel in Form einer psychotherapeutischen Sprechstunde. In einem ersten Gespräch kann dort eingeschätzt werden, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt und welche Schritte hilfreich wären. Vielleicht tut es Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn auch gut, wenn Sie anbieten, sie zu einem solchen Termin zu begleiten. Trauen Sie sich, das Gespräch zu suchen. Oft ist nicht das Gespräch selbst entscheidend, sondern die Erfahrung: Da ist jemand, der sich sorgt – und der da ist, wenn Hilfe gebraucht wird.

Dr. Verena Pflug ist M.Sc. Klinische Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/10/Silhouette-Frau-beim-Essen.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-10-08 10:00:102025-10-08 09:22:43Hat mein Kind eine Essstörung? So können Eltern das Thema ansprechen

Zu viele Süßigkeiten? Ernährungsexpertin verrät, wie gesunde Kinderernährung gelingt

Kinderernährung muss nicht zuckerfrei sein. Trotzdem sollten Süßigkeiten in Maßen gegessen werden. Ernährungsexpertin Elke Decher gibt Tipps für einen guten Umgang mit Snacks.

Kinder lieben Süßes. Das ist völlig normal. Entwicklungsgeschichtlich sind wir Menschen auf süß gepolt. Die Muttermilch schmeckt bereits durch den enthaltenen Milchzucker leicht süß. Sogar das Fruchtwasser im Mutterleib hat einen süßlichen Geschmack und wird gern von den Babys getrunken. Dennoch ist Ihre Sorge nicht unbegründet. Leider haben Süßigkeiten und der darin enthaltene Zucker ein „Suchtpotenzial“. Wir gewöhnen uns schnell an den Geschmack und brauchen immer mehr davon, um es als angenehm zu empfinden.

Alles in Maßen

Zucker und Fett sind in vielen Lebensmitteln enthalten. In Süßigkeiten werden Zucker und Fett kombiniert: Kalorienbomben pur! Wer zu viel Zucker isst, ist häufiger von Zahnkaries, Übergewicht und daraus entstehenden Zivilisationskrankheiten (wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ II) betroffen. Sich über die Ernährung der Kinder Gedanken zu machen, ist also absolut wichtig. Die wünschenswerte Menge der einzelnen Lebensmittel pro Tag ist gut durch die Pyramide des Bundeszentrums für Ernährung wiedergegeben und lässt sich dort nachlesen. Dabei entspricht die Menge eines Bausteins in etwa einer Handgröße (kleine Hand = kleine Portion). Doch wie lassen sich diese Angaben und Maßstäbe umsetzen?

Zwischen „sollen“ und „wollen“

Kinderernährung kann und muss nicht zuckerfrei sein. Aber der Umgang mit Snacks will gelernt sein. Eltern sind dabei ein wichtiges Vorbild. Denn Kinder tun bekanntlich nicht unbedingt das, was wir sagen, sondern was wir tun. Erwachsene sollten – unter Mitbestimmung der Kinder – zum Essen einladen: Sie entscheiden, wann, was und wie gegessen wird. Aber es ist die Entscheidung der Kinder, ob und wie viel sie essen. Dabei wird die Herausforderung beim Thema Essen deutlich: Wir möchten unsere Kinder besonders gesund und nachhaltig ernähren. Aber Kinder haben eben auch ihre eigenen Bedürfnisse.

Folglich sitzen sich am Esstisch das „Sollen“ und „Wollen“ häufig gegenüber. Wie es trotzdem gelingen kann, auf einen Nenner zu kommen als Eltern mit Naschkatzen im Haus, habe ich in den nachstehenden Tipps zusammengetragen. Bleiben Sie entspannt: Mithilfe von Regeln legen Sie einen Rahmen für die Ernährung Ihrer Tochter fest; innerhalb dieses Rahmens kann sie dann aber – ohne Ihre Anmerkungen – frei entscheiden.

8 Tipps für eine gesunde Kinderernährung

  • Erklären Sie Ihren Kindern, warum sie Süßes und Fettiges in Maßen essen sollten. In Bezug auf Fett fährt man am besten, wenn man bei fetthaltigem Brotbelag komplett auf Streichfett verzichtet.
  • Vermeiden Sie generelle Verbote im Umgang mit Süßigkeiten. Legen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern zum Beispiel eine „süße Wochenration“ oder eine geplante Naschzeit fest.
  • Süßigkeiten sollten zu den Mahlzeiten gegessen werden, sie eignen sich sehr gut als Abschluss (anschließend Zähneputzen nicht vergessen).
  • Achten Sie auf ein bewusstes Genießen und essen Sie mit Ihren Kindern nur im Sitzen. Das trägt nicht nur zum Genuss bei, sondern sorgt ganz nebenbei für eine bessere Kontrolle.
  • Regelmäßige Mahlzeiten beugen dem Heißhunger auf Ungesundes vor.
  • Bieten Sie süße Getränke gar nicht oder nur zu besonderen Anlässen an.
  • Sagen Sie Verwandten und Freunden, dass Sie keine Süßigkeiten als Geschenke oder Mitbringsel für Ihre Kinder möchten.
  • Bieten Sie attraktive Alternativen an, wie zum Beispiel Studentenfutter, Reiswaffeln, selbstgemachtes Popcorn, Salzstangen, Vollkorndinkelstangen, Obstspieße oder Rohkoststicks.

Elke Decher ist Diplom-Oecotrophologin und unterrichtet Ernährung, Hauswirtschaft, Gesundheits- und Naturwissenschaften an einem Berufskolleg.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/09/Maedchen-Suessigkeiten.jpg 1280 1920 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-09-10 14:40:342025-09-10 14:40:34Zu viele Süßigkeiten? Ernährungsexpertin verrät, wie gesunde Kinderernährung gelingt

Stress in der Grundschule: Lehrerin verrät, was hilft

Jedes dritte Grundschulkind fühlt sich überfordert. Wie Eltern Stress bei ihren Kindern wahrnehmen und sie unterstützen können.

Das Phänomen „Stress“ ist zum ständigen Begleiter für viele Grundschulkinder geworden. Der tägliche Spagat zwischen Terminen, Schulpflichten und äußeren Bedingungen löste laut einer Studie des Deutschen Kinderschutzbundes 2012 bei jedem dritten Grundschulkind ein Gefühl der Überforderung aus. Aktuelle Studien bestätigen, dass diese Thematik immer noch eine zentrale Rolle im Alltag von Grundschulkindern spielt.

Von Schulstress bei Grundschulkindern sprechen wir, wenn der schulische Alltag in Kindern ein Gefühl der Überforderung auslöst. Gestresste Kinder zeigen oft auch Symptome von körperlicher oder psychischer Belastung. „Die Kinder haben beispielsweise Ängste wie etwa Versagens- oder Leistungsängste“, erklärt Dr. Anja Ozik-Scharf, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. „Sie leiden unter Schlafstörungen, Rückzugstendenzen oder auch depressiven Verstimmungen, zeigen kompensatorisches Verhalten – indem sie sich beispielsweise über andere lustig machen, sich wegträumen – oder auch Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Manche Kinder klagen, sind überfordert oder unterfordert, können Probleme nicht eigenständig lösen und können sich selbst nicht ermutigen.“

Die Ursachen für Schulstress sind vielfältig: Laut dem Präventionsradar der Krankenkasse DAK liegt der größte Anteil der Stressfaktoren im Leistungsdruck etwa beim Schreiben von Tests oder Klassenarbeiten. Aber auch Probleme mit Lehrkräften oder Mitschülerinnen und Mitschülern wirken sich auf das Wohlbefinden von Grundschulkindern aus. Rund 54 Prozent der Kinder fühlen sich durch Hausaufgaben gestresst, 22 Prozent empfinden Druck durch die Eltern.

„Ich werde gesehen“

Eltern, die bei ihrem Kind ein verändertes Verhalten oder körperliche Beschwerden beobachten, sollten ihre Wahrnehmung ernst nehmen. Sie können zunächst das Gespräch mit dem Kind suchen und es nach seinen möglichen Sorgen fragen. Auch ist es sinnvoll, den Kontakt zur Klassenlehrkraft des Kindes aufzunehmen, um nach deren Eindrücken zu fragen.

Anja Ozik-Scharf sieht Eltern als „Expertinnen und Experten für ihr Kind“. Deshalb rät sie grundsätzlich dazu, „eher einmal mehr Unterstützung in Anspruch zu nehmen.“ Das kann ein Besuch beim Kinderarzt oder einer Kinderärztin sein. Diese können zu weiteren Schritten raten. Bei Unsicherheiten empfiehlt Anja Ozik-Scharf, eine psychotherapeutische Sprechzeit, also ein psychotherapeutisches Erstgespräch, wahrzunehmen. Auch der schulpsychologische Dienst, die kommunalen Erziehungs- und Familienberatungsstellen oder Coaches beziehungsweise Lerncoaches können hilfreiche Anlaufstellen sein.

Wichtig sei, dass Eltern feste Strukturen schaffen, betont Anja Ozik-Scharf: „In jeder Familie sollte es Werte geben und auch Regeln – und Beziehung. Für mich ist es besonders bedeutsam, Blickkontakt zum Kind herzustellen und zu halten. Das schafft Beziehung, und das Kind erhält das Gefühl, im wahrsten Sinne des Wortes gesehen zu werden.“ Eltern seien wichtige Vorbilder, wenn es darum geht, wie sie selbst mit Stress umgehen. Wenn es ihnen gelingt, reflektiert mit eigenen Belastungen umzugehen, können sie ihr Kind effektiv bei der Stressregulation stärken.

Ein Ausflug ins Schwimmbad

Bei der Co-Regulation unterstützen Eltern ihr Kind dabei, mit dem Schulstress umzugehen. Beispielsweise durch feste Regeln und Strukturen innerhalb des familiären Alltags kann vieles bewirkt werden. Die Kinderpsychotherapeutin ermutigt an dieser Stelle auch dazu, mit positiven Verstärkungen zu arbeiten. Wenn also ein Ziel geschafft ist – und sei es noch so klein –, dürfen zuvor verabredete kleine Wünsche eingelöst werden: zum Beispiel ein gemeinsames Eis essen, ein Ausflug ins Schwimmbad oder ein Spielenachmittag.

Auch sei es wichtig, den Kindern Strategien gegen den Stress zu vermitteln. Das können Entspannungsübungen sein oder das gemeinsame Beten. Kinder sollten zudem die Gelegenheit erhalten, Stress über Bewegung abbauen zu können, sei es im Verein, beim Besuch auf dem Spielplatz oder beim gemeinsamen Sport mit den Eltern. Auch kreatives Tun wie Malen, Schreiben, Musizieren oder Töpfern trägt dazu bei, den Stress hinter sich zu lassen.

Wenn Grundschulkinder unter Schulstress leiden, ist es für sie besonders wichtig, den Rückhalt ihrer Eltern zu erleben und ihr Verständnis zu erfahren. Gemeinsam können Lösungswege erarbeitet werden. Durch Beobachten und offene Kommunikation unterstützen Eltern ihr Kind zielgerichtet und nachhaltig dabei, die seelische Gesundheit zu stärken.

Alexandra von Plüskow-Kaminski war mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin tätig. Sie ist Fachjournalistin und zweifache Mutter.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/09/Grundschueler.jpg 1414 2121 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-09-04 14:12:182025-09-03 15:17:34Stress in der Grundschule: Lehrerin verrät, was hilft

Mental Load: Was hinter dem neuen Stressbegriff steckt

Mental Load: Der Modebegriff lässt Familienarbeit hauptsächlich als Belastung erscheinen. Ist das gerechtfertigt?

Wenn unsere Kinder heranwachsen und als Erwachsene eine Partnerschaft gestalten, tauchen Themen aus unserem eigenen Leben plötzlich in einem anderen Licht auf. Ich erlebe, dass unsere Töchter über manches Arrangement zwischen meinem Mann und mir die Augen rollen. Sie werfen uns vor, dass wir in patriarchalen Strukturen festhängen und dass ich null feministische Entwicklung durchgemacht habe.

Ich kann das in der Regel wohlwollend als eigene Meinung einer neuen und selbstbestimmten Generation einordnen. Eine Diskussionsebene jedoch hat sich bei mir anders angefühlt: Schon länger lese ich in sozialen Medien vom Sichtbarmachen des Mental Loads. Und ich gebe zu: Für mich ist das beim ersten Betrachten totaler Quatsch. Wenn mein Mann und ich unseren Alltag mit dem dazugehörigen Mental Load sichtbar machen würden, wäre schnell klar: Ich habe viel. Er hat viel.

Ich habe nie verstanden, warum feministisch geprägte Frauen darum kämpfen, ihre Gedanken als „Load“, als Belastung zu beschreiben. Für mich ist diese Definition eine falsche Grundannahme. Es ist für mich kein „Load“, keine Belastung, wenn ich an Zahnarzttermine, Kindergeburtstagsgeschenke oder den Elternbrief für die Schule denken muss. Klar – es fordert mich. Aber ich habe mich in dieses Abenteuer Familie mit all den unsichtbaren und sichtbaren Aufgaben begeben. Sie gehören für mich dazu.

Erschöpfende Care-Arbeit

Wenn ich in den sozialen Medien von Mental Load lese, spüre ich, dass es mich piekst, wenn Familienarbeit und Care-Arbeit als Belastung, als Erschöpfungsquelle gesehen werden. Natürlich sind Nächte mit weniger als drei Stunden Schlaf und tägliche Diskussionen beim Anziehen eine große körperliche Aufgabe. Natürlich kostet es unglaublich viel Kraft, wenn ein vierjähriges Kind seine Emotionen trainiert. Ich habe oft heulend vor Wut auf mich selbst auf dem Badewannenrand gekauert und mich lieber in ein Meeting gewünscht. Aber mich stört die grundsätzliche Annahme, dass Alltagstätigkeiten in der Familie eine Belastung sind. Diese Annahme macht mich ratlos. Ich möchte am liebsten sofort, wenn jemand dieses Wort benutzt, ein kleines Grundsatz-Referat halten.

Während ich also meine Meinung über Mental Load ausplaudere, explodieren meine Kinder. Sie sind irritiert und entsetzt. Sie verstehen nicht, warum ich grundsätzlich so anders an dieses Thema herangehe, weil sie so viel Gutes daran finden. Meine Tochter und ihr Mann besprechen viele der für mich natürlich zugeordneten Aufgaben, um zu schauen, wer was erledigt. Da gibt es keine Zuordnung für Mülleimer, Abwasch, Geburtstagsgeschenke. Stattdessen werden diese Themen täglich oder wöchentlich besprochen und durchdacht. Für mich scheint das energiebindend, für sie nicht. In der Diskussion spüre ich ihren Eifer, und das bewegt mich. Liege ich so falsch mit meiner inneren Distanz zu dem Thema?

Keine echte Wahl

Ich hole mir Rat bei Priska Lachmann, die ihre Masterarbeit über Mental Load geschrieben hat. Sie gibt mir einiges zu bedenken:

  • Patricia Cammarata, eine der führenden deutschen Autorinnen zu Mental Load, betont in ihrem Buch „Musterbruch“, dass es auch Frauen gibt, die es als erfüllend empfinden, Mutter und Hausfrau zu sein. In einer gerechten Welt hätten die Menschen die Wahl, ob sie erwerbstätig sein oder sich um ihre Kinder kümmern wollten. Eine gerechte Welt würde aber auch dafür sorgen, dass Menschen unabhängig von ihrer Entscheidung nicht finanziell abhängig sind und auf Altersarmut zusteuern. Dann hinge die Wahl auch nicht davon ab, wer mehr verdient. Und es würde auch nicht der Eindruck entstehen, dass Pflegearbeit etwas Lästiges ist.
  • Die Philosophin Tove Soiland betont, Fürsorge sei ein Geschenk, das nicht in Handlungen besteht, sondern in der Beziehung: „Die Gebende gibt einen Teil von sich.“ Fürsorge brauche unverplante Zeiten, tiefe Gespräche, emotionalen Austausch, schreibt auch Patricia Cammarata. Sie könne nicht mit bloßer Versorgung gleichgesetzt und nicht zweitrangig neben der Erwerbsarbeit gesehen werden.
  • Wir halten es für erstrebenswert, uns auf die Erwerbsarbeit zu konzentrieren und dem männlichen Stereotyp zu folgen, führt Cammarata weiter aus. Doch damit werten wir Sorgearbeit ab und ignorieren, dass das männliche Stereotyp auch Nachteile haben kann

Scheinbar klassische Rollen

Ich verstehe neu in der Diskussion, dass es sowohl meinen Kindern als auch den Autorinnen darum geht, sichtbar zu machen, was unsichtbar ist. Sie wollen das Innerdynamische der Familie aufwerten. Und zwar nicht auf der Ebene der praktischen To-do-Liste, sondern tiefer und grundlegender. Es geht um eine Unsichtbarkeit, die in einer Ehe oder Beziehung zu einem Ungleichgewicht führen kann. Das hat nichts mit Begabung zu tun, sondern mit Bequemlichkeit oder gar mit sozialem und auch falsch verstandenem Druck.

Vielleicht sind mir diese Diskussionen auch deshalb fremd, weil bei meinem Mann und mir die scheinbar klassischen Rollen zu unseren Begabungen passen. Ich bin eine Chaotin, mir machen volle Mülleimer nichts. Mein Mann hingegen kann entspannt über mit Zahnpasta verzierte Spiegel hinwegsehen, was mich rasend macht. Während ich mir im Januar eines Jahres verschiedene Vorsorgetermine setze und immer auch gleich die der Kinder mitgeplant habe, erträgt mein Mann die Situation in einem Wartezimmer besser. Deshalb hat er sich mit den Kindern zu geplanten und ungeplanten Arztterminen begeben.

In einer Phase unserer Familie war ich 100 Prozent zu Hause und Henrik 100 Prozent in Erwerbsarbeit. Einige Jahre später war ich 100 Prozent erwerbstätig und Henrik hat neben seiner 50-Prozent-Stelle wichtige Fürsorgearbeit geleistet – unsichtbare Arbeit, die ihm keine Rentenpunkte ermöglichte. Ich finde unser Miteinander gut und fühle mich wohl darin. Unsere starken Töchter und unser empathischer Sohn zeigen mir jedoch: Im Leben heute wird eine Rollenneutralität verlangt, ja fast schon gefordert. Eine kochende, selbstbewusste junge Frau ist fast schon zu hinterfragen und ein handwerklich begeisterter junger Mann wird irritiert zur Kenntnis genommen.

Mental Load: Eine unsichtbare Last

Aber zurück zum Mental Load: Wenn ich an die Kleinkindphase unserer Familie zurückdenke, kann ich mir kaum vorstellen, wie ich die kleinen und unsichtbaren Aufgaben auf einer Tafel oder in einer Handy-App hätte benennen sollen. Wie wäre wohl mein junges Mama-Ich heute? Würde ich die Postkarte an meine Großmutter auf die To-do-Liste schreiben oder die Postkarte einfach schreiben und meinem Mann zur Unterschrift vorlegen? Würde ich Freunde zum Essen einladen und unsere Speisekammer durchchecken, ob Essbares da ist? Oder würde ich die Idee zur Einladung auf die To-do-Liste schreiben und mehr nicht?

Ich übe mich darin zu spüren, dass das Sichtbarmachen der Care-Arbeit keine Verkomplizierung bedeutet, sondern eine Aufwertung. Und dass es darum geht, dem anderen zuzutrauen, dass er sich auch kümmern will. Dass das Leben gemeinsam zu gestalten ist. Es soll nicht eine Person in der Partnerschaft über Gebühr erschöpft, sondern der Alltag gemeinsam gestaltet werden. Nun fallen mir mehr und mehr Beispiele ein, die den Wert von Fürsorge unsichtbar machen. Immer mehr Momente, in denen ich meinen Partner mehr einbinden will. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr merke ich: Es gibt tatsächlich eine Last, die ich trage. Ich empfinde es als Last, ein bezahlbares Urlaubsdomizil zu finden, die Beziehung zu den Kindern zu gestalten und als Paar den Glauben zu leben.

Nachdem ich mich ausreichend über das Wort aufgeregt habe, spüre ich, dass es auch in meinem Leben Mental Load gibt, den ich nicht teile. Bei manchen Aufgaben wünsche ich mir, dass wir gemeinsam darauf schauen und zusammen eine Lösung entwickeln: bei der Gestaltung des nächsten Erntedankfestes mit unseren Kindern oder der inneren Nähe zu Freunden. Ich wünsche mir, dass meine Fürsorgearbeit genauso wertvoll ist wie die Bankgeschäfte meines Mannes.

Wow! Wieder einmal haben meine Kinder mir etwas Neues beigebracht. Ich darf die kleinen Nuancen der Alltagsideen, die in meinem Kopf hin- und herspringen wie lustige Tischtennisbälle, auf die To-do-Liste schreiben. Und während Henrik morgens Zeitung liest, kann ich ihm diese Liste zeigen. Erstaunlicherweise hat er praktische und entlastende Ideen, wie aus meinen hüpfenden Gedanken eine sinnvolle Reihung von Alltagsperlen wird. Wie gut, dass wir darüber reden und zusammen unsere Jobs und Familie gut füllen wollen. Dass wir sichtbar machen wollen, was auch in unserem Alltag immer noch verborgen ist. So suche ich weiter nach einem Wort, das Familienarbeit mehr würdigt, und bin doch sensibler geworden durch die aktuelle Diskussion.

Stefanie Diekmann ist Gemeindereferentin und lebt mit ihrem Mann Henrik in Göttingen.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/08/Mama-schreibt-To-Do-Liste.jpg 1414 2120 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2025-08-28 16:00:352025-08-28 16:00:35Mental Load: Was hinter dem neuen Stressbegriff steckt

Die gemeinsame Zukunft zimmern: 7 Tipps für Langzeitpaare

Die Kinder sind groß und gehen langsam aus dem Haus. Wie seht ihr auf die gemeinsame Zukunft? Mit Vorfreude oder Alltagssorgen? Die Paarcoaches Susanne und Marcus Mockler geben 7 Ideen für eine Paarbeziehung mit Vision.

Stell dir vor, du stehst mit deinem Partner vor einer riesigen Leinwand. Die Farben leuchten, die Pinsel sind bereit. Aber anstatt einfach loszulegen, fragt ihr euch: Was wollen wir eigentlich malen? Wie soll unser gemeinsames Werk aussehen? Diese Frage ist nicht nur für Künstler mega-wichtig, sondern auch für uns Paare, die ihre gemeinsame Zukunft zusammen gestalten wollen.

Die Vision: Euer innerer Kompass für die gemeinsame Zukunft

Ein altes schottisches Sprichwort sagt: „Wenn wir heiraten, übernehmen wir einen versiegelten Brief, dessen Inhalt wir erst auf hoher See lesen.“ Krass, oder? Am Anfang der Beziehung hätten wir nie gedacht, welche Stürme das Leben bringt. Kinder, Karriere, Krankheiten, Krisen – all das verändert uns. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder innezuhalten und zu fragen: Wo wollen wir eigentlich hin?

Insbesondere dann, wenn die Kinder größer werden und aus dem Haus gehen, ergeben sich neue Spielräume, um Ideen zu entwickeln, Neues zu wagen oder nochmals durchzustarten – vielleicht beruflich, aber vor allem als Paar. Die Kraft ist noch da, nun ist auch mehr Zeit verfügbar, weil die Kinder nicht mehr so viel brauchen. Dann kann es losgehen. Nur wohin?

Eine gemeinsame Vision ist wie ein Kompass. Sie kann uns im Alltag leiten. Paare mit einer klaren Vorstellung und Perspektive sind glücklicher und stärker als Paare, die ziellos irgendwohin driften. Denn sie ziehen an einem Strang und lassen sich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Aber wie entsteht so eine Vision? Die findet ihr nur heraus, wenn ihr miteinander sprecht. Hier ein paar konkrete Schritte, wie das einfacher wird.

Sieben Schritte zur Vision

Schritt 1: Euer Dreamday

Einmal im Jahr solltet ihr euch einen „Dreamday“ gönnen. Das ist kein Tag zum Ausruhen, sondern ein Date, an dem ihr über eure Träume und Ziele sprecht. Wo seht ihr euch in fünf, zehn oder zwanzig Jahren? Was wollt ihr unbedingt erleben? Welche Wünsche habt ihr als Paar – und welche Wünsche hat jeder für sich?

Folgende Fragen können euch dabei helfen:

  • Was wollen wir gemeinsam unbedingt erreichen?
  • Welche aufregenden Orte wollen wir sehen?
  • Welche Fähigkeiten wollen wir uns aneignen?
  • Welches gemeinsame Hobby oder Ehrenamt könnten wir starten?
  • Wie stellen wir uns den Ruhestand vor, wenn wir alt und grau sind?

Schreibt eure Antworten auf, visualisiert eure Ziele mit Bildern oder Collagen. Ein Traumhaus, eine Weltreise, ein Gartenprojekt – alles ist erlaubt!

Schritt 2: Die Finanzen klären

Geld ist ein Thema, das viele Paare lieber umgehen. Aber wer die gemeinsame Zukunft gestalten will, kann das nicht beiseite lassen. Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Vorsorge anzufangen? Die Antwort: vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt!

Analysiert eure Ausgaben. Wofür gebt ihr unnötig Geld aus? Wo könnt ihr sparen? Setzt euch finanzielle Ziele: Wie viel wollen wir für den Ruhestand auf die hohe Kante legen? Welche Versicherungen brauchen wir wirklich? Was wollen wir unseren Erben hinterlassen?

Wichtig: Mach deinen Partner zum Co-Piloten. Wenn einer allein die Finanzen regelt, gibt es oft Stress. Und es kann schwierig werden, wenn nur einer von euch beiden Einblick in die Vermögenssituation hat. Was, wenn diesem Partner mal etwas zustößt? Es ist ratsam, dass beide genug wissen, um im Notfall die Finanzen übernehmen zu können.

Schritt 3: Gesundheit und Fitness stärken

Natürlich hat man vieles in Bezug auf die gemeinsame Zukunft nicht im Griff. Das Älterwerden bringt Veränderungen mit sich, die nicht immer schön und angenehm sind. Statt dagegen anzukämpfen, solltet ihr lernen, damit umzugehen. Und ihr könnt euren persönlichen Beitrag dazu leisten, damit ihr mit höherer Wahrscheinlichkeit gesund alt werdet.

Investiert in eure Körper und Seelen. Bewegt euch regelmäßig, esst gesund und gönnt euch Auszeiten. Bleibt mental fit: Lest Bücher, löst Rätsel oder lernt eine neue Sprache.

Ein weiterer Punkt: Sorgt dafür, dass ihr beide für den Notfall Bescheid wisst. Wüsstest du, wo wichtige Dokumente und Konten sind, wenn dein Partner im Krankenhaus liegt? Habt ihr Vorsorgevollmachten und eine Patientenverfügung unterschrieben? Auch das ist ein unschönes, aber wichtiges Thema. Sprecht darüber, wie ihr euch im schlimmsten Fall euer Ende vorstellt. Dann muss niemand raten.

Schritt 4: Soziale Netze pflegen

Eine starke Beziehung lebt nicht nur von der Zweisamkeit, sondern auch von den Beziehungen nach außen. Freunde, Familie, Nachbarn – all das gehört dazu. Macht Fahrradtouren, Grillpartys, Spieleabende. Ein guter sozialer Zusammenhalt ist wichtig.

Es muss übrigens nicht alles gemeinsam unternommen werden. Unternehmt was mit anderen. Ob Männerrunde oder Mädelsabend – tut auch jeder persönlich etwas zur Pflege von Beziehungen. Gerade Männer tun sich hier oft schwer. Aber es ist wichtig, gute Freundschaften zu haben, um sich auszutauschen und auch um mit Problemen nicht allein zu bleiben.

Helft andererseits als Ehe-Team Freunden beim Umzug oder engagiert euch ehrenamtlich. Das stärkt eure Bindung und verstärkt in euch die Gewissheit, Teil von etwas Größerem zu sein.

Schritt 5: Glauben vertiefen

Für viele Paare ist der Glaube wichtig. „Couples who pray together stay together“ („Paare, die gemeinsam beten, bleiben zusammen“) – da ist was dran. Wir beobachten, dass Paare, die ihren Glauben teilen, tendenziell stärkere Beziehungen haben und weniger trennungsgefährdet sind. Das ist natürlich keine Garantie. Man muss auch gemeinsam an der Ehe arbeiten. Aber der gemeinsame Glaube stärkt die Bindung zwischen euch.

Fangt lieber klein an, als gar nichts zu machen: Betet vor dem Essen, lest jeden Morgen eine Bibelstelle oder die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine. Engagiert euch gemeinsam in eurer Gemeinde oder unterstützt ein Hilfsprojekt. Das schweißt zusammen und gibt eurer Beziehung Tiefe.

Schritt 6: Krisen als Booster nutzen

Keine Beziehung ist perfekt. Aber gerade in schweren Zeiten zeigt sich, was ein Paar wirklich verbindet. Seid ehrlich miteinander. Teilt eure Ängste, Sorgen und Hoffnungen. Sucht euch professionelle Hilfe, wenn ihr allein nicht weiterkommt. Statt euch auseinanderzuleben, seht Veränderungen als Chance, euch neu kennenzulernen.

Schritt 7: Den Alltag begeisternd leben

Letztendlich geht es darum, euer Leben mit kleinen Dingen zu etwas Besonderem zu machen. Anstatt im Alltagstrott zu versinken, gestaltet ihn proaktiv. Kocht zusammen neue Rezepte. Tanzt in der Küche. Macht spontane Ausflüge oder überrascht euch gegenseitig. Denkt daran: Glück entsteht nicht durch große Events, sondern durch die kleinen Momente, die wir bewusst erleben.

Fazit: Eure gemeinsame Zukunft startet jetzt!

Eines Tages werden wir sterben – aber an allen anderen Tagen nicht. Also lasst uns die Zeit nutzen, um unsere Zukunft aktiv zu gestalten. Redet miteinander, träumt zusammen und arbeitet Hand in Hand an euren Zielen. Denn eines ist sicher: Eine Beziehung, die gepflegt wird, kann auch nach Jahren noch mega-aufregend sein und vor allem zunehmendes und tieferes Glück bringen.

Also: Pinsel raus und los geht’s mit dem Malen! Eure Zukunft wartet!

Susanne & Marcus Mockler sind seit über 30 Jahren verheiratet und engagieren sich für starke Ehen (geliebtes-leben.de). Sie haben acht erwachsene Kinder. Susanne arbeitet als Paartherapeutin, Marcus ist Journalist. Gemeinsam haben sie das Buch „Da geht noch was! 7 Liebes-Booster für Langzeitpaare“ (adeo) geschrieben.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2025/08/Gemeinsame-Zukunft_GettyImages_shapecharge_E.jpg 1325 2262 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2025-08-12 10:59:562025-08-12 10:59:56Die gemeinsame Zukunft zimmern: 7 Tipps für Langzeitpaare
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